- Soziales und Recht
Rote Karte für ungesunde Lebensmittel
3 Minuten

Im Bundeshaushalt sind für 2016 zwei Millionen Euro für die Erarbeitung einer nationalen Strategie vorgesehen, die den Gehalt an Zucker und Salz in Fertigprodukten sowie eine reduzierte Aufnahme von gesättigten Fetten bewerkstelligen soll (1). Anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin (15.1. – 24.1.2016) fordert die Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe das Bundesernährungsministerium (BMEL) auf, die Reduktionsstrategie als Chance zu sehen, sich mit Lebensmittelindustrie und –handel auf nachhaltige Maßnahmen zu einigen.
Ziel muss es sein, eine signifikante Senkung der Gehalte an Zucker, Salz und auch gesättigten Fetten auf Produktebene in kurzen Zeiträumen zu erreichen. Lebensmittel mit hohen Gehalten dieser kritischen Nährstoffe zählen zu den größten Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten, darunter auch Diabetes Typ 2. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe fehlt ein Erfolg versprechendes Gesamtkonzept.
Es gibt ungesunde Lebensmittel
„Die teilweise noch populäre Auffassung, es gebe keine ungesunden Lebensmittel, ist ein Mythos, der zunehmend bröckelt. Eine ernst gemeinte Reduktionsstrategie muss ungesunden Lebensmitteln die rote Karte zeigen“, so Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Lebensmittel mit hohen Gehalten an gesättigten Fetten, Zucker und Salz richten weltweit großen Schaden an, denn sie fördern die Entstehung nichtübertragbarer Krankheiten, darunter auch Diabetes Typ 2.“
Hohe Kosten durch zuviel Fett, Zucker und Salz
„Auch wenn es unbequem ist – die Internationale Grüne Woche ist der passende Anlass, jetzt über die Ausgestaltung der nationalen Reduktionsstrategie zu reden“, ergänzt Elisabeth Schnellbächer, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).
In Deutschland werden die direkten Kosten einer ungesunden Ernährung durch zuviel Fett, Zucker und Salz nach einer aktuellen Analyse von 2015 schon im Jahr 2008 mit fast 17 Mrd. Euro beziffert, für das Jahr 2019 sind 20 Mrd. Euro Kosten prognostiziert (2). Das Einsparpotential hätte bereits 2008 um die sieben Prozent der Behandlungskosten im Gesundheitswesen betragen – und hier sind indirekte Kosten noch gar nicht berücksichtigt.
Verbesserung von Produktrezepturen
Neben dem einzuschränkenden Marketing für ungesunde Lebensmittel, der Reduzierung von Portionsgrößen und einer verbraucherfreundlichen Nährwertkennzeichnung ist gemäß WHO die gesundheitsförderliche Verbesserung von Produktrezepturen eine Schlüsselmaßnahme zur Schaffung einer gesünderen Ernährungsumwelt (3, 4).
Lebensmittelindustrie muss in die Pflicht genommen werden
„Es ist höchste Zeit, dass die Lebensmittelindustrie nun in die Pflicht genommen wird, ihren Beitrag zu leisten. Dieses Potential muss auch Deutschland endlich nutzen“, fordert Prof. Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus AUF DER BULT, Hannover.
Das aktuelle Vorhaben der Bundesregierung, die auf freiwillige Maßnahmen seitens der Industrie setzt, erscheint denkbar zäh angelegt und lässt starke Widerstände auf verschiedenen Ebenen, unter anderem auf Seiten der Lebensmittelwirtschaft erahnen: Die auf EU-Ebene erarbeiteten Reduktionsziele im Hinblick auf Zucker und gesättigte Fette, an die sich die Bundesregierung bei der Ausarbeitung 2016 halten will, sind wenig ehrgeizig, wenig effektiv und auf lange Zeiträume angelegt. Zudem ist eine nachhaltige Finanzierung des „Minimierungsdialogs“ über 2016 hinaus nicht gesichert.
Die Ziele der nationalen Reduktionsstrategie
Als Ziele der nationalen Reduktionsstrategie nennt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (1):
- Salz: -16% in Produkten in vier Jahren
- Gesättigte Fettsäuren „in der individuellen Diät“: -5 Prozent in 4 Jahren
- Zucker: – mind. 10 Prozent in Produkten in 5 Jahren
„Die Chance, die Prozentzahlen zur Reduktion zu erhöhen und international mit gutem Beispiel voran zu gehen, sollte jetzt genutzt werden“, so Schnellbächer.
PLOS ONE, DOI: 10.1371/journal.pone.0135990, Sep 9, 2015
s. auch Pressemitteilung der Uni Halle vom 15.09.015:
„Studie: Ungesunde Ernährung kostet Gesundheitssystem jährlich 16,8 Milliarden Euro“
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Eltern und Kind
- Behandlung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
olivers postete ein Update vor 1 Tag, 5 Stunden
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 2 Tagen, 7 Stunden
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 2 Tagen, 22 Stunden
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra





Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
Gruß Oliver