„FreeStyle Libre“: Entscheidung bis Jahresmitte 2016

2 Minuten

„FreeStyle Libre“: Entscheidung bis Jahresmitte 2016

Die Frage:


Oliver Ebert:

Das Bundessozialgericht hat mit dem genannten Urteil (den Volltext finden Sie auf meiner Seite

Aufgrund dieser klaren Vorgaben wird eine Verordnung von CGM-Systemen bis zur Entscheidung des G-BA allenfalls in wenigen Ausnahmefällen noch in Betracht kommen. Man wird dazu vorbringen (und nachweisen) müssen, dass ansonsten erhebliche Gesundheits- oder Lebensgefahr besteht, die nur durch ein solches System vermieden werden kann.

Eine Entscheidung des G-BA ist wohl frühestens in Mitte 2016 zu erwarten. Der bisherige Verfahrensstand lässt allerdings darauf hoffen, dass der medizinische Nutzen solcher Systeme grundsätzlich anerkannt wird und Kassenpatienten dann auch bald – ohne die bisherigen Klimmzüge – mit einem CGM-System versorgt werden können.

Allerdings ist bereits jetzt klar: Auch dann wird nicht jeder Patient ein CGM bekommen. Mutmaßlich wird der G-BA eine Verordnung von CGM-Systemen nur in bestimmten Ausnahmefällen als notwendig erachten, vor allem bei Kindern oder solchen Patienten, die schwere Unterzuckerungen nicht mehr rechtzeitig wahrnehmen können.

Tipp: Wer gleich informiert werden will, der kann sich unter

Das FreeStyle Libre (FGM) unterscheidet sich nun zwar in einigen Aspekten von CGM-Systemen, allerdings macht in der Tat auch das FreeStyle Libre eine kontinuierliche Messung der Glukose im Unterhautfettgewebe. Der Unterschied: Beim FGM werden die Daten nicht wie beim CGM automatisch an den Empfänger gesendet, sondern der Patient muss einen Scan-Vorgang vornehmen, um die seit dem letzten Scan aufgelaufenen – zwischenzeitlich vom FreeStyle-Libre-Sensor kontinuierlich gemessenen – Werte auf den Empfänger zu übertragen.

Insoweit scheint das nunmehrige Vorgehen der Krankenkassen konsequent. Diese sind verpflichtet, gesetzmäßig zu handeln. Wenn das Bundessozialgericht – als höchste Instanz in Sozialgerichtssachen – insoweit vorgibt, wie die gesetzlichen Bestimmungen auszulegen und anzuwenden sind, dann darf sich eine Krankenkasse nicht einfach darüber hinwegsetzen.

Den Betroffenen bleibt natürlich die Möglichkeit, gegen entsprechende Ablehnungsbescheide vorzugehen und zu versuchen, eine individuelle Lösung bzw. eine neue Gerichtsentscheidung zu erkämpfen. Wichtig ist dabei, dass die medizinische Notwendigkeit für das FreeStyle Libre ausführlich und nachvollziehbar begründet werden kann; insbesondere warum über bloßen Komfort hinaus auch eine hohe Anzahl täglicher Selbstmessungen nicht den Therapieerfolg bringt. Die Erfolglosigkeit dieser Maßnahmen sollte durch entsprechende Dokumentation nachgewiesen werden.


Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Vorteile der Gewichtsabnahme scheinen zu überwiegen: Ist der Jo-Jo-Effekt wirklich schädlich?
Zwei Wissenschaftler haben jahrzehntelange Forschung zum Jo-Jo-Effekt nach einer Diät ausgewertet, um herauszufinden, ob dieser tatsächlich so schädlich ist, wie weithin angenommen. Ihr klares Ergebnis: Die Vorteile einer Gewichtsabnahme überwiegen die befürchteten Risiken in den meisten Fällen deutlich.
Illustration vor korallenrotem Hintergrund: Zwei Frauen sitzen auf großen lila Jo-Jos, die an Schnüren hängen, als Sinnbild für den Jo-Jo-Effekt beim Abnehmen.

2 Minuten

Kürzere Liegedauer und niedrigere Sterblichkeit: DDG Zertifikate für Kliniken können Leben retten
Eine junge Krankenschwester kümmert sich um eine ältere Frau in einem Krankenhausbett. Beide lächeln sich an.

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße