Der Landwirtschaftsminister beschönigt Ernährungssituation in Deutschland

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© Gina Sanders - Fotolia
Der Landwirtschaftsminister beschönigt Ernährungssituation in Deutschland

Mit einer Telefonumfrage bei eintausend Befragten versucht das Landwirtschaftsministerium, die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland zu beschreiben. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis: Die meisten schaffen es, sich im Alltag gesund und ausgewogen zu ernähren. „Diese Darstellung des Ministeriums widerspricht fundamental der Ernährungsrealität in Deutschland“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Der viel zu hohe Verbrauch von Zucker, Fett und Salz sowie die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Frauen und Zweidrittel der Männer übergewichtig sind, werden dabei übersehen. „Offensichtlich versucht das Ministerium mit dieser geschönten Darstellung dem dringenden politischen Handlungsbedarf auszuweichen“, ergänzt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG. Außerdem werden mit suggestiven Fragestellungen erwünschte Ergebnisse bei der Befragung produziert, so die Fachgesellschaft.

Einseitige Hervorhebung von Verteuerung

So wird bei der Frage nach einer Besteuerung ungesunder Lebensmittel einseitig die Verteuerung hervorgehoben („sodass diese für den Verbraucher deutlich teurer werden“), aber nicht darauf hingewiesen, dass gleichzeitig eine Verbilligung gesunder Lebensmittel erfolgen sollte. Bei Nennung beider Aspekte – Verteuerung einerseits, Verbilligung anderseits – hätte sich vermutlich eine wesentlich höhere Zustimmung ergeben. Dass insgesamt dennoch 43 Prozent der Befragten einer Zucker-/Fettsteuer zustimmen, ist erstaunlich und als sehr positives Ergebnis zu werten.

Auch wurde die in der aktuellen Diskussion häufig geforderte Einschränkung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung gar nicht abgefragt. Dies ist umso erstaunlicher, als aus verschiedenen Untersuchungen bekannt ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich dafür ausspricht.

Ablehnung von Zucker-/Fettsteuer, Werbeeinschränkung und Lebensmittelkennzeichnung

Die Hauptforderung des Landwirtschaftsministers ist die Einführung eines Schulfaches Ernährung – eine Forderung, die nicht in der Kompetenz des Landwirtschaftsministers, sondern der Länder liegt, die sie mehrheitlich ablehnen. Andere Forderungen, die dagegen sehr wohl in den Kompetenzbereich der Bundesregierung fallen, darunter die Einführung einer klaren Lebensmittelkennzeichnung nach dem Ampelprinzip, eine Werbeeinschränkung für Kinderlebensmittel oder die Einführung einer Zucker-/Fettsteuer, werden dagegen vom Landwirtschaftsminister abgelehnt.

„Insgesamt ist die Umfrage ein Dokument der Beschönigung und der politisch gewollten Untätigkeit“

„Insgesamt ist die Umfrage ein Dokument der Beschönigung und der politisch gewollten Untätigkeit“, bilanziert Dietrich Garlichs. Minister Schmidt kopple sich von der internationalen Diskussion ab wie sie etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO, der OECD, der World Obesity Federation und in renommierten Fachmedien geführt werde. Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern sowie Erwachsenen werden inzwischen als das größte Gesundheitsrisiko weltweit eingestuft. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch die OECD sprechen in diesem Zusammenhang von einer globalen „Adipositas-Krise“.

Für die Umfrage hatte Forsa im Zeitraum vom 13. bis 28. Oktober 2015 insgesamt 1000 Bundesbürger ab 14 Jahre mit computergestützten Telefoninterviews befragt. Ausgewählte Ergebnisse des Ernährungsreports waren am 5. Januar 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt worden.


Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße