- Behandlung
Erfahrungsberichte: Die Community-Redaktion auf der „Diabetes Herbsttagung“
4 Minuten
Neben dem großen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Frühjahr, findet in jedem Jahr auch die „Diabetes Herbsttagung“ der Fachgesellschaft statt. Vier Mitglieder der Community-Redaktion des Diabetes-Ankers waren vor Ort und berichten von ihren Eindrücken.
Huda: „Einige neue Denkanstöße für mich“
„Ich muss gestehen – ich bin vor allem einfach neugierig. Die Behandlung von Diabetes ist immer wieder erstaunlich individuell und dynamisch und es interessiert mich sehr zu sehen, welche anderen Entwicklungen und Ansätze es gibt. Gleichzeitig wird man durch Vorträge und Gespräche aber auch auf Themen aufmerksam gemacht, über die man vielleicht noch nicht nachgedacht hat – so gab es in der Podiumsdiskussion zu den ethischen Aspekten zum Screening von Typ-1-Diabetes einige neue Denkanstöße für mich.
Aber das besonders schöne war, dass all die bekannten Gesichter, die ich in diesen zwei Tagen wiedersehen durfte, zeigen, wie viel präsenter Menschen aus der Community auch auf diesen Kongressen werden.“

Huda versteht ihr Leben mit Diabetes, in dem sie darüber schreibt. Früher nur für sich alleine in ihrer Notizen-App, mittlerweile auch laut vorgetragen oder als Anker-Community Autorin. Auch wenn sie und ihr unfreiwilliger Mitbewohner mittlerweile besser miteinander klar kommen, gibt es genug hitzige Diskussionen zwischen den beiden. Aber er bleibt ihr Begleiter: ob in ihrem Medizinstudium, bei einer Runde Eiskunstlauf, oder Sushi-Dates mit ihren Freundinnen.
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Susanne: „Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes auf Fachtagungen sichtbar machen“
„In meiner Funktion als Vorstandsmitglied der DDH-M NRW e.V. habe ich an der DDG Herbsttagung teilgenommen. Als Vertreterin einer Diabetes-Selbsthilfeorganisation die Interessen und Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes auf Fachtagungen sichtbar zu machen, finde ich sehr wichtig. Meine persönlichen Highlights waren die Gespräche an unserem Infostand und das Netzwerken auf der Tagung. Als Patient*innenvertreterin vom medizinischen Fachpersonal und der Industrie zunehmend wahrgenommen zu werden ist aus meiner Sicht eine positive Entwicklung.“

Susanne Thiemann ist Community-Autorin im Diabetes-Anker. Sie lebt seit Juli 2000 mit Diabetes Typ 1. Seit einigen Jahren engagiert sie sich aktiv in der Diabetes-Selbsthilfe (DDH-M NRW e.V.). Sie liebt Kaffee und mediterranes Essen. Im Urlaub geht es meistens ans Meer. Über den eigenen „Diabetes-Tellerrand“ zu schauen findet sie wichtig. Ihr Motto: „Etwas für Menschen mit Diabetes zu erreichen geht nur gemeinsam!“.
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Ümit: „In Kontakt bleiben mit den Akteuren in der Diabetes-Szene“
„Zum Kongress gehe ich, damit ich in Kontakt mit den Akteuren in der Diabetes-Szene bleiben kann. Ich sammele Informationen für meinen Diabetes Management und ich bin neugierig wie sich die Technik und Themenschwerpunkte in der Diabeteswelt entwickelt. Außerdem sehe ich Alte und neue Bekannte aus der Diabetes Community.“

Ümit Sahin ist seit seiner Diagnose mit Typ-2-Diabetes in der Selbsthilfe aktiv. Er engagiert sich gerne ehrenamtlich, um andere Menschen vom Leben mit Diabetes zu informieren und ist Community-Autor im Diabetes-Anker. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es immer irgendwie ein Lächeln zu zeigen, sowie seine Mitmenschen bei passender Gelegenheit für sein Leben mit Diabetes zu sensibilisieren. Ansonsten ist er hauptberuflich Selbstständig mit seinem kleinen Fachgeschäft in Berlin und kämpft ebenso mit den Herausforderungen des Diabetesalltags im Berufsleben.
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Annika: „Mein persönliches Highlight? Ich kann mich nicht entscheiden“
„Grundsätzlich sind diese Tagungen vorrangig für Ärztinnen und Ärzte sowie Mitglieder von dialektologischen Behandlungsteams vorgesehen. Als Teilnehmer der Mitgliederversammlung der Deutschen Diabeteshilfe hatte ich die Möglichkeit, am diesjährigen Herbstkongress der DDG in Hannover dabei sein zu dürfen.
Unter dem Motto ,Der Mensch im Mittelpunkt’ wurden an 2 Tagen zahlreiche Symposien, Vorträge, praktische Workshops sowie ein tolles Programm auf der Fläche in der Industrieausstellung geboten. Themenschwerpunkte waren u.a. die Digitalisierung und die Auswirkungen in der Diabetestechnologie; ein Einblick in die Wissenschaft und Forschung rund um das Thema Diabetes heilen; der Alltag mit Diabetes fand unter dem Motto Diabetes 24/7- eine lebenslange Herausforderung Beachtung.
Ich hatte die Möglichkeit, an verschiedenen Vorträgen teilzunehmen und somit noch mal einen anderen Blick auf bestimmte Themen zu bekommen. Im Symposium „Schön warm oder doch zu heiß?“ ging es die globale Klimakrise und deren Auswirkungen durch Hitzewellen etc. auf das Gesundheitssystem. Über hitzesensible Medikamente wurden ebenso gesprochen wie Effekte von Hitze auf Diabetes- Hilfsmittel.
Das Symposium „Der Mensch mit Diabetes in der Zukunft“ behandelte Themen wie „Heilung des T1Diabetes?“; „Wird ein Leben mit Typ 2 Diabetes möglich sein?; oder auch „Die Schwerpunktpraxis in der Zukunft.“ Ebenso wurde ein Blick auf die Situation der Diabeteskliniken in der Zukunft geworfen und die Frage der Abstimmung und interdisziplinären Zusammenarbeit behandelt.
Neue Entwicklungen in der Diabetes-Technologie
Auf der Fläche der Industrieausstellung bot sich der Kontakt zu Firmen mit unterschiedlichen Produkten an. Es wurden die neuesten Entwicklungen und Produkte vorgestellt, als Besucher durfte getestet und probiert werden. Für mich eine der Möglichkeiten, Themen für Menschen mit Typ 2 Diabetes anzubringen. Stichwort CGM und andere Hilfsmittel im Diabetesalltag. Viele Anbieter nutzen die Chance, auf die Vielfalt der Digitalen Gesundheitsanwendungen hinzuweisen. Auch dort findet eine Weiterentwicklung der Einsatzmöglichkeiten und der Handhabung der unterschiedlichen Apps stat.
Alles in allem zeigte der Kongress, dass die Entwicklung der Diabetes- Technologien weiter voranschreitet und aus dem Alltag so vieler Menschen mit Diabetes nicht mehr wegzudenken ist. Die KI wird zukünftig auch einen enormen Anteil im Diabetesmanagement nehmen und für die eine oder andere Entlastung sorgen.
Mein persönliches Highlight? Ich kann mich nicht entscheiden. Die Möglichkeit, an den Symposien teilnehmen zu dürfen, begeistert mich immer wieder. Aber auch der Austausch mit den Firmen und Aussteller und die Chance, „meine“ Themen direkt bei den Ansprechpartner vor Ort anbringen zu können, schätze ich sehr. Und dass ich auf dem Kongress so viele tolle und liebe Menschen aus der Welt des Diabetes und der Diabetes-Community treffen durfte, ist eines meiner persönlichen Highlights.“

Annika Ziercke lebt seit 2018 mit Typ-2-Diabetes und engagiert sich seitdem aktiv in der Community. Sie kämpft gegen Stigmatisierung und Vorurteile und möchte anderen Menschen Mut für ihren individuellen Weg machen. Sie verreist gerne und liebt asiatische Küche.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 4 Tagen, 3 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 4 Tagen, 2 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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