Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #48 | Vorsorgeuntersuchung (8) – der Darm

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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #48 | Vorsorgeuntersuchung (8) – der Darm

Diabetes ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, was sich langfristig auf die gesamte Funktionalität des Körpers auswirkt. Daher ist es umso wichtiger, neben einem guten Diabetes Management, auch regelmäßige Vorsorgetermine wahrzunehmen, um eventuelle Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenwirken zu können. In dieser Beitragsreihe möchte ich Dich durch die verschiedenen Vorsorgebereiche mitnehmen. Mein Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür bei Dir zu schaffen, sodass Du langfristig diese in Dein Diabetes Management etablieren kannst und somit langfristig einem langen Leben (trotz Diabetes) nichts mehr im Wege steht.

Das Wunderwerk im Bauch

Bei der Prävention und Behandlung von Diabetes spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Kein Wunder, dass auch der Darm bei der Vorsorge nicht fehlen darf, denn dieser ist schließlich der Star unseres Verdauungssystems.

Schon zu Schulzeiten fand ich den Darm super spannend. Denn wer sich erinnert — dieses Organ ist einfach 7 bis 8m lang! I mean … wie? Wo? Krass! Beginnend am Pylorus (= unserem Magenpförtner) bis hin zum After, ist unser Darm in zwei Hauptteile, den Dünn- und Dickdarm, gesplittet. In den zwei Teilen gibt es dann noch weitere „Unterkategorien“, wo bspw. der Zwölffingerdarm wahrscheinlich mit am bekanntesten ist. Unser meterlange Verdauungskanal sorgt u. a. für die Zerlegung der aufgenommenen Nahrung, die Resorption der Nahrungsbestandteile sowie die Ausscheidung der Nahrungsreste, die der Körper nicht mehr benötigt. Ebenfalls trägt er zu einem starken und gesunden Immunsystem bei und spielt eine wichtige Rolle in der Regulation unseres Wasserhaushalts.1

48 Vorsorgeuntersuchung (8) – der Darm – Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt
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Für uns Menschen mit Diabetes beginnt die Blutzucker-Magie im Dünndarm, denn in den Zwölffingerdarm (der erste Abschnitt des Darms) münden die Sekrete von Galle und Bauchspeicheldrüse durch die großen Verdauungsdrüsen. Diese beiden Verdauungssekrete enthalten wichtige Enzyme zur chemischen Spaltung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Sprich, wenn wir Nahrung zu uns nehmen, dann wird diese im Magen zerkleinert und angedaut. Im gesamten Dünndarm kommt es dann zur Resorption. Sprich, die Nahrung wird in die einzelnen Bestandteile (K, F, E) aufgeteilt und im Blut aufgenommen.1 Je nachdem, wie viele Kohlenhydrate wir aufgenommen haben, steigt unser Blutzucker entsprechend an. Beziehungsweise je nachdem, welche Nahrung wir zu erst aufgenommen haben, startet unsere Verdauung nach dem Prinzip „first come, first serve“, was den Blutzucker bei der richtigen Reihenfolge langsamer ansteigen lässt. Die optimale Blutzucker-freundliche Ess-Reihenfolge ist: Ballaststoffe, Eiweiß, Kohlenhydrate.2 Alles was der Körper dann nicht verwerten kann, wird später über den Dickdarm ausgeschieden.

Dieser Vorgang findet bei jedem Menschen statt und ist erstmal nichts außergewöhnliches. Doch warum sollten Menschen mit Diabetes besonders auf ihre Darmgesundheit achten? Menschen mit Diabetes leiden tatsächlich häufiger an Magen-Darm-Beschwerden, wie z. B. Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall und neigen eher zu Infektionen oder auch Gallensteinen. Hier spielt auch die Medikation mit entsprechenden Nebenwirkungen eine wichtige Rolle. Verdauungsprobleme können zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, welche langfristig zur Entstehung und Wachstum von Tumoren beiträgt, was heutzutage leider mit die häufigste Todesursache bei Menschen mit Diabetes ist.

Im Falle von Darmkrebs gibt es drei Risikofaktoren:

  1. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel fördert Entzündungen und einen erhöhten Glukoseverbrauch, welcher Krebszellen wachsen lässt.
  2. Eine erhöhte Insulinabgabe fördert ebenfalls das Wachstum von Tumorzellen.
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Zusammenfassend kann man also sagen, dass Menschen mit Übergewicht und einem insulintherapierbaren Typ-2-Diabetes für Darmkrebs am gefährdetsten sind. Aber natürlich spielt auch die Lebensweise eine zentrale Rolle. Ernährt man sich ausschließlich ballaststoffarm mit viel Zucker, Fett, Salz und Alkohol, raucht zu dem on top und bewegt sich wenig — dann steht die Pforte zum maximalen Wachstum für Krebszellen weit geöffnet. Ernährt man sich hingegen ballaststoffreich mit vielen Vitaminen, pflanzlichen Eiweißen, gesunden Fetten und bewegt sich regelmäßig, so lässt man die Quelle versiegen und kann sich an langer Darmgesundheit erfreuen. Und das ist der Schlüssel des Erfolges, der sich nicht nur im Diabetes Management, sondern auch in dieser Vorsorge-Beitragsreihe wie ein roter Faden durch alles ziehen lässt.

Doch was können wir neben einem gesunden Lifestyle noch tun? Na klar, eine Vorsorgeuntersuchung bei der Fachärztin bzw. beim Facharzt. In der Regel finden solche Untersuchungen erst ab dem 50. Lebensjahr statt. Doch gehört man zur Risikogruppe dazu bzw. hat entsprechende Symptome, so kann die Untersuchung auch vor dem genannten Alter gemacht werden. Und das Beste: Die Krankenkasse bezahlt sogar die Vorsorge. Insgesamt gibt es zwei Verfahren: Zum Einen kann ein Stuhltest zur Früherkennung von zu Hause durchgeführt werden, was unkompliziert und schnell ist. Die andere Möglichkeit ist eine Darmspiegelung.3 Ich habe mal gehört, dass sobald man Symptome hat, es bereits zu spät ist. Ob das so stimmt, weiß ich nicht, doch better safe than sorry, oder? Fakt ist, solltest Ihr andauernde Magen-Darm-Beschwerden haben, wäre das Aufsuchen einer Gastrologin bzw. eines Gastrologens ratsam.

Doch der Darm ist nicht das Einzige, was es zu pflegen gilt. Den höchsten Einfluss hat unsere Darmflora. Doch dazu das nächste Mal mehr …

Quellen:
1 https://www.netdoktor.de/anatomie/darm/
2 Buch: Der Glukose-Trick von Jessie Inchauspé (2022)
3 https://www.gk-bonn.de/gkbn/aktuelles-termine/dialog/diabetes-und-darmkrebs.php#:~:text=den%20Darm%20aus%3F-,Prof.,einem%20schwer%20einstellbaren%20Blutzuckerspiegel%20führen

Caros Kolumne

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Caros Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!

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  • diahexe postete ein Update vor 5 Tagen, 8 Stunden

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

  • anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

    Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.

    Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
    individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.

    So können Kinder lernen, wachsen und
    selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
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