- Soziales und Recht
Lohnt sich der Status “schwerbehindert”?
2 Minuten

Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Diabetes-Journal-Rubrik Rechteck Antworten auf rechtliche und soziale Fragen rund um das Thema Diabetes.
Die Frage:
Lohnt es sich, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, wenn man Typ-2-Diabetes hat, Bluthochdruckpatient ist und an Depressionen leidet und das alles schon seit über 10 Jahren? Ich werde dieses Jahr 60 und bin seit den Erkrankungen nicht mehr in der Lage, Vollzeit zu schaffen. Ich arbeite in einem großen Supermarkt, wir sind über 40 Mitarbeiter.
Monika S.
Oliver Ebert:
Ein Schwerbehindertenausweis bringt einige Nachteilsausgleiche. In Ihrem Fall wäre wohl vor allem die Möglichkeit zur vorzeitigen Altersrente ein wichtiges Argument. Ob Sie Vollzeit oder nur noch Teilzeit arbeiten können, hat mit dem Ausweis allerdings nichts zu tun. Der Arbeitgeber muss zwar grundsätzlich dafür sorgen, dass behinderte Menschen eingegliedert werden und die Arbeitssituation angepasst wird. Ein Anspruch auf eine Teilzeitstelle ist aber mit dem Schwerbehindertenausweis nicht verbunden.
Ob Sie mit den Krankheiten, die Sie haben (Bluthochdruck, Diabetes, Depression), einen Schwerbehindertenausweis erhalten, lässt sich leider so nicht pauschal vorhersagen. Es kommt neben dem Diabetes unter anderem auch darauf an, wie hochgradig Ihr Bluthochdruck bzw. wie erheblich Ihre Depressionen sind und wie sehr Sie dadurch insgesamt beeinträchtigt sind.
Wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht mehr in Vollzeit arbeiten können, sollten Sie sich das durch ein entsprechendes Attest von Ihrem Arzt bescheinigen lassen. Daraus sollte hervorgehen, ob und inwieweit Sie aus gesundheitlichen Gründen noch arbeitsfähig sind bzw. die Tätigkeit ausüben können. Besprechen Sie dann mit dem Arbeitgeber und dem Betriebsarzt die Möglichkeit, die Arbeitszeit entsprechend zu verkürzen.
Da Ihr Arbeitgeber mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt, hilft Ihnen auch das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG): Sie können als Arbeitnehmerin grundsätzlich und ohne Angabe von Gründen verlangen, dass Ihre vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringert und in eine Teilzeitstelle umgewandelt wird. Der Arbeitgeber darf dies nur ablehnen, wenn zwingende betriebliche Gründe vorliegen bzw. die Arbeitszeitverringerung für ihn unzumutbar wäre.
von Oliver Ebert
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de
Internet: www.diabetes-und-recht.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (1) Seite 49
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lena-schmidt postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?





Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße