- Leben mit Diabetes
Irgendwann einfach losfahren!
2 Minuten
Vanessa Dalmann und ihr Freund waren von Februar bis Juli unterwegs in Südamerika, Neuseeland und Südostasien. Übernachtet wurde in Backpacker-Hostels oder günstigen Hotelzimmern. Wir sprachen mit Vanessa.
Name: Vanessa Dalmann (34)
Beruf: Dipl.-Kulturwissenschaftlerin/PR, Marketing
Diabetes: Typ-1-Diabetes seit über 20 Jahren
Hobbys: Reisen, Wandern, Chor, Tanzen, Kunst
Motto: „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ (Aurelius Augustinus)
Kontakt: weltentdecker2013@gmx.de
DJ: Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis nach Ihrer Weltreise?
Vanessa Dalmann: Nur wer die eigene Komfortzone auch mal verlassen kann, hat die Chance, in kurzer Zeit viel Neues zu entdecken. Mit der richtigen Planung geht das auch als Diabetikerin.
DJ: Was war das imposanteste Erlebnis der Tour?
Dalmann: Drei Tage lang waren wir mit einem Guide im Dschungel Sumatras trekken, haben unter einer Plane genächtigt und Bekanntschaft mit allerlei Dschungelbewohnern gemacht. Spinnen und Schlangen hielten sich zum Glück fern, dafür gab es riesige Warane, Blutegel, Nashornvögel und Affen. Eines Morgens gesellten sich zwei Orang-Utan-Damen mit Nachwuchs zu uns und guckten uns neugierig beim Frühstück zu.
DJ: Hatten Sie Befürchtungen im Vorhinein?
Dalmann: Natürlich gab es eine Menge zu bedenken. Unsere Route haben wir z. B. so gewählt, dass ich alle vier bis sechs Wochen in einer großen Stadt Insulin-Nachschub besorgen konnte, denn eine dauerhafte Kühlung ist unterwegs kaum möglich. Generell hatten wir eine gut sortierte Reiseapotheke dabei. Vor Malaria-Mücken, Dengue-Fieber, Schlangen und Spinnen hatte ich dennoch großen Respekt.
DJ: Wurden Sie angesprochen auf Ihr Insulin, Ihr Spritzbesteck?
Dalmann: Da ich recht offen damit umgehe, blieben neugierige Blicke und Fragen nicht aus. Nicht immer konnten die Leute mit dem Begriff “Diabetes” etwas anfangen. Erschreckend fand ich die Reaktion unseres Dschungel-Guides, der sich wunderte, dass ich als Diabetikerin so lange überlebt habe. In seinem Heimatdorf sei das anders.
DJ: Wovon ernährten Sie sich zum Beispiel im Dschungel?
Dalmann: Das Essen auf der Tour war sehr lecker: Tagsüber hatte unser Guide in Bananenblätter eingeschlagenes Nasigoreng und frisches Obst dabei, abends wurden wir am Lager von zwei Trägern mit einem indonesischen 3-Gänge-Menü begrüßt. Zum Frühstück gab es frische Banana-Pancakes, auf die sogar die Orang-Utans neidisch waren.
DJ: Wo hatten Sie Probleme mit dem Insulin?
Dalmann: Die Möglichkeiten der Insulinversorgung hatte ich im Vorfeld über Kooperationsärzte der Deutschen Botschaften weitgehend erkundet. In Kambodscha blieben wir zum Beispiel nur zwei Wochen, da mein Insulin dort nicht vorrätig ist; in Vietnam stieg ich auf ein ähnlich wirkendes Insulin um. Generell stellte ich fest, dass das Insulin deutlich länger hielt, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Bei der nächsten Reiseplanung würde ich auch die Kosten für die Medikamente im jeweiligen Land stärker berücksichtigen, da die Auslandskrankenversicherung hierfür nicht aufkommt.
DJ: Hatten Sie Unterzuckerungen?
Dalmann: Leichte Unterzuckerungen waren gerade bei anstrengenden Wandertouren nicht unüblich. Dafür hatten wir stets einen großen Vorrat an Trockenfrüchten und Keksen dabei.
- Gute Länderauswahl treffen; für längere Aufenthalte: Wie ist die ärztliche Versorgung vor Ort, wo bekomme ich Nachschub an Insulin und Blutzuckerteststreifen?
- Doppelte bis dreifache Menge an Diabetes-Zubehör mitnehmen.
- Heiße Länder: z. B. Frio-Kühltaschen und weitere Gel-Kühlakkus besorgen, ein kleines Taschenthermometer einstecken.
- Reisepartner fit machen in Sachen Diabetes.
- Für eine gute Krankenversicherung und
ausreichenden Impfschutz sorgen.
Die Fragen hat Günter Nuber gestellt.
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (12) Seite 52-53
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 6 Tagen, 16 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 6 Tagen, 23 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 6 Tagen, 16 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 6 Tagen, 16 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 6 Tagen, 14 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 6 Tagen, 14 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 5 Tagen, 19 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 5 Tagen, 5 Stunden
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jasminj antwortete vor 5 Tagen, 4 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂