- Soziales und Recht
Apotheken-Reform 2026: Patienten-Verbände fordern, Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe zu sichern
4 Minuten

Die Apotheken-Reform 2026 stellt zentrale Weichen für die Versorgung von Menschen mit Diabetes. Patienten-Verbände der Diabetes-Selbsthilfe betonen, dass Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe gesichert bleiben müssen – in Stadt und Land, analog wie digital.
Apotheken sind für viele Menschen mit Diabetes eine niedrigschwellige und regelmäßig genutzte Anlaufstelle. Sie sichern nicht nur die Versorgung mit Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Medizinprodukten, sondern übernehmen zunehmend beratende Funktionen: zur richtigen Anwendung von Insulin und Glukose-Teststreifen, zum Vermeiden von Wechselwirkungen oder zur Therapietreue.
Gerade für ältere Menschen, für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder in sozial benachteiligten Lebenslagen sind wohnortnahe Apotheken ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung.
Auf einem Blick: Forderungen der Diabetes-Selbsthilfe
- Sicherung der wohnortnahen Versorgung durch Erhalt und gezielte Stärkung von Apotheken, insbesondere im ländlichen Raum
- Stärkung der Patienten-orientierten Beratung durch Anerkennung und Ausbau der Beratungs-Leistungen von Apotheken
- Prävention gezielt ausbauen durch Nutzen der Apotheken als niedrigschwellige Orte für Prävention und Früherkennung
- Digitalisierung ergänzend, nicht ersetzend gestalten durch Erhalt analoger Versorgungs-Strukturen
- Faire und transparente Vergütungs-Strukturen, Reform der Apotheken-Vergütung so, dass Versorgungs-Sicherheit und Qualität erhalten bleiben
- Qualifiziertes Apotheken-Personal sichern durch Nutzen der Apotheken als niedrigschwellige Orte für Prävention und Früherkennung und Sicherstellen fachlich kompetenter Beratung für chronisch kranke Menschen
- Fokus auf Teilhabe und Versorgungs-Gerechtigkeit zum Vermeiden sozialer oder regionaler Ungleichheiten durch die Reform
Apotheken: wichtige Rolle in der Prävention
Die Diabetes-Selbsthilfe erkennt ausdrücklich an, dass Apotheken eine wichtige Rolle in der Prävention spielen können, wie bei der Früherkennung von Diabetes, bei der Beratung zu Lebensstil-Änderungen oder bei der Begleitung von Menschen mit Prädiabetes. Eine Reform, die diese Rolle stärkt, kann einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten schaffen.
Gleichzeitig bedeutet gute Versorgung für Menschen mit Diabetes heute mehr als die Apotheke um die Ecke. Versand-Apotheken, Telemedizin, elektronische Verordnungen und automatisierte Hilfsmittel-Versorgung sind längst Teil der Versorgungs-Realität, gerade für Berufstätige, Menschen im ländlichen Raum oder solche mit eingeschränkter Mobilität.
Die Selbsthilfe fordert daher, die Apotheken-Reform so zu gestalten, dass klassische Apotheken, digitale Angebote und spezialisierte Vertriebswege sinnvoll zusammenspielen. Im Fokus sollten Beratungs-Qualität, Prozess-Sicherheit und Teilhabe stehen, nicht der Erhalt überholter Strukturen.
Die Apotheken-Reform 2026, aktuell als „Referentenentwurf für ein Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG)“ vorgelegt und vom Kabinett beschlossen, ist in der Diskussion um die Zukunft der Gesundheitsversorgung ein zentrales Thema. Für Menschen mit Diabetes berührt sie Grundfragen wohnortnaher Versorgung, Prävention und Versorgungs-Qualität.
Die organisierte Diabetes-Selbsthilfe und Patienten-Vertretung begrüßt grundsätzlich das Ziel, Prävention und pharmazeutische Versorgung stärker zu verknüpfen, sieht aber zugleich erhebliche Risiken, wenn die Reform nicht Patienten-orientiert ausgestaltet wird.
Was sich durch die Reform für Apotheken ändern soll
Das Gesundheitsministerium plant Änderungen, damit Apotheken auch in Zukunft gut arbeiten können und die Versorgung der Patientinnen und Patienten gesichert bleibt. Bisher bekommen Apotheken einen kleinen prozentualen Anteil vom Preis eines Medikaments. Dieser Anteil soll künftig etwas sinken. Dafür soll der feste Betrag erhöht werden, den Apotheken pro abgegebenes Medikament erhalten.
Ziel ist eine verlässlichere und besser planbare Bezahlung für die Apotheken. Außerdem soll dieser feste Betrag in Zukunft nicht mehr allein vom Staat festgelegt werden. Stattdessen sollen Krankenkassen und Apotheker-Vertretungen darüber gemeinsam verhandeln können.

Die Reform beschäftigt sich auch mit besonderen Situationen: Apotheken auf dem Land sollen stärker unterstützt werden, damit sie trotz geringerer Kundenzahlen bestehen bleiben können. Auch der Notdienst, also die Versorgung nachts, an Wochenenden und Feiertagen, soll angepasst und verbessert werden.
Zusätzlich wird darüber gesprochen, wie der Personal-Einsatz in Apotheken geregelt wird, zum Beispiel die Rolle der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTAs). Ziel der Reform ist es, die Arzneimittel-Versorgung für Patientinnen und Patienten langfristig sicherzustellen, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.
Digitalisierung: Chance und Herausforderung zugleich
Die Reform setzt auch auf digitale Prozesse, etwa beim E-Rezept oder bei telepharmazeutischen Angeboten. Aus Sicht der Patienten können digitale Lösungen den Zugang zur Versorgung erleichtern, vorausgesetzt, sie ergänzen die persönliche Beratung und ersetzen sie nicht vollständig. Viele Menschen mit Diabetes schätzen das vertrauensvolle Gespräch in der Apotheke, gerade bei sensiblen Fragen zur Therapie.
Als Patienten-Vertretungen fordern wir daher, dass digitale Angebote freiwillig bleiben und analoge Strukturen erhalten werden. Gleichzeitig braucht es Unterstützungs-Angebote für Menschen, die mit digitalen Anwendungen Schwierigkeiten haben.
Beteiligung der Patienten als Erfolgsfaktor
Aus Sicht der Diabetes-Selbsthilfe wird der Erfolg der Apotheken-Reform 2026 maßgeblich davon abhängen, ob die Perspektive der Betroffenen ernsthaft einbezogen wird. Menschen mit Diabetes sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Ihre Erfahrungen mit Versorgungslücken, Bürokratie und Beratungs-Bedarf sollten systematisch in die Ausgestaltung neuer Leistungen einfließen.
Die Reform bietet die Chance, Prävention und Patienten-Orientierung zu stärken. Sie birgt aber auch das Risiko, bestehende Ungleichheiten zu vertiefen. Eine ausgewogene Umsetzung, die Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe in den Mittelpunkt stellt, ist daher aus Patientensicht unerlässlich.
gemeinsame Positionen der organisierten Selbsthilfe und Patientenvertretung im Diabetes-Anker

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (3) Seite 58-59
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zojou96 postete ein Update vor 2 Stunden, 45 Minuten
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 18 Stunden, 12 Minuten
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße



