Großer Andrang in Nürnberg

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© Kirchheim-Verlag
Großer Andrang in Nürnberg

Tausende Besucher haben gestern in Nürnberg für einen fulminanten Deutschen Diabetiker Tag 2015 (DDT) gesorgt. In der Meistersingerhalle präsentierte das Veranstaltungsformat diabetestour (Kirchheim-Verlag Mainz) gemeinsam mit dem Deutschen Diabetiker Bund (DDB) den DDT zum zweiten Mal nach 2011. Und wieder gab es eine gut gefüllte Halle und ein riesiges Programm-Angebot aus Information und Unterhaltung – und mit Diskussionen und Gästen, die Mut machen für ein gutes Leben mit Diabetes.

Nürnberg: gleich zwei Feiern

Der Diabetikerbund Bayern hatte am vergangenen Wochenende gleich zwei wichtige Termine: Am Samstag feierten Bernd Franz (Vorsitzender) und seine Mannschaft „60 Jahre Diabetes-Selbsthilfe“ in Bayern. In die Nürnberger Lederer Kulturbrauerei kamen 140 geladene Gäste und so illustre Teilnehmer und Redner wie Barbara Stamm (Landtagspräsidentin Bayrischer Landtag) und Prof. Dr. med. Hellmut Mehnert – der mit wunderbaren Mediziner-Anekdoten und Witz Tränen in die Augen der Teilnehmer trieb. Barbara Stamm zeigte sich tief beeindruckt vom Engagement und Erfolg des Diabetikerbunds Bayern und sagte dem Verband volle Unterstützung für die Zukunft zu.

Impressionen vom Deutschen Diabetiker Tag 2015

In der Bildergalerie finden Sie viele Eindrücke aus der Meistersingerhalle in Nürnberg: Klicken Sie auf das Miniatur-Bild auf der linken Seite, um alle Fotos zu sehen.

Die Schlangen reißen nicht ab

Am Sonntagmorgen schon vor 9 Uhr gab es dann zwei lange Besucherschlangen am Eingang der Meistersingerhalle, die für Stunden nicht abreißen sollten. Und es lohnte sich, wie man allerorten hörte: Rundum genutzt wurden die 14 Messstationen, damit Besucher die Werte auf Ihren ausgehändigten Vorsorgekarten eintragen konnten; die Werte wiederum konnte man vor Ort besprechen mit Diabetes-Journal-Autor Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl (Bad Kissingen), der den ganzen Tag zu tun hatte.

Insulinpumpe beim Kampf?

Die Plätze im „Patienten-Forum“ luden ein zu Talkrunden mit den Sportlern und Typ-1-Diabetikern Anja Renfordt (Kickbox-Weltmeisterin), Rebekka Weber (Leistungstänzerin), Alexander Piel (Deutscher Meister im Karate) und Daniel Schnelting (mehrfacher Deutscher Meister im 200-m-Sprint). Sie motivierten viele, beantworteten Publikumsfragen, sagten, wie das so gehandhabt wird mit Insulinpumpe und Kampfsport und und und….

Tränen der Rührung

…im Patienten-Forum wurden diesmal auch Filme gezeigt: über die Zwillingsschwestern Marlene und Greta (Typ-1-Diabetes), über das Ehepaar Ralf und Petra Schäfer, die sich in einer Klinik kennenlernten, es heute gemeinsam auf 80 Jahre Diabetes bringen und deren Hochzeitsantrag auf einem Musikkonzert stattgegeben worden ist; ebenso über Bloggerin Lea, die den Tag ihrer Diabetes-Diagnose als große Chance begriff. Die Kurzfilme rührten manche der Besucher im Patientenforum zu Tränen – und die Interviews mit den Protagonisten danach brachten das Publikum zum Lachen und Nachdenken. Das Patientenforum bot noch mehr:

Sabine Dittmar: „mehr Einfluss!“

Eine hochkarätig besetzte Diskussion nahm sich dem Thema an: „Diabetiker im Spannungsfeld von Politik und Behandlern“. So begrüßte Bundestagsmitglied Sabine Dittmar (SPD) ausdrücklich, dass durch das neue Präventionsgesetz der Selbsthilfe mehr Wertschätzung zukommen wird, sie zeigte sich irritiert darüber, dass die Verordnungsfähigkeit wichtiger Diagnostika und Medikamente im Diabetes-Bereich fraglich sind – und: Sie forderte mehr Einfluss der Patienten im Gemeinsamen Bundesausschuss!

Diabetes-Selbsthilfe ist „unverzichtbar“

Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath (CSU) zeiget sich als Kenner des Gesundheitsbereichs; auch er nannte die Diabetes-Selbsthilfe als „unverzichtbar“ darin, das Leid der Menschen zu minimieren – und auch die Kosten: Die jährlichen Milliardensummen im Gesundheitsbereich wären, so Seidenath, ohne Selbsthilfe noch viel höher. Bernhard Franz und der DDB-Bundesvorsitzende Dieter Möhler forderten viel weitreichendere Unterstützung für die Selbsthilfe, forderten eigenständige und starke Verbände und eine Gesundheitspolitik mit Sachverstand: und zwar jenem, der aus dem Bereich der Betroffenen kommt.

Für die gemeinsame Sache eintreten!

Der Deutsche Diabetiker Tag 2015 bot daneben medizinische Informationen, mehrere Koch-Shows, viele Informationen an den Ständen in der Industrie-Ausstellung – und vermittelte den Eindruck: Je mehr sich Menschen mit Diabetes engagieren, zusammenraufen, für die gemeinsame Sache eintreten…und zeigen, dass sie viele sind, desto höher sind ihre Chancen, tatsächlich eine bessere Versorgung der Diabetiker in Deutschland zu erreichen.


von Günter Nuber
Chefredakteur Diabetes-Journal
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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