Apotheken-Reform 2026: Patienten-Verbände fordern, Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe zu sichern

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Apotheken-Reform 2026: Patienten-Verbände fordern, Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe zu sichern | Foto: Kzenon – stock.adobe.com
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Apotheken-Reform 2026: Patienten-Verbände fordern, Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe zu sichern

Die Apotheken-Reform 2026 stellt zentrale Weichen für die Versorgung von Menschen mit Diabetes. Patienten-Verbände der Diabetes-Selbsthilfe betonen, dass Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe gesichert bleiben müssen – in Stadt und Land, analog wie digital.

Apotheken sind für viele Menschen mit Diabetes eine niedrigschwellige und regelmäßig genutzte Anlaufstelle. Sie sichern nicht nur die Versorgung mit Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Medizinprodukten, sondern übernehmen zunehmend beratende Funktionen: zur richtigen Anwendung von Insulin und Glukose-Teststreifen, zum Vermeiden von Wechselwirkungen oder zur Therapietreue.

Gerade für ältere Menschen, für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder in sozial benachteiligten Lebenslagen sind wohnortnahe Apotheken ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung.

Auf einem Blick: Forderungen der Diabetes-Selbsthilfe

  • Sicherung der wohnortnahen Versorgung durch Erhalt und gezielte Stärkung von Apotheken, insbesondere im ländlichen Raum
  • Stärkung der Patienten-orientierten Beratung durch Anerkennung und Ausbau der Beratungs-Leistungen von Apotheken
  • Prävention gezielt ausbauen durch Nutzen der Apotheken als niedrigschwellige Orte für Prävention und Früherkennung
  • Digitalisierung ergänzend, nicht ersetzend gestalten durch Erhalt analoger Versorgungs-Strukturen
  • Faire und transparente Vergütungs-Strukturen, Reform der Apotheken-Vergütung so, dass Versorgungs-Sicherheit und Qualität erhalten bleiben
  • Qualifiziertes Apotheken-Personal sichern durch Nutzen der Apotheken als niedrigschwellige Orte für Prävention und Früherkennung und Sicherstellen fachlich kompetenter Beratung für chronisch kranke Menschen
  • Fokus auf Teilhabe und Versorgungs-Gerechtigkeit zum Vermeiden sozialer oder regionaler Ungleichheiten durch die Reform

Apotheken: wichtige Rolle in der Prävention

Die Diabetes-Selbsthilfe erkennt ausdrücklich an, dass Apotheken eine wichtige Rolle in der Prävention spielen können, wie bei der Früherkennung von Diabetes, bei der Beratung zu Lebensstil-Änderungen oder bei der Begleitung von Menschen mit Prädiabetes. Eine Reform, die diese Rolle stärkt, kann einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten schaffen.

Gleichzeitig bedeutet gute Versorgung für Menschen mit Diabetes heute mehr als die Apotheke um die Ecke. Versand-Apotheken, Telemedizin, elektronische Verordnungen und automatisierte Hilfsmittel-Versorgung sind längst Teil der Versorgungs-Realität, gerade für Berufstätige, Menschen im ländlichen Raum oder solche mit eingeschränkter Mobilität.

Die Selbsthilfe fordert daher, die Apotheken-Reform so zu gestalten, dass klassische Apotheken, digitale Angebote und spezialisierte Vertriebswege sinnvoll zusammenspielen. Im Fokus sollten Beratungs-Qualität, Prozess-Sicherheit und Teilhabe stehen, nicht der Erhalt überholter Strukturen.

Die Apotheken-Reform 2026, aktuell als „Referentenentwurf für ein Apotheken­versorgungs-Weiter­entwicklungs­gesetz (ApoVWG)“ vorgelegt und vom Kabinett beschlossen, ist in der Diskussion um die Zukunft der Gesundheitsversorgung ein zentrales Thema. Für Menschen mit Diabetes berührt sie Grundfragen wohnortnaher Versorgung, Prävention und Versorgungs-Qualität.

Die organisierte Diabetes-Selbsthilfe und Patienten-Vertretung begrüßt grundsätzlich das Ziel, Prävention und pharmazeutische Versorgung stärker zu verknüpfen, sieht aber zugleich erhebliche Risiken, wenn die Reform nicht Patienten-orientiert ausgestaltet wird.

Was sich durch die Reform für Apotheken ändern soll

Das Gesundheitsministerium plant Änderungen, damit Apotheken auch in Zukunft gut arbeiten können und die Versorgung der Patientinnen und Patienten gesichert bleibt. Bisher bekommen Apotheken einen kleinen prozentualen Anteil vom Preis eines Medikaments. Dieser Anteil soll künftig etwas sinken. Dafür soll der feste Betrag erhöht werden, den Apotheken pro abgegebenes Medikament erhalten.

Ziel ist eine verlässlichere und besser planbare Bezahlung für die Apotheken. Außerdem soll dieser feste Betrag in Zukunft nicht mehr allein vom Staat festgelegt werden. Stattdessen sollen Krankenkassen und Apotheker-Vertretungen darüber gemeinsam verhandeln können.

Apotheken-Reform 2026: Patienten-Verbände fordern, Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe zu sichern | Foto: DNI (generiert mit KI)
Die Patienten-Verbände der Diabetes-Selbsthilfe fordern, dass Beratungs-Qualität, Prozess-Sicherheit und Teilhabe im Fokus der Apotheken-Reform stehen | Foto: DNI (generiert mit KI)

Die Reform beschäftigt sich auch mit besonderen Situationen: Apotheken auf dem Land sollen stärker unterstützt werden, damit sie trotz geringerer Kundenzahlen bestehen bleiben können. Auch der Notdienst, also die Versorgung nachts, an Wochenenden und Feiertagen, soll angepasst und verbessert werden.

Zusätzlich wird darüber gesprochen, wie der Personal-Einsatz in Apotheken geregelt wird, zum Beispiel die Rolle der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTAs). Ziel der Reform ist es, die Arzneimittel-Versorgung für Patientinnen und Patienten langfristig sicherzustellen, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

Digitalisierung: Chance und Herausforderung zugleich

Die Reform setzt auch auf digitale Prozesse, etwa beim E-Rezept oder bei telepharmazeutischen Angeboten. Aus Sicht der Patienten können digitale Lösungen den Zugang zur Versorgung erleichtern, vorausgesetzt, sie ergänzen die persönliche Beratung und ersetzen sie nicht vollständig. Viele Menschen mit Diabetes schätzen das vertrauensvolle Gespräch in der Apotheke, gerade bei sensiblen Fragen zur Therapie.

Als Patienten-Vertretungen fordern wir daher, dass digitale Angebote freiwillig bleiben und analoge Strukturen erhalten werden. Gleichzeitig braucht es Unterstützungs-Angebote für Menschen, die mit digitalen Anwendungen Schwierigkeiten haben.

Beteiligung der Patienten als Erfolgsfaktor

Aus Sicht der Diabetes-Selbsthilfe wird der Erfolg der Apotheken-Reform 2026 maßgeblich davon abhängen, ob die Perspektive der Betroffenen ernsthaft einbezogen wird. Menschen mit Diabetes sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Ihre Erfahrungen mit Versorgungslücken, Bürokratie und Beratungs-Bedarf sollten systematisch in die Ausgestaltung neuer Leistungen einfließen.

Die Reform bietet die Chance, Prävention und Patienten-Orientierung zu stärken. Sie birgt aber auch das Risiko, bestehende Ungleichheiten zu vertiefen. Eine ausgewogene Umsetzung, die Qualität, Erreichbarkeit und Teilhabe in den Mittelpunkt stellt, ist daher aus Patientensicht unerlässlich.


gemeinsame Positionen der organisierten Selbsthilfe und Patientenvertretung im Diabetes-Anker

Logos Verbaende Diabetes Anker jpg

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (3) Seite 58-59

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße