Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Wie kommen wir für einen längeren Urlaub an Insulin für unser Kind?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Wie kommen wir für einen längeren Urlaub an Insulin für unser Kind?

Wer mit einem Kind mit Diabetes plant, in den Urlaub zu fahren, steht vor praktischen Rechtsfragen: Wie viel Insulin darf der Arzt auf Vorrat verordnen, und wer übernimmt im Ausland Behandlungskosten? Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Antworten.

Die Frage

Wir planen im Sommer einen längeren Urlaub. Natürlich können wir für unsere Tochter Emma (5 Jahre) eine gewisse Menge Insulin mitnehmen, aber unser Arzt hat gemeint, dass er kein Rezept auf Vorrat ausstellen dürfe. Was machen wir, wenn das Insulin kaputtgeht oder nicht reicht? Und wer bezahlt, wenn wir plötzlich zum Arzt oder gar ins Krankenhaus müssen?

Nina K

Die Antwort von Oliver Ebert

Wer in Deutschland bei einer Krankenkasse versichert ist, genießt im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sowie einigen weiteren Ländern automatisch einen Grundversicherungsschutz. Eine Liste der Länder finden Sie z. B. auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

Über ein Sozialversicherungsabkommen ist geregelt, dass Kassenpatienten dort zum Arzt gehen können und mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK/EHIC, meist auf der Rückseite der Krankenversicherungskarte) alle medizinisch notwendigen Leistungen erhalten, die nicht bis zur Rückkehr nach Deutschland warten können.

Wenn dringend Insulin benötigt würde, kann man sich also bei einem Arzt vor Ort ein Rezept ausstellen lassen und bei einer Apotheke einlösen. Allerdings ist es möglich, dass das gewohnte Medikament bzw. Insulin nicht verfügbar ist bzw. der Arzt hierfür kein Rezept ausstellen darf. Daher kann man auch ein Rezept mit in den Urlaub nehmen und im Urlaubsland in einer Apotheke einlösen. Ihr Arzt darf hierzu maximal einen notwendigen Quartalsbedarf verordnen.

Rezept muss alle erforderlichen Angaben enthalten

Wichtig ist dabei, dass das Rezept alle erforderlichen Angaben enthält und nicht nur der Handelsname, sondern auch die allgemein gebräuchliche Bezeichnung angegeben ist. Auch die genaue Menge ist erforderlich, denn die in Deutschland üblichen Angaben zur Packungsgröße (N1-N3) sind nicht überall bekannt. Beachten Sie auch, dass es im Urlaubsland kürzere Fristen geben kann, wie lange ein Rezept gültig ist bzw. eingelöst werden kann; dies gilt dann auch für das deutsche Rezept.

In der Regel muss man die Kosten zunächst selbst verauslagen und kann die Rechnungen dann bei der Krankenkasse einreichen. Allerdings werden die Kosten nur bis zu der Höhe übernommen, wie sie bei einer inländischen Behandlung erstattet werden, zudem kann die Krankenkasse einen Abschlag für Verwaltungskosten bzw. Eigenanteile abziehen.

Bitte denken Sie daran, dass das Sozialversicherungsabkommen nur eine Grundsicherung bringt. Man erhält nur die medizinische Versorgung, die das Gesundheitssystem im Urlaubsland vorsieht – fast überall ist das Leistungsniveau niedriger als bei uns. Auch ein Krankenrücktransport ist nicht abgedeckt. Es empfiehlt sich daher, unbedingt eine private Reisekrankenversicherung anzuschließen.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2022; 13 (2) Seite 15

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  • uho1 postete ein Update vor 5 Tagen, 5 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂