Diabetes Road – Kompetenz vor Ort

3 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes Road – Kompetenz vor Ort

Von Juni bis Ende September 2017 veranstaltet der Diabetikerbund Bayern eine Aufklärungskampagne zur Stärkung der Selbsthilfe in Bayern – die „Diabetes Road“. Dafür ist die Selbsthilfeorganisation mit einem Diabetes-Info-Mobil in 11 Städten unterwegs, die beiden letzten Stationen werden Passau (23. September, Klostergarten) und Kulmbach (29. September, Marktplatz) sein. Die Organisatoren bieten die Teilnahme an Blutzucker- und Blutdruckmessungen an. Und natürlich kann man auf Wunsch auch sein HbA1c bestimmen lassen. Zudem können alle am Diabetes-Risiko-Test teilnehmen.

Start der Kampagne war am 9. Juni auf dem Rindermarkt in München – und ich war als rasende Reporterin mit dabei. Schirmherrin des Projekts ist übrigens Melanie Huml, die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege. Da sie zum Kampagnenstart verhindert war, kam Medizinaldirektor Peter Steiert stellvertretend zur Eröffnung Anfang Juni, von der ich hier berichte:

Gehetzt renne ich kurz vor 10 Uhr zum Münchner Rindermarkt. Dort soll in 5 Minuten die offizielle Eröffnung der „Diabetes Road“ stattfinden, über die ich berichten soll – hoffentlich nicht ohne mich.

Ich weiß, Verspätungen gehören sich eigentlich nicht. Vor allem nicht für eine rasende Reporterin, die genau über dieses Event berichten soll. Aber wer den öffentlichen Personennahverkehr kennt … nun ja. Für alle anderen, die ihn womöglich noch nicht kennen: Der ÖPNV ist selten pünktlich. Vor allem die Münchner S-Bahnen. Hier ein Notarzt- oder Polizeieinsatz, da eine Person im Gleis – ihr merkt schon. Egal, meine S-Bahn hatte wieder irgendein Problem und ich bin (mal wieder) spät dran.

Japsend umrunde ich einige Minuten später die Baustelle am Rindermarkt und renne an den Gästen des Cafés vorbei zum Wohnwagen, der im Schatten der Bäume abgestellt ist. Davor steht ein blauer Baldachin mitsamt Rednerpult. Ich stelle mich unter einen weiteren Baum in den Schatten und zücke mein Handy, um Bilder zu machen. Ha! Genau 10 Uhr! Die rasende Reporterin hat es pünktlich auf die Minute geschafft!

„Unsere Diabetes-Versorgung ist auf einem hohen Niveau, aber es kann noch besser werden“, sagt Medizinaldirektor Steiert und spricht mir damit aus der Seele. Denn so viele Krankenkassen übernehmen das FreeStyle Libre noch nicht, und beim CGM ist es noch schwieriger, da es immer eine Einzelfall-Entscheidung ist. Dabei würde es uns Diabetikern den Alltag so sehr erleichtern.

Auch Bernd Franz, der Vorsitzende des Diabetikerbundes Bayern, richtet zur Begrüßung einige Worte an die Zuhörer und betont, dass eine gute Prävention wichtig wäre. (Auch wenn sich das ja eher nur auf Typ 2 bezieht.) Ein tolles Selfie gab es hinterher aber trotzdem.

Anschließend wird feierlich das rote Eröffnungsband zum Wohnwagen durchgeschnitten, in dem man sein Diabetes-Typ-2-Risiko testen lassen und natürlich auch das HbA1c bestimmen lassen kann. Letzteres hatte ich eigentlich auch vor, habe es mir dann in letzter Minute aber anders überlegt. Mir reicht schon das eine Zittern vor dem Ergebnis pro Quartal. Nicht, dass es wirklich so wäre, aber ein bisschen was muss ich schließlich für die Dramatik tun. Ihr wisst schon, immerhin bin ich schwer krank und so …

Nach einer Sommerpause ist die Diabetes Road im September wieder gestartet; die letzte Station 2017 soll am 29. September in Kulmbach sein. (2018 soll es übrigens weitergehen mit der Diabetes Road!) Alle Termine der Tour findet ihr hier; und auch auf der Seite des Diabetikerbundes Bayern findet ihr Informationen zur Tour und Flyer zu den Veranstaltungen in den einzelnen Städten.

PS: Leider habe ich vor Kurzem erfahren, dass Klaus Walter, ein langjähriges Mitglied des Diabetikerbundes Bayern, gestorben ist. Das hat mich ziemlich geschockt, denn ich hatte bei der Diabetes Road die Gelegenheit, ihn kennenlernen und ziemlich lange mit ihm reden und diskutieren zu dürfen. Er war – das war auf Anhieb zu merken – mit Leib und Seele ein Verfechter der Diabetes-Prävention und ein toller Mensch. Ich möchte Familie und Freunden mein herzliches Beileid aussprechen. Einen Nachruf auf Klaus Walter findet ihr hier.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Zu viel Diabetes – geht das?
Nathalie erhielt während ihres Studiums die Typ-1-Diabetes-Diagnose und hat ihre persönliche Erfahrung zur Berufung gemacht. Über die Vor- und Nachteile dieser Kombination sowie ihre eigene Motivation schreibt sie in diesem Beitrag.

4 Minuten

Community-Beitrag
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #50 | Serie zu Vorsorgeuntersuchungen (10) – die Haut
Rund 80 Prozent aller Menschen mit Diabetes entwickeln eine Erkrankungen der Haut. Warum dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die Haut schädigen, welche Erkrankungen typisch sind und was Vorsorgeuntersuchungen bringen, erklärt Caro im letzten Teil ihrer Vorsorge-Serie.
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt – Vorsorgeuntersuchung – die Haut – AdobeStock_artbesouro_373950505

4 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%