Aus dem Blickwinkel der anderen

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Aus dem Blickwinkel der anderen

Haben Sie sich eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, aus welchem Blickwinkel andere Menschen Ihren Diabetes betrachten? Vielleicht nicht – und das wäre auch normal: Denn schließlich ist der Diabetes da, und Sie haben ihn sich nicht ausgesucht.

Dennoch betrifft der Diabetes oftmals nicht nur den, der ihn hat, sondern in vielen Fällen auch den Partner, die Kinder, die Freunde oder die Arbeitskollegen: Denn alle, die von Ihrem Diabetes wissen, machen sich auch hierzu Gedanken. In der Familie wird Ihnen vermutlich dadurch viel Unterstützung zuteil. Vielleicht wird Ihnen aber auch zu viel Unterstützung zuteil, so dass Ihnen das Maß auch einmal zu viel wird.

Schön ist es, wenn Freunde danach fragen, wie es mit dem Diabetes so läuft – vielleicht haben Sie aber auch gar keine Lust, ständig gefragt zu werden, ob der Zucker im Lot ist? Manche Arbeitskollegen schauen vielleicht mitleidig herüber: “Oh, der arme Kollege mit seinem Zucker!” Oder Sie nutzen das schamlos aus, wenn es darum geht, sich auf der Karriereleiter nach oben zu kämpfen. Viele Kollegen sind jedoch auch wunderbare Unterstützer und gehen ganz differenziert mit dem Diabetes ihrer Arbeitskollegen um.

Aus welchem Blickwinkel unsere Mitmenschen den Diabetes betrachten, hängt zum Teil davon ab, was sie über den Diabetes wissen. Und das ist in vielen Fällen furchtbar wenig. Allerdings scheint es mit dem Diabeteswissen in der Öffentlichkeit voranzugehen, denn Diabetes ist zum Gesellschaftsthema geworden und man spricht mittlerweile darüber. Und Betroffene bekennen sich anders als früher freimütig zur Stoffwechselerkrankung.

Dennoch liegt es auch an Ihnen, den Blickwinkel, mit dem Ihre Mitmenschen auf Ihren Diabetes schauen, zu beeinflussen:

In der Familie gilt es, das rechte Maß der Unterstützung und des Einmischens zu definieren. Im Freundeskreis wird man sich die Freunde aussuchen, die es wert sind, mehr über Ihren Diabetes zu erfahren. Am Arbeitsplatz schließlich hängt es sehr davon ab, wie gut Sie in Ihrem Kollegenteam dastehen, wer Ihre Freunde sind und wer die Ellenbogen ausfährt. Hier sollte man wirklich differenziert mit dem Diabetes umgehen und die Informationen sorgfältig streuen.

Letzen Endes steht eines fest: Als Mensch mit Diabetes sind Sie nicht weniger wert als ein Mensch ohne Diabetes. Und wenn ein Diabetes von Anfang an gut eingestellt ist, werden Sie genauso lange ein guter Ehepartner, ein toller Freund oder ein effektiver Mitarbeiter sein, wie Sie es auch wären, wenn Sie keinen Diabetes hätten. Achten Sie also selbst darauf, dass Sie sich so positionieren, dass der Blickwinkel auf Ihren Diabetes in Ihrem Umfeld stimmt.


von Prof. Dr. med. Thomas Haak

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.:(06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (5) Seite 25

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  • florahdo postete ein Update vor 4 Tagen, 5 Stunden

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 6 Tagen, 16 Stunden

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 6 Tagen, 18 Stunden

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.