- Leben mit Diabetes
Unterzuckern Sie auch so gern?
2 Minuten

Angesichts der dauernden Kämpfe um die Kostenerstattung für Diabetiker-Hilfsmittel, weiß sich Dr. Katrin Kraatz manchmal nur noch mit Sarkasmus zu helfen.
Unterzuckern Sie auch so gern wie ich? Das ist immer ein super Gefühl, anzufangen zu schwitzen – nachts ist der ganze Schlafanzug klitschnass, die Bettdecke auch – und unscharf zu sehen; im Kopf werde ich leicht benebelt, und die Beine ähneln immer mehr einem Pudding – allerdings nicht stabilisiert in einer Schale, sondern ohne Umhüllung. Was kann es Schöneres geben?
Manches kann ich nur noch mit Sarkasmus sehen
Sie merken: Manches kann ich nur noch mit Sarkasmus sehen! Ginge es nach mir, sollte es nur noch Diabetestherapien geben, bei denen es überhaupt kein Risiko für Unterzuckerungen gibt. Ich weiß, dass das derzeit für Typ-1-Diabetiker ein unerfüllbarer Wunsch ist, aber sich etwas zu wünschen, ist ja nicht verboten …
Aber gerade, weil die Therapie, die Typ-1-Diabetiker ja auf jeden Fall mit Insulin durchführen müssen, zu Unterzuckerungen führen kann, müssen andere Wünsche erlaubt sein. Ich denke da zum Beispiel an die Selbstverständlichkeit, dass Krankenkassen das kontinuierliche Glukosemonitoring ohne Wenn und Aber genehmigen – zumindest den Patienten, die sich engagieren und einen Nutzen davon für sich haben. So wie ich die Lage im Moment sehe, wird aber auch das ein Wunsch bleiben.
Ständige Kämpfe um Hilfsmittel
Was macht es auch schon, wenn ein Typ-1-Diabetiker – weil er kein solches kontinuierlich messendes System trägt und deshalb die Warnung vor fallenden Zuckerwerten im Körper fehlt – bewusstlos wird und sich dadurch so schwer verletzt, dass er stirbt? Mitten aus dem Leben gerissen, obwohl er noch so viel vorhatte? Oder denken Kostenträger nicht so? Wie aber sonst soll ich mir die dauernden Kämpfe um solche Hilfsmittel erklären?
Und das ist nur ein Beispiel – wahrscheinlich gibt es viel mehr, von denen aber die Öffentlichkeit nichts mitbekommt; diese Menschen sterben still und leise. Dabei wäre es wichtig, genau von diesen Fällen zu berichten, sonst wacht die Öffentlichkeit nie auf!
Auch Typ-2-Diabetiker sind betroffen
Aber das Problem betrifft nicht nur uns Typ-1-Diabetiker. Wenn neue Medikamente für Typ-2-Diabetiker entwickelt werden, deren entscheidender Vorteil ist, dass sie keine Unterzuckerungen auslösen können, bescheinigen ihm die der Politik nahestehenden Institutionen keinen Zusatznutzen gegenüber anderen Medikamenten.
Und meinen Sie, eine Unterzuckerung sei für einen Typ-2-Diabetiker weniger gefährlich? Bestimmt nicht: Er stirbt dann, wie das auch bei Typ-1-Diabetikern geschehen kann, unter Umständen am Herztod – ausgelöst durch die Unterzuckerung.
Tehma in die Öffentlichkeit tragen!
Hier stehen wir aber aus meinem Blickwinkel vor dem nächsten Problem: Typ-2-Diabetiker, die mit Tabletten zur Diabetesbehandlung eingestellt sind, dürfen nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus dem Jahr 2011 keine Blutzuckerteststreifen verschrieben bekommen; es sei denn, ihre Blutzuckerwerte sind instabil zum Beispiel durch eine akute Krankheit – oder sie werden neu eingestellt auf Medikamente, die Unterzuckerungen auslösen können.
Aber danach ist wieder Schluss mit den Teststreifen – denn offensichtlich meint der G-BA, dass nach einer solchen Phase kein Risiko mehr für Unterzuckerungen besteht; er sieht keinen patientenrelevanten Nutzen in der Blutzuckerselbstmessung. Aber wie schnell kann sich etwas im Leben ändern – und das Risiko ist wieder da?!
Tragen wir das potentiell tödliche Problem Unterzuckerung mehr in die Öffentlichkeit – vielleicht hilft es irgendwann!
von Dr. Katrin Kraatz
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (10) Seite 19
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florahdo postete ein Update vor 4 Tagen, 5 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 6 Tagen, 16 Stunden
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 6 Tagen, 18 Stunden
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
Ich meinte Liberty





Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?