Der Diabetes und der Alltag

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Community-Beitrag
Der Diabetes und der Alltag

Als ich damals ins Heim gezogen bin, wollte ich weiter zur Schule gehen. Damals hatte ich in meiner Heimatstadt angefangen, an der Berufsschule meinen mittleren Schulabschluss in Wirtschaft zu machen. Dies wollte ich dann auch in Schleswig fortsetzen. Leider klappte das dort nicht, da der Schulstoff zu weit auseinanderlag. Somit fing ich an, mich für Praktika zu bewerben.

Die Arbeit im Stall…

Als Erstes bekam ich einen Praktikumsplatz bei einem Pferdezüchter. Dort leistete ich viel körperliche Arbeit, die ich vorher nicht gewohnt war. Die Folge waren viele, viele Unterzuckerungen. In der Zeit leerte ich täglich mehrere O-Saft-Flaschen, ließ meine Pumpe meist den ganzen Tag ab und hielt mich bei einem Durchschnittswert um die 70 mg/dl (3,9 mmol/l). In der nächsten Diabetes-Sprechstunde besprachen meine Diabetologin, die Diabetesberaterin , der Heimchef und ich ein Konzept und nach gut 3 Wochen lief ich mit super Werten im Stall herum.Stall

Die Arbeit im Kiga…

Nach fast einem halben Jahr verließ ich diesen schönen Arbeitsplatz, um Erfahrungen im Kindergarten sammeln zu können.

Dort rannte ich dann in den ersten Tagen mit hohen Werten rum, da mir die körperliche Arbeit fehlte. Also bastelten die Heimbetreuer in Absprache mit meiner Diabetologin und mir an meiner Basalrate. Und siehe da: Nach einigen Tagen lief es wieder super. Leider ging dieses Praktikum nur 6 Wochen und somit verließ ich kurz nach Weihnachten den Kindergarten wieder.

Die Arbeit in der Tourist-Information…

Kurz darauf durfte ich dann in einer Tourist-Information anfangen. Und wieder mussten wir an der Basalrate basteln, da die Arbeit dort eine andere als im Kindergarten war. Nach einigen Wochen durfte ich dann an einer Schulung teilnehmen, in der ich neu eingestellt wurde. Von da an klappte es dann ganz gut. Nach 6 Monaten dort war das Praktikum dann auch schon vorbei.

Die neue Arbeit und der Umzug…

Ich fand leider keinen Ausbildungsplatz oder Praktikumsplatz und somit saß ich erst einmal nur rum. Da musste sich meine Diabetes-Sau auch erst einmal dran gewöhnen und wir bastelten erneut an der Basalrate. Und dann war es plötzlich so weit… Der Umzug stand an. Dass die Werte danach eine Zeitlang verrücktspielten und das nicht nur wegen der neuen Arbeitsstelle, war zwar zu erwarten, ärgerte mich aber maßlos.

Home Sweet hoome

Der Umzug war sehr stressig. Vor allem aber emotional stressig. Und auch nach einem Jahr noch vermisse ich die Einrichtung, denn es war auch ein Zuhause für mich 🙂

Das FSJ und nun?

Nachdem ich dann mein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) begonnen hatte und ich nach wenigen Monaten immer noch hohe Werte hatte, kotzte mich das dermaßen an, dass ich wieder begann, überhaupt nicht zu messen. Eine doofe Idee, aber das Messen war einfach nur mega unmotivierend… Das Ganze endete dann im Krankenhaus zur erneuten Einstellung. Und eine große Motivation für mich: das FreeStyle Libre!

Mit dem FreeStyle Libre maß ich wieder viel mehr und in den letzten Monaten klappte das echt super. Mein Diabetesmanagement hat sich super an meinen Alltag angepasst und die Werte waren alles in allem sehr gut. Allerdings geht so ein FSJ ja meist nur ein Jahr und dieses war am 31.08. um.

AccuChek

Auf und ab – bei einem Tag mit viel Stress im Büro keine Seltenheit.

Seit einer Woche gehe ich nun wieder zur Schule, aber: Meine Werte sind trotz eines neuen Alltags wider Erwarten gut. Und ich denke, dass das weiterhin so bleibt, denn dank der festen Stunden und der festen Pausen habe ich automatisch feste Zeiten zum Messen und kann somit auch schnell reagieren. Das ging in meinem Arbeitsalltag manchmal unter.

Schule… Ich hatte höhere Werte erwartet, bin aber sehr froh über die guten :)!

Libre

Habt Ihr solche Beobachtungen bei Euch auch schon feststellen können?

Eure Annika

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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