Insulinpflichtig: Muss das der Arbeitgeber erfahren?

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Insulinpflichtig: Muss das der Arbeitgeber erfahren?

Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Diabetes-Journal-Rubrik Rechteck Antworten auf rechtliche und soziale Fragen rund um das Thema Diabetes.

Die Frage:

Ich habe wegen eines verkehrsmedizinischen Problemfalls eine Frage an Sie: Ein Patient von mir (Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr) ist inzwischen insulinpflichtig geworden; es besteht aktuell eine exzellente Blutzuckereinstellung ohne Nachweis von Unterzuckerungen über 3 Monate (HbA1c: 7,3 Prozent). Sehr ausgeglichenes, stabiles Tagesprofil.

Meines Erachtens kann er – mit der Einschränkung, ausschließlich im Tagesbetrieb ohne Nachtschichten zu arbeiten – seinem Beruf wieder nachgehen. Eine Begutachtung ist nicht angefragt, ich selbst bin als Gutachter für das Ordnungsamt tätig, bei dem Mann handelt es sich allerdings um einen Patienten, den ich schon seit Jahren betreue. Sind diesbezüglich Probleme zu erwarten, oder muss er am Ende die neue Therapie seinem Arbeitgeber mitteilen? Braucht er von mir ein Attest zur Bestätigung der Fahreignung?

Dr. S., per e-mail

Oliver Ebert:

Sofern und solange keine Unterzuckerungsproblematik vorliegt, wird grundsätzlich vom Bestehen der Fahreignung und Fahrtüchtigkeit auszugehen sein. Letztlich ist dies aber eine medizinische und keine juristische Entscheidung; die Bewertung sollte sich an den seit 1. Mai 2014 neu gefassten Begutachtungsleitlinien für Kraftfahrer orientieren. (Mehr unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de)

Eine Mitteilung über Krankheiten oder Therapieformen muss und sollte der Patient gegenüber dem Arbeitgeber nicht machen. Nur wenn aus medizinischen Gründen keine oder eine nur eingeschränkte Fahrfähigkeit vorläge und dies sich auf die Ausübung der Tätigkeit auswirkte, müsste er den Arbeitgeber informieren. Grundsätzlich stellt ein gut eingestellter Diabetes ohne nennenswerte Hypoglykämie-Problematik aberkeine Hürde für die Personenbeförderungmehr dar.


von Oliver Ebert
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de

Internet: www.diabetes-und-recht.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (1) Seite 48

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße