„In bedrohlichen Situationen wachsen Menschen oft über sich hinaus“

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„In bedrohlichen Situationen wachsen Menschen oft über sich hinaus“

In Zeiten der Corona-Pandemie verläuft das Leben anders als gewohnt. Viele Menschen sind deshalb verunsichert. Wie kommt man gut durch diesen Ausnahmezustand? Der klinische Psychologe und Angstforscher Prof. Dr. Georg W. Alpers (s. bild oben) von der Universität Mannheim beantwortet Fragen und gibt Tipps, wie man die Situation persönlich am besten bewältigen kann.

Ist es im Moment wichtig, Angst zu haben?
Prof. Dr. Georg W. Alpers:
Natürlich, Angst hat unserer Spezies geholfen, so lange zu überleben. Es kommt aber immer auf die richtige Balance an. Gefahren zu vermeiden, weil sie Angst auslösen, oder mutig voranzugehen, weil wir viele Herausforderungen meistern können – das muss im rechten Verhältnis stehen. Diese delikate Balance kann auch mal auf die eine Seite kippen oder auf die andere. Denn zu wenig Angst kann es offensichtlich auch geben: Warum sonst nehmen manche Mitbürger es offensichtlich nicht ernst, wenn vor Ansteckung bei sozialen Kontakten gewarnt wird?

Wie unterscheidet sich die derzeitige Situation aus Perspektive der Angstforschung von Ereignissen wie beispielsweise 9/11?
Prof. Dr. Georg W. Alpers:
Angst ist das Gefühl, das durch ungewisse, unbekannte Bedrohungen ausgelöst wird. Und jetzt steht unsere ganze Gesellschaft vor einer großen Unbekannten. Die Bedrohung lauert unmittelbar vor unserer Haustür – ohne, dass wir sie konkret sehen können. Das ist vielleicht der größte Unterschied zu anderen Ereignissen aus der Vergangenheit.

Die Einschnitte der Regierung sind oft drastisch und kommen plötzlich: Wie kann man die Situation persönlich am besten bewältigen?
Prof. Dr. Georg W. Alpers:
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Plötzliche Änderungen mögen wir nicht. Lieb gewordene Routinen aufzugeben kann unser Gleichgewicht aus dem Lot bringen. Ein bekanntes Phänomen in der Psychologie ist, dass manchmal sogar positive Veränderungen, wie eine Beförderung, depressiv machen können. Das gilt natürlich umso mehr, wenn es um für uns zentrale Dinge geht – unsere Arbeit zu erledigen, Freunde zu treffen.

Es sind oft die kleinen Dinge, die wir für unser Gleichgewicht tun können: Trotz allem regelmäßig aufstehen und eine gewissen Routine im Alltag pflegen. Wir müssen aber auch neue Routinen und Rituale einführen. Mit meinem Team machen wir jetzt beispielsweise häufig Videokonferenzen. Viele Menschen telefonieren jetzt mehr mit ihren Angehörigen.

Kehrt die Krise wirklich die schlechteste Seite der Menschen hervor, wie manchmal behauptet wird?
Prof. Dr. Georg W. Alpers:
Das will ich nicht hoffen. Das wird jetzt oft behauptet, weil irgendeiner Desinfektionsmittel geklaut hat oder Menschen Dinge horten. Vielmehr beobachte ich, dass Teams bei der Arbeit ideell zusammenrücken, obwohl man sich noch nicht einmal persönlich treffen kann. Für viele Menschen gibt es jetzt nur ein gemeinsames Ziel: bestmöglich durch die Krise zu manövrieren. Man beobachtet immer wieder, dass Menschen in bedrohlichen Situationen über sich hinauswachsen.

Als Psychotherapeut weiß ich aber auch, dass manche Menschen in Krisen ganz niedergedrückt werden – die darf man jetzt nicht übersehen, nur weil sie vielleicht nicht so laut nach Hilfe rufen können. Tragisch ist, dass es jetzt mit den Kontaktverboten viel schwieriger ist, diese Menschen zu erreichen. Wir arbeiten in unserer Praxis derzeit daran, Videosprechstunden für die schwer Betroffenen einzurichten.

Einer Erkältung kann man durch das Steigern der Abwehrkräfte vorbeugen. Gibt es so etwas auch für Angst?
Prof. Dr. Georg W. Alpers:
Schon, aber niemand ist ganz gefeit vor Erkältungen, und so ist auch niemand frei von Angst. Das wäre ein viel zu hoher Anspruch – in Krisenzeiten oder überhaupt im Leben. Wir befinden uns jetzt in einer ganz außergewöhnlichen Situation, das lässt auch niemanden kalt. Aber man weiß einiges über den Umgang mit Angst: Sie lässt oft mit der Zeit nach, wir gewöhnen uns, wenn wir nicht vermeiden. Einfach nur die eigenen Sorgen auszusprechen und zu benennen, kann oft schon helfen.

Es kann auch helfen, sich zu vergegenwärtigen, wovor man genau Angst hat: Hat man Angst vor der Angst oder vor etwas Konkretem? Befürchtet man, sich anzustecken, oder befürchtet man, eine Ansteckung nicht zu überleben? Dazwischen liegt ein großer Unterschied.


Quelle: Universität Mannheim

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  • schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • uho1 antwortete vor 2 Wochen

      @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/