- Leben mit Diabetes
Kolumne | Zum Guten Schluss: Leben mit Diabetes: alles ganz normal?
2 Minuten

Wie werden Diabetiker in der Öffentlichkeit dargestellt und wahrgenommen – und deckt sich dies mit der Selbstwahrnehmung? Jana Einser hat sich darüber Gedanken gemacht.
Was bin ich? Diese Frage kam mir, als ich eine Diskussion mitbekam darüber, wie Typ-1-Diabetiker in der Öffentlichkeit dargestellt und dann natürlich auch wahrgenommen werden.
Bin ich ein hilfloses Wesen, das unbedingt einen Diabeteswarnhund braucht? Ich könnte ja sonst, glaubt man der Laienpresse, gar nicht als Typ-1-Diabetiker existieren. Komisch, dass ich es trotzdem schon ein paar Jahrzehnte geschafft habe …
Ich genieße mein Leben nahezu jeden Tag!
Oder bin ich eine arme Leidende, weil ich täglich ein paar Mal meinen Blutzucker messen muss – jedes Mal verbunden mit einem Stich in die Fingerbeere – und mehrfach am Tag Insulin spritzen muss? Natürlich wäre das Leben einfacher, wenn all das nicht wäre. Aber heißt das, dass mein Leben nicht schön sein kann? Sicher nicht – ich genieße nahezu jeden Tag!
Stelle ich für meine Mitmenschen ständig eine Gefahr dar, weil ich jederzeit in die Unterzuckerung fallen könnte und sie mir helfen müssten? Bis jetzt ist alles gut gegangen, noch nie habe ich eine Unterzuckerung gehabt, die mich hilflos gemacht hätte und bei der ich die Hilfe anderer benötig hätte.
Ich weiß, dass ich in dieser Hinsicht wirklich Glück habe, bei anderen Typ-1-Diabetikern kann das mit unerwartet auftretenden Unterzuckerungen anders aussehen. Aber als eine Gefahr sollte das niemand ansehen – in einer solchen Situation ist einfach erste Hilfe nötig, wie sie jeder beherrschen und im Ernstfall auch anwenden sollte.
Dank Technik nahezu ohne Einschränkungen leben
Bin ich eine Behinderte? Sicher auch nicht, denn ich kann mein Leben nahezu ohne Einschränkungen leben – dank der Technik, die sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt hat. Ich muss sie halt nur bekommen. Da hapert es manchmal schon, mitunter sind Kämpfe auszustehen und Geduld mitzubringen. Aber langsam scheint auch hier Vernunft bei den Kostenträgern Einzug zu halten.
Bleibt die Frage: Was bin ich denn nun, wenn ich all das Genannte nicht bin? Ich finde, ich bin ein ganz normaler Mensch, mit Ecken und Kanten, wie sie jeder hat. Und kleine Einschränkungen, wie sie zum Beispiel der Diabetes mitbringt, erleben auch viele Menschen. Also eigentlich alles ganz normal!

von Jana Einser
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (3) Seite 92
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

2 Minuten
- Leben mit Diabetes

6 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 11 Stunden, 4 Minuten
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 6 Tagen, 23 Stunden
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …florahdo postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂


