Kolumne | Zum guten Schluss: Kein Diabetes ist wie der andere

2 Minuten

Kolumne | Zum guten Schluss: Kein Diabetes ist wie der andere

Mensch mit Diabetes ist nicht gleich Mensch mit Diabetes – das bezieht sich nicht nur auf den jeweils einzigartigen Organismus sowie auf verschiedene Diabetestypen und Therapieformen, sondern auch Kleinigkeiten im Alltagsleben, hat Kolumnistin Jana Einser festgestellt.

Es gibt nicht den Diabetes. Abgesehen von den beiden Diabetestypen, Typ 1 und Typ 2, zu denen die meisten von uns Diabetikern gehören, unterscheidet sich auch jeder Typ-1-Diabetes von dem jedes anderen Typ-1-Diabetikers. Das betrifft nicht nur den Verlauf und die Behandlung an sich, sondern auch den alltäglichen Umgang damit. Deutlich wurde mir das vor kurzem mal wieder eigentlich an einer Klitzekleinigkeit.

Befestigung des CGM-Systems: Manchmal kommt es anders …

Ich befestige meinen Sensor für das kontinuierliche Glukosemessen auf dem Bauch mit dem dazugehörigen Pflaster und befestige dann Sensor und den an den Sensor angekoppelten Transmitter zusätzlich mit einem Tape-Pflaster. Der Alltag und die Sportarten, die ich damit ausübe, funktionieren mit dieser Befestigung sehr gut, ich habe noch keinen meiner Sensoren durch unabsichtliches Abreißen verloren.

Nun war ich neulich, wie um den Jahreswechsel viele, zu einer Familienfeier eingeladen – und dabei waren auch mehrere Kleinst- und Kleinkinder. Einen der Jungs, 8 Monate alt, hatte ich eine Weile bei mir – ein wirklich lebhafter kleiner Kerl. Er machte sich einen Spaß daraus, stabilisiert durch meine Hände, auf meinen Beinen herumzuhüpfen. Natürlich blieb es nicht aus, dass er mit seinen Füßchen auch immer wieder meinen Bauch erwischte – ich fürchtete um meinen Sensor … zum Glück blieb alles dran und ganz.

Als wir uns zwei Tage später noch einmal trafen, hatte ich vorgesorgt: Sensor und Transmitter hatte ich mit mehr Tape-Pflaster verklebt – jetzt konnten er, sein gleichaltriger Cousin und die zwei dreijährigen Schwestern der Jungs gern mit und auf mir herumtoben. Das taten wir intensiv – und auf den Sensor musste ich wegen der besseren Befestigung nicht mehr achtgeben.

Die Realität hat mehr Variablen als ins Lehrbuch passen

Wie gesagt: Es ist nur eine Kleinigkeit, die hier den Unterschied zwischen mir, normalerweise ohne Kleinkinder unterwegs, und zum Beispiel einer jungen Mutter mit Diabetes und Messsensor ausmacht. Aber diese Unterschiede zeigen sich in nahezu jeder Situation, in jedem Gespräch von Diabetikern. Das macht mir wieder einmal klar: Das, was im Lehrbuch über Diabetes steht, ist wichtig – aber die Realität mit all ihren Variablen ist es definitiv nicht!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (1) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Kolumne „Fernweh“: Auszeit für alle
In ihrer Kolumne "Fernweh" erzählt Susanne Löw von einem spontanen Kurztrip an die Nordsee: überfüllter Zug, genervte Mitreisende, ein Kind mit klugen Fragen. Am Ende fand sie ihre Auszeit trotzdem, abseits der Strandkörbe.
Illustration eines Liegestuhls unter einem bunten Sonnenschirm mit Strandtasche, Ball, Flip-Flops und Getränk im Sand, oben rechts ein rundes Porträt von Susanne Löw.

2 Minuten

Hauterkrankungen bei Diabetes: Welche Formen und Symptome häufig auftreten
Diabetes kann mit verschiedenen Hautproblemen einhergehen. Das reicht von Irritationen über autoimmun ausgelöste Erkrankungen bis zu Infektionen. Normnahe Blutzuckerwerte sind auch hier oft der beste Schutz. Welche Hauterkrankungen können auftreten, was unterstützt die Pflege und wann ist ärztliche Abklärung wichtig?

10 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • kety22 postete ein Update vor 2 Tagen, 13 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 2 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • florahdo postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂