Nachgefragt | Medizin: Diabetes, Pubertät und Alkohol: Worauf ist zu achten?

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Nachgefragt | Medizin: Diabetes, Pubertät und Alkohol: Worauf ist zu achten?

Das “Diabetes-Eltern-Journal” beantwortet Ihnen in jeder Ausgabe medizinische Fragen aus unterschiedlichster Perspektive. Besonder wichtig für Eltern von Kindern mit Diabetes sind daneben Fragen vor psychosozialem Hintergrund. Alle Fragen werden von ausgewiesenen Experten beantwortet.

Die Frage

Unsere Tochter, 15 Jahre, hat seit sieben Jahren Diabetes. Seit drei Jahren, seit sie in der Pubertät ist, schwanken die Blutzuckerwerte und der HbA1c-Wert ist höher als vorher, manchmal sogar über 8,0 Prozent! Anfangs war es viel einfacher, den Diabetes gut zu behandeln. Jetzt geht oft alles durcheinander, das macht uns ratlos.

Frau B.

Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz

Sie sprechen ein sehr wichtiges Problem an, vielen Dank für Ihren Brief!

So wie Ihnen geht es den meisten Eltern von Jugendlichen mit Diabetes. Während der Pubertät fällt es fast allen Jugendlichen schwer, ihren Diabetes gut zu behandeln. Das hat viele Gründe: Jugendliche streben weg vom Elternhaus, sie wollen selbständig und eigenverantwortlich ihren Tag gestalten, sich mit Freunden treffen, reisen, die Welt erobern. Der Diabetes tritt in den Hintergrund, wird vernachlässigt und ignoriert. Zusammen mit ausgeprägten Stimmungsschwankungen der Jugendlichen kommt es dann oft zu heftigen Auseinandersetzungen in der Familie.

Aber auch von Seiten der besorgten Eltern gibt es manchmal Probleme: Nach vielen Jahren intensiver Fürsorge fällt es ihnen verständlicherweise schwer, ihr Kind loszulassen und in die Eigenständigkeit zu entlassen.

Sexualhormone setzen Wirksamkeit des Insulins herab

Darüber hinaus gibt es vor allem körperliche Ursachen für die Behandlungsschwierigkeiten während der Pubertät. So setzen z. B. Sexualhormone die Wirksamkeit des Insulins herab und tragen entscheidend dazu bei, dass die Blutzuckerwerte deutlich schwanken. Das sind einige wichtige Gründe für den Anstieg des HbA1c-Wertes in der Pubertät.

Sie sollten daher jetzt den Kontakt zum Behandlungsteam in der Diabetesambulanz intensivieren mit dem Ziel, den HbA1c-Wert bei Ihrer Tochter wieder zu verbessern, aber vor allem, dass sie schrittweise die Behandlung ihres Diabetes in die eigene Verantwortung übernimmt. Das ist ein längerer Prozess und fordert von allen Beteiligten Vertrauen, Einfühlungsvermögen und Geduld.

Alkohol: Nie alleine!

Man kann Jugendlichen, auch mit Diabetes, nicht verbieten, in Maßen Alkohol zu trinken. Einige wichtige Voraussetzungen müssen allerdings unbedingt beachtet werden: Jugendliche mit Diabetes sollten nie alleine Alkohol zu sich nehmen, sondern ausschließlich zusammen mit Freunden in der Gruppe bzw. in der Familie! Und sie sollten nie so viel Alkohol trinken, dass sie im Rausch die Kontrolle über sich selbst verlieren.

Alkohol hemmt die Glukoseneubildung in der Leber. Daher kann es nach Alkoholgenuss zu schweren Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust kommen, der sich nicht mehr von einem echten Alkoholrausch unterscheiden lässt. Falls es zu einer schweren Unterzuckerung im Zusammenhang mit Alkohol kommt, muss man wissen, dass das Notfallmedikament Glukagon nahezu wirkungslos ist.

Alkohol und Tanzen: Blutzucker kontrollieren!

Insgesamt bedeutet das: Nie auf nüchternen Magen Alkohol trinken, immer vorher eine gute Grundlage schaffen. Und, ganz wichtig, während der Party häufig den Blutzucker kontrollieren, vor allem dann, wenn viel getanzt wird.

Wichtiger Tipp für Sie als Eltern: Verständigen sie sich mit ihrer Tochter darauf, dass Sie bei ihr nach der Party, zu Hause, wenn sie ausschläft, noch einige Male den Blutzucker messen. Die Neigung zu Unterzuckerungen kann bis mehrere Stunden nach der Party anhalten.

Aus Erfahrung wissen wir, dass die meisten Jugendlichen mit Diabetes nach gründlicher Aufklärung bzw. strukturierter Schulung diese Regeln beachten und sehr verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen. Daher kommt es nur noch ganz selten zu gravierenden Problemen im Zusammenhang mit Alkohol. Es gibt gute Schulungsunterlagen zu diesem wichtigen Thema. Die Mitglieder des Diabetesteams geben Ihnen hierüber sicher gerne Auskunft.

Alkoholgenuss – ein paar Regeln

  • Jugendliche mit Diabetes sollten nie alleine Alkohol trinken, nur mit Freunden oder in der Familie.
  • Nie so viel, dass sie im Rausch die Kontrolle über sich verlieren.
  • Es kann zu schweren Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust kommen.
  • Nie auf nüchternen Magen.
  • Auf der Party häufig den Blutzucker kontrollieren.

von von Dr. med. Wolfgang von Schütz

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2014; 7 (1) Seite 20-21

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  • Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 2 Wochen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena