- Leben mit Diabetes
Kolumne | Zum guten Schluss: Immer wieder eine zweite Chance
2 Minuten

Alex Adabei hat einem Bekannten Hilfe bezüglich seines Diabetes angeboten, die dieser jedoch recht barsch ausgeschlagen hat. Da er unter seinen eher schlechten Werten leidet, würde er sie mittlerweile aber wohl doch in Anspruch nehmen – doch wer geht nun auf den anderen zu?
Ein Bekannter hat Typ-2-Diabetes; gern redet er nicht darüber. Mein Eindruck ist: Er ist eher schlecht informiert, ein paar Hinweise könnten ihm guttun. Vor Kurzem wollte ich ihm einige Ausgaben des Diabetes-Journals mitbringen. Die recht barsche Reaktion: „Nein, ich weiß schon alles, ich komme klar.“
Ich kann die Reaktion gut verstehen: Wir alle verdrängen so manches, möchten auf einige Themen nicht angesprochen werden. Das ist ein Abwehrmechanismus unserer Seele, der uns hilft, unser Leben zu bewältigen. Manchmal ist Vergessen eine gute Lösung – vielleicht nicht für immer, aber doch für den Moment?
Nach der ersten Abfuhr wünscht er sich nun doch ein Gespräch
Nun weiß ich aber von der Frau eben jenes Bekannten, dass seine Werte nicht gut sind. Sie macht sich Sorgen. Und er selbst würde gern noch einmal mit mir sprechen, traut sich aber nicht, auf mich zuzukommen. Tja, und nun? Ich kenne es von mir selbst: Manchmal weise ich ein Hilfsangebot ab – entweder weil ich denke, dass ich es allein schaffe. Oder weil ich mich schäme, Hilfe anzunehmen, weil ich zu stolz bin. Oder eben, weil ich eine unangenehme Pflicht so lange wie möglich vergessen möchte.
Na, und einige Zeit später wäre ich doch froh, das Angebot annehmen zu können. Aber kann ich von mir aus auf den freundlichen Hilfswilligen zugehen? Der denkt doch sicherlich: „Wer nicht will, der hat schon!“ Außerdem: Ist doch peinlich, zuzugeben, dass man es allein nicht schafft!
Jeder von uns braucht immer mal wieder zweite Chancen
Zurück zu meinem Bekannten: Wer Diabetes hat, will bestimmt nicht ständig mit Informationen (oder Halbwahrheiten und Vorurteilen!) bedrängt werden. Vielleicht läuft es gerade gut mit den Zuckerwerten, und es gelingt, den Diabetes für den Moment zu „vergessen“. Und da kommt aus heiterem Himmel jemand mit „guten Tipps“ um die Ecke? Na, vielen Dank!
All das geht mir während des Gesprächs durch den Kopf. Ein bisschen eingeschnappt bin ich schon noch wegen der Abfuhr vor drei Wochen. Aber sind wir nicht alle darauf angewiesen, dass Mitmenschen immer wieder einmal einen Schritt auf uns zu machen, obwohl wir uns blöd benommen oder sogar einen richtigen Bock geschossen haben? Wir alle brauchen immer wieder zweite Chancen – und können und müssen auch immer wieder selbst Chancengeber sein!
von Alex Adabei

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (2) Seite 82
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kleisen postete ein Update vor 2 Stunden, 7 Minuten
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
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