- Soziales und Recht
Apotheken-Reform: Testfall für die Versorgung
3 Minuten
Geht es nach der Bundesregierung, sollen Apotheken für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung noch mehr genutzt werden, zum Beispiel in der Vorsorge. Die so Gewertschätzten weisen darauf hin, dass dafür erst einmal die vorhandenen Strukturen zur Versorgung gut finanziert werden müssen. Doch wie steht es um eine Reform?
Im Idealfall sollten Menschen ob mit oder ohne Diabetes häufiger in die Apotheke als ins Krankenhaus gehen. Und doch erhält die geplante Klinik-Reform mehr Aufmerksamkeit als die ebenfalls geplante Apotheken-Reform. Das gilt für die Medien, aber auch für Diabetes-Organisationen, wie zum Beispiel ein Blick in das Programm der Herbsttagung 2025 der Deutschen Diabetes Gesellschaft verdeutlicht.
Natürlich hat dieses Ungleichgewicht Gründe. Das Krankenhaus steht für schwere, vielleicht sogar lebensbedrohliche Erkrankungen und ist so naturgemäß mit mehr Emotionen verbunden als die Apotheke, die irgendwie fast zum Alltag gehört.
Viele Problemfelder und Reformbedarf
Anders sieht es mit der Aufmerksamkeit aus, wenn die sicher geglaubte Arzneimittel-Versorgung gestört wird. Das Thema Liefer-Engpässe beschäftigte in letzter Zeit nicht nur Eltern, die keinen Fiebersaft für Kinder mehr erhielten. Auch Menschen mit Diabetes waren betroffen, wenn auch aus freilich unterschiedlichen Gründen. In der Diabetologie waren besonders die GLP-1-Rezeptor-Agonisten rar, weil die Nachfrage nach den auch in der „Abnehmspritze“ enthaltenen Wirkstoffen hoch war.
Auch wenn die letzte Apotheke im Dorf oder Stadtteil schließt, schafft es das Thema zumindest in die lokale Presse. Glaubt man den Apotheker-Verbänden, droht dieses Szenario in Zukunft häufiger, wenn die geplante Reform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Probleme nicht löst. Mit einem Aktionstag unter dem Motto „Versorgungsblackout“ machten sie am 17. Dezember darauf aufmerksam. An diesem Tag war geplant, den Entwurf für das „Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz“ (ApoVWG) im Bundeskabinett zu behandeln.
Ob die Apotheken-Reform damit wirklich den nächsten Schritt im parlamentarischen Verfahren macht, war auch wenige Tage vor dem Termin noch nicht sicher. Am 10. Dezember wurde zum Beispiel vermeldet, dass Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) Bedenken angemeldet hat. Ein solcher „Leitungsvorbehalt“, damals von FDP-Ministerin Bettina Stark-Watzinger, hatte auch die von Warkens Amtsvorgänger Karl Lauterbach (SPD) geplante Apotheken-Reform ausgebremst – so sehr, dass sie bis zum Bruch der Ampelkoalition gar nicht mehr ins Kabinett kam.
Dünner werdendes Apotheken-Netz
- 16.732 öffentliche Apotheken gab es Ende Oktober 2025 in Deutschland.
- Der Bestand sank gegenüber Ende 2024 um 309 Apotheken.
- In den letzten zehn Jahren ging die Zahl der Apotheken um etwa 20 Prozent zurück.
Honorar-Erhöhung verschoben
Im Koalitionsvertrag der aktuellen schwarz-roten Bundesregierung hatte ein Satz für Hoffnung bei den Apothekern gesorgt. „Wir erhöhen das Apothekenpackungsfixum einmalig auf 9,50 Euro. In Abhängigkeit vom Versorgungsgrad kann es insbesondere für ländliche Apotheken in einem Korridor bis zu 11 Euro betragen“. Dieses Festhonorar bei jeder Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikaments lag bisher bei 8,35 Euro und wurde seit 13 Jahren nicht erhöht.
Auf dem Apothekertag im September in Düsseldorf hatte Warken aber schon gestanden, dass wegen der Kostenprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung in diesem Jahr nicht mit der versprochenen Honorar-Erhöhung zu rechnen sei. In einer bundesweiten Umfrage unter 500 Apotheken-Inhabern rangierten die 9,50 Euro unter den im Koalitionsvertrag im Apotheken-Kapitel aufgeführten Maßnahmen bei der Dringlichkeit auf dem ersten Rang. Auch die nächsten beiden Plätze belegten wirtschaftliche Themen.
Die Weiterentwicklung des Apotheken-Berufs zum Heilberuf und ganz konkret das Etablieren von Vorsorge-Leistungen in Vor-Ort-Apotheken belegten mit den Rängen 10 und 11 die beiden letzten Plätze bei den befragten Pharmazeuten. Das geplante Gesetz wird von den Apotheken daher abgelehnt: „Die Apothekenreform widerspricht dem Koalitionsvertrag und verschlechtert die Patientenversorgung“, so deren Verband ABDA.
Mehr Dienstleistungen im Angebot
Diese Kritik könnten auch die in der Reform vorgesehenen „punktuellen Verbesserungen für Versicherte“ nicht ausgleichen, so die Standesvertretung. Ein Beispiel sind die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Sie wurden im Jahr 2022 mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) für gesetzlich Versicherte eingeführt. Sie können von Apotheken unter bestimmten Bedingungen für die Patientinnen und Patienten kostenfrei erbracht werden.
Im Entwurf des ApoVWG ist vorgesehen, die bisher fünf pharmazeutischen Dienstleistungen auszubauen. Unter anderem ist konkret die Beratung mit Messungen zu Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes genannt. Die Durchführung von pDL und deren Ergebnisse sollen zukünftig in der elektronischen Patientenakte (ePA) vermerkt oder auch direkt der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.
Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL): Trend oder Nische?
- Laut Auswertung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) erbrachten 8595 Apotheken im zweiten Quartal 2025 pharmazeutische Dienstleistungen (pDL). Das sind mehr als die Hälfte aller Apotheken in Deutschland.
- 65 062 Patienten, die fünf oder mehr systemisch wirkende Arzneimittel einnehmen, erhielten die pDL „erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“. Das war ein Plus von 70 Prozent zum Vorjahres-Quartal.
Auch die Impf-Möglichkeiten in den Apotheken sollen erweitert werden. Bisher können Apotheken schon Grippe- und COVID-19-Impfungen anbieten. Künftig soll dies für alle Impfungen mit „Totimpfstoffen“ möglich sein, also zum Beispiel auch gegen Hepatitis, Pneumokokken oder Tetanus.
Ebenfalls im Entwurf des ApoVWG steht, dass in Apotheken unter bestimmten Umständen künftig verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden können. Etwa bei chronisch kranken Patientinnen und Patienten bei dringendem Bedarf und bekannter Langzeit-Medikation.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kommentierte diese Vorhaben kritisch. Mitnichten würden mit dem Gesetz Apotheken gestärkt und die ambulante Versorgung entlastet. Die geplanten Testungen würden den Aufwand für Beratungen in Praxen eher steigen lassen, die Arzneimittel-Abgabe durch Apotheken ohne Rezept setze Fehlanreize und Impfen sei originär ärztliche Aufgabe.
von Marcus Sefrin
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 50-51
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ckmmueller postete ein Update vor 3 Tagen, 8 Stunden
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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anseaticids postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
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stephanie-bagehorn postete ein Update vor 2 Wochen
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