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Geschichten aus dem Reiseleben – die erste Freizeit mit Insulinpumpe
4 Minuten

Sommer, Sonne, Ferienzeit! Inspiriert von der Blood Sugar Lounge schwelge ich in meinen Reise-Erinnerungen, natürlich besonders denen, die irgendwie mit Diabetes zu tun haben. Mehrere Jahre in Folge war eins der Highlights meines Sommers die „Villa-Freizeit“. Die Villa Kunterbunt in Trier ist ein Nachsorge-Zentrum für krebs-, chronisch und schwerstkranke Kinder und deren Familien, das zum Mutterhaus der Borromäerinnen gehört. Hier gibt es ganzheitliche Therapie-Angebote für Kinder und Jugendliche, die zum Beispiel Diabetes oder Mukoviszidose haben, die eine Krebstherapie mitmachen oder mitgemacht haben oder mit anderen chronischen Erkrankungen leben.

Gut betreut, ohne sich „betreut“ zu fühlen
Die Freizeiten waren ein typischer Sommerfreizeit-Mix aus sportlichen Aktivitäten und gruppendynamischen Spielen, an Bord ein Team von Mediziner:innen, Ergo- und Physiotherapeut:innen und Sozialpädagog:innen. Im Rückblick finde ich es wahnsinnig beeindruckend, wie alle Teilnehmenden medizinisch super betreut waren, ohne dass die Krankheiten in irgendeiner Form im Vordergrund standen.
Eine Zeit, in der Pumpen noch Spezialbatterien brauchten
Doch zurück zu meiner Erinnerung. Wir reisen zurück in eine Zeit, in der es noch Pumpen gab, die ganz spezielle Batterien brauchten, „Power Packs“, die es nirgendwo im Supermarkt zu kaufen gab und die auch die Apothekerin erst bestellen musste. Also so ein Bauteil aus der Diabetes-Kiste, das man unbedingt immer am Start haben sollte, weil die Batterie auch relativ bald gewechselt werden muss, wenn die Pumpe sich meldet und sagt „Batterie schwach“.

Zum ersten Mal mit Pumpe bei der Freizeit
Ich war also bei meiner Lieblingsfreizeit, das erste Jahr mit Pumpe (und nach einer kurzen Klassenfahrt auch erst die zweite Reise mit Pumpe). Ich hatte meine Tasche selbst gepackt, stolz den doppelten Vorrat an Insulin, Teststreifen, Sets, Reservoirs und Klebepflastern berechnet und genug Traubenzucker und andere „Hypo“-Helfer mitgenommen. Alles super, genug Vorrat zum Teilen, falls noch jemand mit der gleichen Pumpe dabei ist.
Dessen war ich mir sicher – bis am dritten Tag von sieben meine Pumpe die Meldung gab „Batterie schwach, bitte bald wechseln“. Ich durchsuchte meine Vorräte, in der festen Überzeugung, auch Batterien eingepackt zu haben, doch nichts. Leider war ich auch die einzige Teilnehmerin mit dieser Pumpe. Also konnte ich weder wen anders fragen, noch gab die Reiseapotheke des Teams einen Ersatz her, so ein Power Pack war einfach zu speziell.
Schreckens-Szenarien
Vor meinem inneren Auge spielten sich gleich mehrere Szenen auf einmal ab: Ich musste für die letzten drei Tage auf Spritzen umsteigen, weil so eine Pumpe ohne Stromversorgung ja nun nicht mehr viel nützt. Ich könnte morgen nicht mit Kanufahren, meine liebste Aktivität der ganzen Woche, weil wir Apotheken abklappern würden, um ein Power Pack zu finden. Meine Pumpe würde schon in der Nacht ausgehen und ich würde ohne Insulin aufwachen.

Die rettende Idee
In meinem Frust und meiner Verzweiflung konnte ich gar nicht mehr klar denken. Einige Minuten später (die sich aber eher wie Stunden anfühlten) fand mich meine beste Freizeit-Freundin aufgelöst auf dem Jugendherbergs-Bett sitzen. „Können deine Eltern dir kein Power Pack bringen?“, stellte sie die naheliegende – und rettende – Frage. Diese Möglichkeit hatte ich bisher völlig ausgeblendet. So weit weg wohnten wir gar nicht, aber ich wollte meine Eltern doch nicht wegen meiner Vergesslichkeit hin- und herfahren lassen. Okay, und vielleicht wollte ich vor allem meine Vergesslichkeit nicht zugeben. Ich war doch so stolz gewesen, gleich als Pumpen-Neuling alles selbst gemacht und vermeintlich nichts übersehen zu haben.
Endlich aufs Wasser!
Doch eine bessere Lösung gab es wirklich nicht, und so kamen meine Eltern am nächsten Morgen mit dem rettenden Power Pack zum See. Das Beste: Nicht nur ich konnte im Kajak mit aufs Wasser, sondern auch meine Eltern nahmen sich einen Kanadier und paddelten mit uns über den See!

Oh, das erinnert mich an ein anderes Erlebnis… Kajaks, Wasser, und Pumpen, die nur bis einen Meter Tiefe wasserdicht sind. Aber das ist eine andere Geschichte 😊
Was sind eure Freizeit- und Sommer-Erfahrungen? Habt ihr selbst schon mal Diabetes-Freizeiten mitgemacht, oder auch Freizeiten ohne andere Diabetiker:innen, und was habt ihr da so erlebt?
Mein erstes Mal Camp D – einfach beeindruckend! – Diabetes-Freizeiten sind etwas ganz Besonderes, das weiß auch Basti!
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße