Deutsche wissen wenig über Volkskrankheit Diabetes

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Deutsche wissen wenig über Volkskrankheit Diabetes

Erschreckendes Nicht-Wissen zum Thema Diabetes: Eine repräsentative Befragung brachte zutage, dass es in der deutschen Bevölkerung enorme Wissenslücken bezüglich der hierzulande am weitesten verbreiteten Volkskrankheit gibt.

Knapp drei Viertel der Bevölkerung (74 Prozent) können den Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 nicht korrekt benennen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer repräsentativen forsa-Umfrage von über 1.000 Teilnehmern ab 14 Jahren im Auftrag der Krankenkasse Knappschaft anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November. Auch hinsichtlich der Ursachen, Symptome und Folgen der Volkskrankheit offenbaren die Deutschen zum Teil große Wissenslücken. Dabei zählt Diabetes mit knapp 7,6 Millionen Erkrankten, einschließlich einer Dunkelziffer von etwa zwei Millionen, in Deutschland zu den größten Volkskrankheiten.

Vergleicht man die aktuellen Daten mit einer forsa-Umfrage im Auftrag des Wirtschaftsjahres Gesundheitsforschung aus dem Jahr 2011, hat sich das Wissen über Diabetes in der Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren in vielen Bereichen verschlechtert. Dabei gewinnt die Krankheit hierzulande zunehmend an Relevanz.

„Die Anzahl der Patienten mit Diabetes in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren um etwa 1,3 Millionen zugenommen. Obgleich der Typ-2-Diabetes im Vordergrund steht, stieg auch die Anzahl der Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes bei unter 14-Jährigen deutlich an. In den kommenden Jahren ist eine weitere Zunahme zu erwarten. Die Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Diabetesfällen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen und wird auf etwa zwei Prozent der Bevölkerung zwischen 20 und 79 Jahren geschätzt“, so Üniversite Doç. (Univ.Kurul) Dr. med. Irfan Vardarli, Leiter der Abteilung für Diabetologie und Endokrinologie am Klinikum Vest.

Wie präsent das Thema für viele Menschen ist, spiegelt sich auch in den aktuellen Umfrageergebnissen wider: Rund ein Drittel der Befragten (35 Prozent) gibt an, selbst von Diabetes betroffen zu sein beziehungsweise jemanden aus dem näheren Familien- oder Bekanntenkreis zu kennen, der vom Diabetes Typ 1 oder 2 betroffen ist.

Unterschiede zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind den meisten unbekannt

Insgesamt fühlt sich knapp die Hälfte aller Befragten (49 Prozent) eher schlecht beziehungsweise sehr schlecht zum Thema Diabetes informiert. Insbesondere die jüngeren Befragten unter 45 Jahren fühlen sich nicht so gut informiert. Vor allem mit der Benennung der Unterschiede zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 haben die meisten Deutschen Schwierigkeiten. So können beinahe drei Viertel der Befragten (74 Prozent) den Unterschied nicht korrekt benennen. In der Altersklasse zwischen 14 und 44 Jahren kann nur knapp jeder Fünfte den Unterschied richtig angeben.

Die Zahlen und Fakten der Umfrage auf einen Blick

Mehr als jeder Dritte ist direkt oder indirekt von Diabetes betroffen

35 Prozent der Befragten geben an, selbst von Diabetes betroffen zu sein bzw. jemanden im Verwandten-­ oder Bekanntenkreis zu kennen, der an Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 erkrankt ist. Frauen sind hierbei stärker betroffen als Männer (37 zu 33 Prozent). Zudem sind die 14-­ bis 29-­Jährigen (37 Prozent) sowie die über 60-Jährigen (38 Prozent) überdurchschnittlich stark betroffen.



Knapp die Hälfte der Deutschen fühlt sich schlecht informiert

49 Prozent der Probanden fühlen sich eher schlecht (33 Prozent) bzw. sehr schlecht (16 Prozent) über die Krankheit informiert. Die Altersgruppe ab 45 Jahren fühlt sich besser informiert als die 14- bis 44-Jährigen. Personen, die direkt oder indirekt betroffen sind, fühlen sich deutlich besser informiert als diejenigen, welche nicht betroffen sind (67 zu 38 Prozent). Insgesamt fühlen sich 51 Prozent der Frauen eher gut oder sehr gut informiert, bei den Männern trifft dies auf 45 Prozent zu.



Drei Viertel kennen richtigen Unterschied zwischen Diabetes-Typen nicht

74 Prozent der Befragten können den richtigen Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 nicht benennen. Während 33 Prozent der Frauen den Unterschied richtig benennen können, tun dies bei Männern 19 Prozent. Befragte ab 45 Jahren können den Unterschied häufiger benennen als jüngere Probanden. Ein Merkmal von Diabetes können 15 Prozent nennen, jedoch ohne dies bewusst einem Typen zuordnen zu können.



Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung sind bekannteste Ursachen

64 Prozent der Befragten können Ursachen und Risikofaktoren von Diabetes Typ 2 benennen. Im Rahmen einer forsa-­Studie im Auftrag des Wirtschaftsjahres Gesundheitsforschung im Jahr 2011 konnten dies 67 Prozent der Studienteilnehmer. 38 Prozent der Probanden geben Übergewicht als Ursache und Risikofaktor für Diabetes Typ 2 an. Ebenso sind mangelnde Bewegung (29 Prozent) sowie die Ernährung (27 Prozent) bekannte Risikofaktoren für das Auftreten der Krankheit. Zu den weniger bekannten Risikofaktoren zählen Alkohol-­ und Zigarettenkonsum (je vier Prozent) sowie Stress (ein Prozent). 69 Prozent der Frauen können mindestens eine Ursache nennen, bei den Männern sind es 59 Prozent. Die 30-­ bis 49-­Jährigen können überdurchschnittlich häufig Ursachen und Risikofaktoren benennen.



Nahezu die Hälfte der Deutschen kennt weder Symptome noch Anzeichen

48 Prozent der Befragten können keine Symptome oder Anzeichen von Diabetes Typ 2 nennen. 2011 lag dieser Wert bei 42 Prozent. 60 Prozent der Frauen konnten mindestens ein Symptom oder Anzeichen korrekt benennen, bei den Männern sind es 46 Prozent. Die am häufigsten genannten Symptome sind vermehrter Durst (30 Prozent), Schwindel (12) sowie Müdigkeit (11) und Kraftlosigkeit (7). Nicht so bekannt sind unter anderem Anzeichen wie Muskelkrämpfe, Heißhunger und schlechte Wundheilung (je ein Prozent). Befragte über 45 Jahren können häufiger Symptome und Anzeichen für Diabetes Typ 2 nennen als jüngere Befragte.



Meistgenannte Folge sind Augenerkrankungen

Die mit Abstand bekannteste Folge von Diabetes sind Augenerkrankungen (23 Prozent). Weitere bekannte Folgeerkrankungen umfassen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Diabetische Fußsyndrom (je 14 Prozent) sowie Nierenerkrankungen und Herzinfarkt (je 10 Prozent). Weniger bekannte Folgeerkrankungen sind Gelenk- und Lebererkrankungen sowie Bluthochdruck (je ein Prozent). Im Vergleich zu 2011 können 2016 sieben Prozent weniger (68 zu 61 Prozent) eine Folgeerkrankung korrekt benennen. 67 Prozent der Frauen ist mindestens eine Folgeerkrankung bekannt, bei den Männern gilt dies für 54 Prozent.



Mehr als zwei Drittel wünschen sich Info- und Teilnahmeangebote von Krankenkassen

72 Prozent der Befragten fänden es gut bzw. sehr gut, wenn sie von ihrer Krankenkasse umfangreiche Informations- und Teilnahmeangebote erhalten würden. Befragte, die direkt oder indirekt von Diabetes betroffen sind, befürworten Informations- und Teilnahmeangebote zu 78 Prozent, während Personen, die nicht betroffen sind, dies zu 68 Prozent tun. Zudem befürworten Frauen solche Angebote stärker als Männer (77 zu 68 Prozent). Das Interesse an den Angeboten ist in allen befragten Altersklassen nahezu gleich hoch.

Während bei Typ-1-Diabetes ein absoluter Insulinmangel vorliegt, ist der Typ-2-Diabetes mellitus insbesondere durch einen relativen Insulinmangel gekennzeichnet. Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der unter anderem Virusinfektionen die insulinproduzierenden Betazellen zerstören. Somit müssen Patienten mit Typ-1-Diabetes von Anfang an mit Insulin behandelt werden. Der Typ-2-Diabetes kann über viele Jahre zunächst ohne Insulin, vorwiegend mit Tabletten behandelt werden; später kann eine zusätzliche Insulintherapie erforderlich sein.

„Patienten mit Typ-1-Diabetes sind jünger, wobei nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen etwa die Hälfte dieser Patienten über 30 Jahre alt ist. Typ-2-Diatebetes tritt typischerweise im Erwachsenenalter auf und betrifft überwiegend adipöse Personen mit einer genetischen Veranlagung. Wenn beispielsweise die Eltern beide einen Typ-2-Diabetes haben, beträgt das Typ-2-Diabetes-­Risiko für die Kinder bereits 70 bis 80 Prozent. Bei Typ-1-Diabetes ist die genetische Veranlagung nicht so ausgeprägt“, erklärt Dr. Vardarli.

Nur knapp die Hälfte der Deutschen erkennt die Diabetes-Symptome

Fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) kennen zumindest eine Ursache von Diabetes Typ 2. Im Jahr 2011 lag dieser Wert noch bei 67 Prozent. Zu den am häufigsten genannten Ursachen zählen Übergewicht (38 Prozent), Bewegungsmangel (29 Prozent) sowie unbewusste Ernährung (27 Prozent). Mit 52 Prozent kann knapp über die Hälfte der Probanden mindestens ein Symptom richtig benennen. Im Vergleich dazu konnten dies vor fünf Jahren noch 58 Prozent.

Das mit Abstand bekannteste Symptom ist vermehrter Durst (30 Prozent). Daneben zählen Schwindel (12 Prozent) und Müdigkeit (11 Prozent) zu den am häufigsten genannten Anzeichen. 61 Prozent können potentielle Folgeerkrankungen von Diabetes Typ 2 benennen. Dies ist im Vergleich zu 2011 ein Rückgang von sieben Prozent. Die meistgeannten Folgeerkrankungen sind Augenkrankheiten (23 Prozent), gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Diabetischen Fußsyndrom (je 14 Prozent) sowie Nierenerkrankungen und Herzinfarkt (je zehn Prozent).

Frauen kennen sich besser aus beim Thema Diabetes als Männer

Auffällig ist, dass Frauen sowohl über Ursachen, Risikofaktoren, Symptome und Anzeichen als auch Folgeerkrankungen von Diabetes Typ 2 durchweg besser Bescheid wissen als Männer. So können 60 Prozent der Frauen mindestens ein Anzeichen für Diabetes richtig benennen, bei den Männern sind es lediglich 46 Prozent. Nahezu der Hälfte der Männer (46 Prozent) sind keine Folgeerkrankungen bekannt, bei den Frauen trifft dies auf ein Drittel der Befragten (33 Prozent) zu.

Darüber hinaus kann ein Drittel der weiblichen Umfrageteilnehmer (33 Prozent) den Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 richtig benennen, bei den Männern sind es weniger als ein Fünftel (19 Prozent). Auch in der subjektiven Wahrnehmung fühlen sich Frauen besser informiert als Männer: 51 Prozent der Frauen halten sich für sehr gut bis gut informiert, während es bei den Männern nur 45 Prozent sind.

Jedoch dürfen Männer die Krankheit keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen: „Die Anzahl der männlichen Patienten ist in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als die der weiblichen. Grundsätzlich ist das Risiko für eine Neuerkrankung an Diabetes bei Männern höher als bei Frauen“, warnt Dr. Vardarli.

Wunsch nach Informations- und Teilnahmeangeboten ist groß

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist der Wunsch nach Informations- und Teilnahmeangeboten groß: 72 Prozent fänden es gut oder sehr gut, wenn sie von ihrer Krankenkasse umfangreiche Informations- und Teilnahmeangebote für strukturierte Behandlungsprogramme zum Thema Diabetes erhalten könnten. Mit ihrem Gesundheitsprogramm gut DABEI  bietet beispielsweise die Krankenkasse Knappschaft die Möglichkeit zur umfassenden Aufklärung rund um das Thema.


Quelle: Pressemitteilung der Knappschaft

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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