Kolumne | Zum guten Schluss: Lange fit und selbstständig bleiben

2 Minuten

Kolumne | Zum guten Schluss: Lange fit und selbstständig bleiben

In ihrem aktuellen Kolumnen-Beitrag macht sich Jana Einser Gedanken über das Älterwerden … und ob sie später noch in der Lage sein wird, ihr Leben und ihr Diabetesmanagement ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen.

Mein Wunsch für das Jahr, das gerade angefangen hat? Ich möchte weiter so viel Sport treiben wie bisher, mich weiter so ausgewogen ernähren – und ich möchte ein besseres Verhältnis zwischen meiner Arbeit und meiner Freizeit hinbekommen, also an meiner „Work-Life-Balance“ arbeiten.

Diabetes so lange wie möglich eigenständig behandeln

Warum? Mein Ziel ist, so lange wie möglich geistig und körperlich fit zu bleiben, auch, um meinen Diabetes so lange wie möglich eigenständig behandeln zu können. Natürlich bemühe ich mich seit Jahren darum, aber gerade in den letzten Monaten wurde mir an verschiedenen Stellen deutlich, was es bedeutet, nicht mehr alles zu verstehen und nicht mehr alles zu können.

Eine der Beobachtungen: In meiner Nachbarschaft wohnt eine ältere Dame. Wie ich fährt auch sie immer wieder mit der Straßenbahn in die Stadt. Als ich sie vor einigen Jahren an der Haltestelle kennenlernte, stiegen wir gemeinsam ein und unterhielten uns während der Fahrt über viele Dinge; sie erzählte auch viel aus ihrem pädagogischen Berufsleben.

Neulich standen wir wieder beide an der Haltestelle. Ich war müde, mir war nicht nach Unterhaltung zumute, und so standen wir nicht beieinander. Als die Bahn kam, stieg ich ein – und bemerkte, wie die Dame an der Bahn entlang von außen gegen die Wand klopfte, um die Tür zu finden. Erst, als ich sie von der Tür aus rief, fand sie den Einstieg.

Was wäre, wenn es im Alter doch nicht mehr alleine klappt?

Ein anderes Beispiel: In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Ehepaar, beide sind über 90 Jahre alt. In dem Alter darf man schon ein bisschen tüttelig werden, wird mancher denken … Klar, darf man. Dennoch möchte man doch, auch wenn man so alt wird, möglichst selbstständig leben, einkaufen, seinen Haushalt führen. All das ist bei den beiden aber nur noch mit Hilfe anderer möglich, außerdem wäre der Mann wegen verschiedener Einschränkungen ohne seine Frau verloren.

Diese drei älteren Bekannten haben alle keinen Diabetes. Aber mir ging, als ich die Einschränkungen wahrnahm, durch den Kopf: Was wäre, wenn? Dann müsste wahrscheinlich ein Pflegedienst helfen oder ein Umzug in ein Pflegeheim würde unerlässlich. Wie ich aus Gesprächen mit anderen weiß, bin ich mit meinen Sorgen nicht allein. Hoffen wir also, dass wir alle möglichst lange fit bleiben. So, wie ich es mir wünsche, wünsche ich es auch Ihnen!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (1) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Kolumne „Fernweh“: Auszeit für alle
In ihrer Kolumne "Fernweh" erzählt Susanne Löw von einem spontanen Kurztrip an die Nordsee: überfüllter Zug, genervte Mitreisende, ein Kind mit klugen Fragen. Am Ende fand sie ihre Auszeit trotzdem, abseits der Strandkörbe.
Illustration eines Liegestuhls unter einem bunten Sonnenschirm mit Strandtasche, Ball, Flip-Flops und Getränk im Sand, oben rechts ein rundes Porträt von Susanne Löw.

2 Minuten

Hauterkrankungen bei Diabetes: Welche Formen und Symptome häufig auftreten
Diabetes kann mit verschiedenen Hautproblemen einhergehen. Das reicht von Irritationen über autoimmun ausgelöste Erkrankungen bis zu Infektionen. Normnahe Blutzuckerwerte sind auch hier oft der beste Schutz. Welche Hauterkrankungen können auftreten, was unterstützt die Pflege und wann ist ärztliche Abklärung wichtig?

10 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • kety22 postete ein Update vor 2 Tagen, 13 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 2 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • florahdo postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂