- Soziales und Recht
Oliver Ebert im Interview: Das Thema Diabetes und Recht „bleibt immer spannend!“
3 Minuten
Oliver Ebert ist Rechtsanwalt und ausgewiesener Experte im Thema Diabetes und Recht. Sicherlich kennen Sie alle seine Beiträge in der entsprechenden Rubrik im Diabetes-Journal. Im Interview wollten wir von ihm wissen, wie es überhaupt zu seinem Engagement in diesem Bereich gekommen ist.
Im Interview: Oliver Ebert
Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“
Mehr auf seiner Website: www.diabetes-und-recht.de

Diabetes-Anker (DA): Sie sind in der Diabetes-Szene bekannt dafür, sich mit Diabetes und Recht sehr gut auszukennen. Wie kam es dazu, sich darauf zu spezialisieren?
Oliver Ebert: Im Jahr 1992 habe ich ziemlich überraschend die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten. Parallel zu meinem eigentlichen Jura-Studium habe ich dann – zunächst für mich – eine Tagebuchsoftware (“DIABASS”) entwickelt, da mein Arzt mit meinen handschriftlichen Aufzeichnungen nicht zufrieden war. 1994 habe ich dann das Diabetes-Forum (diabetes-forum.de) im Internet gegründet, was noch heute eine der reichweitenstärksten Plattformen zum Thema Diabetes im deutschsprachigen Internet ist.
So wurde ich in der “Diabetes-Szene” schnell ein wenig bekannt. In diesem Zusammenhang wurde ich gefragt, ob ich nicht einmal einen Artikel zum Thema Diabetes und Recht für das Diabetes-Journal schreiben wolle. Und daraus wurde dann schnell eine feste Rubrik. Aufgrund zahlreicher Anfragen und auch im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten für Betroffene und Verbände habe ich mich dann immer mehr in das Thema hineingearbeitet.
DA: Wie groß ist das Themen-Spektrum in diesem Bereich?
Ebert: Die Bandbreite ist sehr groß und deckt quasi das gesamte Leben ab. Rechtliche Fragen in Zusammenhang mit dem Diabetes gibt es beispielsweise zu Kindergarten und Schule, im Arbeitsleben oder wenn es um Führerschein und Rente geht. Auch mit Versicherungen oder der Krankenkasse gibt es häufig viele Probleme. Selbst in Scheidungsverfahren oder Unterhaltsstreitigkeiten kann der Diabetes eine Rolle spielen. Da jeder Fall anders ist, bleibt es immer spannend.
DA: Wegen welcher Themen wenden sich Menschen vor allem an Sie?
Ebert: Die am häufigsten angefragten Themen sind die “Klassiker”: Führerschein, Schwerbehindertenausweis, das Durchsetzen von Insulinpumpe und rtCGM oder einer Begleitperson für Kita und Schule.
DA: Wie viele Menschen haben sich geschätzt schon mit einem Problem aus dem Bereich Diabetes und Recht an Sie gewandt – und wie konnten Sie helfen?
Ebert: Ich denke, dass es zwischenzeitlich schon knapp zehntausend Anfragen gewesen sein dürften. In den allermeisten Fällen konnte ich ehrenamtlich bzw. durch entsprechende Tipps und Beratung weiterhelfen, vielmals durfte ich aber auch bei der gerichtlichen Durchsetzung unterstützen.
DA: Was hat sich im Lauf der Jahre bzw. Jahrzehnte verändert im Bereich Diabetes und Recht?
Ebert: Die Vorschriften werden immer komplexer, und der Staat muss zunehmend sparen. Dies merkt man beispielsweise daran, dass Leistungen von Ämtern oder Krankenkassen immer öfter einfach abgelehnt werden, obwohl diese den Betroffenen zustehen. Offensichtlich wird darauf spekuliert, dass sich viele Menschen nicht wehren (können).
Zudem gibt es nur relativ wenige Anwälte, die sich für das Thema Diabetes und Recht interessieren bzw. sich damit auskennen. Dies liegt daran, dass solche Mandate nicht sehr lukrativ sind: Solche Fälle sind fast immer mit sehr viel Arbeit verbunden. Trotzdem kann der Anwalt dafür nur recht geringe Gebührensätze abrechnen.
DA: Welche neuen rechtlichen Aspekte bringt die Digitalisierung?
Ebert: Für Menschen, die aufgrund des Alters oder des Gesundheitszustands stark eingeschränkt sind, kann die Digitalisierung erhebliche Hürden bringen. Nicht jeder ist körperlich in der Lage, ein Smartphone zu bedienen oder komplizierte Apps und Vorgänge zu verstehen. Dies kann zu Ausgrenzung und sozialen bzw. rechtlichen Nachteilen führen.
Viele Betroffene machen sich auch kaum Gedanken darüber, dass die leichtfertige Preisgabe ihrer Gesundheitsdaten böse Konsequenzen haben kann. Bereits jetzt erleiden viele Menschen allein schon durch die Zusammenführung scheinbar harmloser Daten wie Geschlecht, Alter oder Postleitzahl erhebliche Nachteile, beispielsweise bei der Kreditvergabe oder Versicherungstarifen. Ich halte es durchaus für realistisch, dass Krankenkassen anhand der immer umfänglicher vorliegenden Daten künftig genauer prüfen bzw. überwachen werden, ob Patienten sich “vernünftig” bzw. therapiegerecht verhalten.
Angesichts der rasanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz werden Entscheidungen von Behörden und Gerichten auch immer mehr automatisiert ergehen. Dies wird einige Vorteile bringen, beispielsweise dürften manche Streitigkeiten deutlich schneller abgeschlossen werden können als bislang. Umgekehrt sehe ich aber auch erhebliche Risiken und Nachteile, wenn die menschliche Komponente womöglich nur noch eine untergeordnete Rolle spielt oder gar ganz wegfällt.
DA: Vielen Dank für das Gespräch!
Interview: Dr. med. Katrin Kraatz
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (4) Seite 10-11
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Tagen, 14 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 7 Stunden, 14 Minuten
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri
