Wichtiger erster Schritt

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Wichtiger erster Schritt

Auf dem Weg zu einer nationalen Diabetes-Strategie wird im neuen Jahr ein erster Schrit vollzogen: der Aufbau einer Diabetes-Surveillance. Fachgesellschaften begrüßen dies, mahnen aber an, dass dies erst der Anfang sein dürfe.

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe sehen in dem geplanten Nationalen Diabetes-Überwachungssystem ein wichtiges Instrument auf dem Weg zu einer Nationalen Diabetes Strategie. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte im Dezember angekündigt, am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin eine Nationale Diabetes Surveillance (indikatorgestütztes periodisches Berichtswesen) einzurichten.

DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe wurden von Beginn an in den Aufbau involviert und begrüßen die Entwicklung, verweisen aber darauf, dass allein die Einrichtung eines Nationalen Überwachungssystems noch keine Verbesserung der Versorgungslage und der Präventionsmaßnahmen impliziert. Es fehlt nach wie vor die Formulierung konkreter Maßnahmen einer Nationalen Diabetes Strategie.

Verlässliche datengestützte Entscheidungsgrundlage

Nach der Ankündigung des Gesundheitsministeriums soll das Diabetes-Überwachungssystem eine verlässliche datengestützte Entscheidungsgrundlage für weitere gesundheitspolitische Maßnahmen erarbeiten. DDG und diabetesDE begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich. “Die Ankündigung zeigt, dass die Bedeutung der Diabetes-Epidemie in der Politik angekommen ist”, sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE.

Professor Dr. med. Jochen Seufert, Sprecher der Kommission Versorgungsforschung und Register der DDG, ergänzt: “Es ist wichtig, alle verfügbaren Datenquellen zu nutzen, um Erkrankungsverläufe und deren Behandlung lückenlos zu erfassen und auszuwerten”. “So können nicht nur Versorgungsstrukturen optimiert, sondern auch effektive Präventionsstrategien entwickelt werden.”

Diabetes-Register-Konferenz bereits im April 2015

Die Kommission Versorgungsforschung und Register, die sich aus neun Mitgliedern beider Diabetesorganisationen und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) zusammensetzt, bringt ihre Expertise in das neue Nationale Diabetes-Überwachungssystem ein.

So hatte im April 2015 bereits die erste Diabetes-Register-Konferenz in Berlin stattgefunden, an der auch Repräsentanten des Bundesgesundheitsministeriums, des RKI sowie Experten zahlreicher Diabetesregister und Datensammlungen in Deutschland beteiligt waren. Eine zweite Konferenz, auf der das Projekt “Nationale Diabetes Surveillance” weiterentwickelt wurde, richtete das RKI am 17. November 2015 in Berlin aus.

Noch keine direkte Verbesserung der Versorgung

Nach Ansicht der Fachgesellschaften kann die Einrichtung des neuen Überwachungssystems nur eine erste Maßnahme einer Nationalen Diabetes Strategie sein. “Eine Diabetes Surveillance ist noch kein Nationales Diabetesregister und impliziert noch keine direkte Verbesserung der Versorgung, sondern ist zunächst nur eine Verbesserung der Datenlage.”, so Prof. Seufert.

Und Prof. Danne ergänzt: “Angesichts der Tatsache, dass ca. 80 Prozent der vorzeitigen Todesfälle auf die nichtübertragbare Krankheiten zurückzuführen sind, benötigen wir zusätzlich zur Diabetes-Strategie dringend eine Präventionsstrategie, die bei mehreren Erkrankungen gleichzeitig greift.” Viele nichtübertragbare chronische Krankheiten wie Krebs und Herzkreislauferkrankungen seien mit den gleichen Risikofaktoren wie Diabetes und Adipositas verbunden – ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Armut.

Mit einer Nationalen Diabetes Strategie und einer Präventionsstrategie käme Deutschland auch dem UN-Ziel ein Stück näher, die Sterblichkeit bei den nichtübertragbaren Krankheiten bis 2030 um ein Drittel zu senken.

Vier Forderungen

Um dieses Ziel zu erreichen, plädieren DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe zusammen mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) dafür, vier Forderungen umzusetzen:

  • Täglich mindestens eine Stunde Bewegung in Schule und Kindergarten,
  • Besteuerung adipogener Lebensmittel bei gleichzeitiger Entlastung gesunder Lebensmittel (Zucker-Fett-Steuer),
  • Verbindliche Qualitätsstandards für die Kindergarten- und Schulverpflegung
  • Verbot von an Kinder und Jugendliche gerichtete Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel.

In Deutschland sind 6,7 Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, 95 Prozent davon an Diabetes Typ 2. Die Dunkelziffer ist hoch: ein bis zwei Millionen sind an Diabetes erkrankt, wissen aber nichts davon – Tendenz steigend.


Quelle: Pressemitteilung der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

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  • Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

  • sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
    Liebe Grüße
    Sayuri

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