Kolumne | Zum guten Schluss: Auf Signale des Körpers hören

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Kolumne | Zum guten Schluss: Auf Signale des Körpers hören

Nicht jeder Mensch hat das Glück, die Signale des eigenen Körpers immer richtig wahrnehmen zu können – und so sein oder ihr Körpergewicht ohne größere Anstrengungen zu halten. Daher findet Jana Einser, dass es umso wichtiger ist, dass jene freien und kostenlosen Zugang zu Ernährungsberatung erhalten, die diese auch benötigen.

Dass Menschen, die bereits übergewichtig sind, während der Corona-Pandemie nochmals zugenommen haben, zeigen aktuelle Untersuchungen. Okay, auch ich als Normalgewichtige hatte mal ein Kilo mehr auf der Waage als gewöhnlich – aber das liegt definitiv in der normalen Streuung und war auch ganz schnell wieder weg. Das meine ich auch nicht, sondern die mehreren ­Kilos, die bei manchen dazukamen – und nicht ganz schnell wieder weggehen. Auch in meinem Kreis der Bekannten mit Typ-1-Diabetes gibt es dafür Beispiele.

Auch Jana hatte ihr Körpergewicht nicht immer selbst im Griff

Ich frage mich dann immer: Warum ist es so schwer, sein Gewicht zu halten bzw. es so weit zu reduzieren, dass es nicht mehr das Risiko für weitere Erkrankungen erhöht? Wenn ich merke, dass meine Hosen enger sitzen, geht in meinem Körper direkt eine Warnlampe an – und interessanterweise wird direkt mein Appetit geringer. „Die Glückliche“, werden sicher jetzt einige denken. Ja, das stimmt: Heute kann ich mich glücklich schätzen, dass mein Körper solche Zeichen offenbar wahrnimmt und sofort entsprechend mit Signalen an mein Empfinden reagiert.

Das war nicht immer so. In meiner Familie war ich so etwa ab der Jugendzeit und dann bis ins junge Erwachsenenalter das Moppelchen. Alle anderen waren immer schlank, nur ich nicht. Meine Versuche, vom Gewicht runterzukommen, scheiterten an der damals noch konventionellen Insulintherapie, weil ich so oft gegen die Insulinwirkung anessen musste … Kalorien kamen zu Kalorien und so Kilo zu Kilo.

Ernährungsberatung ohne Hürden für jene, die sie benötigen!

Dann aber begann ich mit der intensivierten Insulintherapie und auch schnell mit einer Insulinpumpentherapie. Und siehe da: Seit die Insulintherapie nicht mehr mein Essen bestimmte, sondern mein Essen die Insulintherapie, signalisierte mir mein Körper ziemlich schnell wieder, wann er wirklich etwas zu essen braucht – und wann nicht. Das Gewicht war von da an kein Problem mehr.

Genau das ist es aus meiner Sicht, was viele verlernt haben: Sie können nicht mehr auf ihre Körpersignale hören! Umso wichtiger ist es, diesen Menschen mit einer Ernährungsberatung – die ihnen bezahlt werden muss! – genau das wieder beizubringen. Denn dann kann es heißen: Übergewicht adé!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (10) Seite 82

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    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂