- Aus der Community
Arbeitssuche mit Diabetes
4 Minuten
Einen Job zu finden, ist nicht immer einfach und ich habe das Gefühl, mit Diabetes erst recht nicht.
Letztes Jahr habe ich mich auf so viele Stellen beworben, hatte einige Bewerbungsgespräche und auch öfter mal ein Probearbeiten.
Dennoch habe ich keine einzige Ausbildungsstelle bekommen.
Meine Bewerbungen sind laut Arbeitsamt gut, mein Aussehen gepflegt und mein Benehmen, meinen Charakter finde ich angemessen und in Ordnung (Oh Gott, klingt das egoistisch, aber das sind nicht nur meine Worte :D!). Woran könnte es also liegen?

Die Bewerbung
Ein Unternehmen googelt die Menschen, die es einstellen möchte, vorerst. Wenn man eine Absage bekommt, kann es also daran liegen, dass man sich obszön im World Wide Web gibt, dass man Fotos vom Partymachen gepostet hat oder eventuell einen Blog schreibt. Vielleicht bin ich einfach zu öffentlich? Vielleicht liegt es daran, dass mein Blog ein Diabetesblog ist? Und viele immer noch nicht genau wissen, was Diabetes (Typ 1) genau ist. Ich bin schon vielen Menschen begegnet und vor allem Klassenkameraden und Kollegen gehen oft sehr anders mit einem um, nur weil man Diabetes hat. Da wird man gehänselt, weil die Menschen nicht wissen, wie man damit umgehen soll. Schlichtweg gesagt, sie haben ein wenig Angst, was das Ganze bedeutet. Vor allem Mitschüler bewältigen diese Angst, indem sie den Menschen mit der Krankheit, in dem Fall mich, niedermachen. Oder man wird vom Kuchen- und Kekseessen ausgeschlossen, weil die Kollegen ja wissen, „man hat Zucker“.
Es muss nicht jede Bewerbung auf diesen Gründen basierend abgesagt werden. Manchmal haben sie auch einfach keinen Platz mehr, bilden das Jahr nicht aus oder man ist einfach zu spät.

Das Bewerbungsgespräch
Wenn die Bewerbung angenommen wurde, folgt meist ein Bewerbungsgespräch. Ich habe immer den Vorsatz: Solange keiner fragt, ob ich einen (Schwer-)Behindertenausweis besitze oder ob ich Diabetes habe (könnten die Unternehmen ja durch Google wissen), sage ich davon auch nichts. Wenn gefragt wird, versuche ich, die Vorteile eines Behindertenausweises zu untermalen.
Wusstet Ihr zum Beispiel, dass ein Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern 5% Behinderte beschäftigen muss? Ansonsten muss das Unternehmen „Strafe“ zahlen.
Meiner Meinung nach sind wir Diabetiker mit Behindertenausweis perfekt dafür geeignet. Gut eingestellt (in der Diabetes-Therapie), sind wir ja genauso arbeitsfähig wie jeder andere auch. Somit eigentlich gar keine Belastung für ein Unternehmen. Und dennoch zahlen die meisten Unternehmen lieber diese Strafe…
Wird im Bewerbungsgespräch zum Beispiel meine Insulinpumpe gesehen und gefragt, was das ist, bin ich lieber ganz ehrlich und erzähle dann, dass das kein Pieper von der Feuerwehr oder kein MP3-Player, sondern eine Insulinpumpe ist. Was bringt es mir zu lügen?
Auch hier kann man dennoch Absagen wegen anderer Gründe bekommen. Zum Beispiel war vielleicht die Kleidung nicht gut gewählt, das Aussehen nicht gepflegt oder die Artikulation nicht die richtige. Manchmal hängt es auch einfach nur von der Sympathie des Gegenübers ab.

Das Probearbeiten
Wenn alles stimmt, wird man eventuell noch zu einem Probearbeiten eingeladen. Ich persönlich bin dabei immer sehr aufgeregt. Ich erkläre am Anfang des Arbeitens, dass ich Diabetes habe, dass ich zwischendurch mal messen muss (oder im Falle eines CGM/FGM aufs Handy gucken muss).
Bei mir läuft es dann fast immer gleich ab. Ich messe zwischendurch schnell, gegebenenfalls spritze oder esse ich kurz etwas, verknüpfe das Ganze mit einer kurzen Trinkpause und arbeite dann weiter. Es dauert viel weniger als eine Zigarettenpause und dennoch hatte ich immer wieder das Gefühl, die anderen Mitarbeiter stört das. Meine Pumpe ist verdeckt, mein CGM ist verdeckt, mein Diabetes-Tattoo ist verdeckt. Andere laufen „schlimmer“ rum und dennoch habe ich schon von vielen Diabetikern gehört, dass sie das Gefühl haben, dass sie den Job, den Ausbildungsplatz etc. wegen des Diabetes nicht bekommen haben.
Ich glaube, schuld sind unter anderem die Vorurteile, die viele haben. Diabetes sei nur eine Krankheit. Ist mit Tabletten, Sport und Zimt heilbar. Es ist ja nur Diabetes. Oder eben „ganz, ganz schlimmer Zucker“.
Dass Diabetes nicht nur Diabetes ist, wissen wir alle. Ob Typ 1 oder 2. Dass man da aber supergut mit leben kann, wenn man die Krankheit akzeptiert und gut eingestellt ist, wissen die wenigsten Nicht-Diabetiker.
Natürlich kann es noch 1000 andere Gründe geben, warum man als Arbeitssuchender nicht genommen wird! Aber sollte es am Diabetes liegen, egal welchen Typ man hat, sollten wir dringend für Aufklärung sorgen. Denn wir sind genauso gut, ab und zu sogar besser als „normale“ Menschen.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 2 Tagen, 18 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 2 Tagen, 17 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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