- Soziales und Recht
Meilensteine bringen Therapie des Diabetes voran
4 Minuten

Vieles wurde in den letzten Jahrzehnten entwickelt, um das Leben mit Diabetes einfacher zu machen. Dieser Evolution der Diabetes-Therapie widmet sich die neue Veranstaltungsreihe “Meilensteine der modernen Diabetologie”. Den Auftakt machten die Insulinpumpen.
Es ist wichtig, dass man die Menschen auch damit abholt – mit ihren Sorgen und Nöten.” Damit begrüßte Dr. Jens Kröger die Menschen, die zur neuen Veranstaltung “Meilensteine der modernen Diabetologie” Anfang November 2023 nach Berlin in die Hauptstadtrepräsentanz der Telekom gekommen waren. Der Vorstandsvorsitzende der Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe bedauerte, dass alle angefragten Personen aus der Politik ihre Teilnahme abgesagt hatten. Seine Konsequenz: “Wir müssen immer dafür sorgen, dass der Diabetes, dass die Menschen mit Diabetes im Fokus stehen”, da die Politik es nicht tue.
Auch Prof. Dr. Andreas Neu betonte, wie wichtig für ihn der gemeinsame Einsatz ist: “Seit 15 Jahren arbeiten diabetesDE und Deutsche Diabetes Gesellschaft gemeinsam. (…) Wir tun dies, weil wir um die Bürde des Diabetes wissen.” Neu ist Past Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft. “Das Leben mit Diabetes bedeutet nach wie vor eine Herausforderung.”


40 Jahre Insulinpumpe
Viel getan hat sich aber in der Therapie. Genau das wollte die Veranstaltung, die der Auftakt für ein jährlich wiederkehrendes Event war, deutlich machen. Im Mittelpunkt 2023 standen die Insulinpumpen. Kröger: “Als die ersten Insulinpumpen vor etwa 40 Jahren zum Einsatz kamen, waren sie noch so groß wie Kofferradios.” Und heute? “Mehr als 80 Prozent der Kleinkinder benutzen eine Insulinpumpe”, berichtete Kinderarzt Neu. Mehr als 70 Prozent sind mit einem System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System) versorgt, also einer Insulinpumpe, die über einen Rechen-Algorithmus mit einem System zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring (CGM-System) verbunden ist. Das Knollennasen-Männchen mit AID-System (Bild links) hat Bildhauer Jonas Kötz aus Hamburg extra für die Veranstaltung hergestellt.
“Wirklich Meilensteine erlebt”
86 Jahre, Typ-1-Diabetes seit 1968: “Ich habe wirklich Meilensteine erlebt”, meinte Johannes Kühl im Gespräch mit Dr. Jens Kröger. Kühl war 2019 mit der Mehnert-Medaille ausgezeichnet worden. Begonnen hat er seine “Diabetes-Karriere” mit einer Glaskolbenspritze, die heute sein Talisman ist. In der Vergangenheit hatte er viele schwere Unterzuckerungen – heute nutzt er die modernen Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie, auch die digitalen. “Das mache ich sofort, sowas”, sagte er voller Überzeugung. Er ist glücklich, “dass ich keine Angst mehr haben muss vor Unterzuckerungen, dass ich so leben kann wie jeder andere, zumindest fast”. “Das kann uns allen Mut machen, dass man auch in höherem Alter gut mit Technologie zurechtkommt”, stellte Kröger fest.
Bühne für Menschen mit Diabetes
Menschen mit Diabetes hatten die Hauptbühne als Podium. Hier berichtete z. B. Steffi Haack über ihre Erfahrungen mit einem selbst hergestellten AID-System. Bastian Hauck stellte die Deutsche Diabetes Online Community #dedoc° vor. Huda El Haj Said begeisterte mit ihrem Poetry Slam über ihren Diabetes. Ivo Rettig machte Mut mit seinem eindrucksvoll bebilderten Bericht über seine Alpen-Überquerung. Die dreifache Mutter mit Typ-1-Diabetes Kathi Korn warf mit den Anwesenden einen Blick in ihre erfolgreich abgelaufenen Schwangerschaften. Diabetes-Influencerin Fiorella Eickhoff und Prof. Dr. Andreas Neu beleuchteten gemeinsam die Warnzeichen eines Diabetes im Kindesalter. Wie wichtig die Sprache in der Diabetologie ist, betonte Antje Thiel, die beteiligt war am Erstellen des Positionspapiers “Language matters”. Und Prof. Dr. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE und Chefredakteur des Diabetes-Journals, unterhielt sich mit Bloggerin Lisa Schütte über Sex, Sport und Urlaub.


Experten-Informationen
Viele Informationen bekamen die Besucherinnen und Besucher auch von Diabetes-Expertinnen und -Experten. Es ging um die Themen Kinder und Medizintechnik, die 40-jährige Geschichte der strukturierten Diabetesberatung, den Weg von Medikamenten von der Forschung in die Behandlung. Und in mehreren Vorträgen wurden alle wichtigen Aspekte der Insulinpumpen-Therapie von ihren Anfängen bis heute erläutert.
Sollten alle Menschen mit Typ-1-Diabetes ein AID-System angeboten bekommen? Das war Thema der abschließenden Podiumsdiskussion. Kröger sprach sich dafür aus. Auch Kai Swoboda, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der IKK classic befürwortete es: “Die besten Technologien für meine betroffenen Versicherten – und die bestmöglich einsetzen!” Und Rainer Straßburger-Lausen von Medtronic betonte, dass neben der Zeit im Zielbereich auch die Zeit im Glück wichtig sei.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (1) Seite 12-13
Dr. med. Katrin Kraatz ist Ärztin, Medizin-Redakteurin und lebt seit ihrer Kindheit mit Typ-1-Diabetes. Sie arbeitet seit über 20 Jahren mit am Diabetes-Anker (vormals Diabetes-Journal) und ist seit 2021 zusammen mit Prof. Haak Chefredakteurin der Zeitschrift. Darüber hinaus schreibt Dr. Kraatz auch für weitere Diabetes-Medien aus dem Hause MedTriX.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (1) Seite 12-13
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olivers postete ein Update vor 1 Tag, 9 Stunden
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 2 Tagen, 10 Stunden
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 3 Tagen, 2 Stunden
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra
- olivers antwortete vor 1 Tag, 9 Stunden
Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
Gruß Oliver



