Insulinpens passend zum Typ

3 Minuten

Insulinpens passend zum Typ

Das Angebot an Insulinpens ist über die Jahre gewachsen – und ebenso das, was die Injektionshilfen können. Ganz frei sind Diabetiker in der Auswahl nicht, denn die Wahl des Insulinpens richtet sich nach dem verwendeten Insulin. Dennoch gibt es oft die Möglichkeit auszuwählen, denn viele Unternehmen bieten verschiedene Insulinpens an, mit unterschiedlichen Funktionen – so dass jeder “seinen” Insulinpen finden kann.

Jan braucht nur wenig Insulin

Gut ein Jahr alt war Jan, als seine Kinderärztin den Typ-1-Diabetes bei ihm feststellte. Zwei Jahre sind inzwischen vergangen, und der 3-Jährige tollt mit seinen Spielkameraden im Kindergarten umher. Ständig ist er in Bewegung – still zu sitzen, das ist gar nicht sein Ding. Dadurch braucht er sehr wenig Insulin am Tag, für eine Mahlzeit reichen oft 1,5 Einheiten Insulin.

Aufziehen können Jans Eltern diese geringe Insulindosis mit einer Insulinspritze. Das ist aber aufwendig, gerade wenn die Familie – die 5-jährige Sara und der 8-jährige Philip gehören noch dazu – unterwegs ist und die fünf im Restaurant essen. Zum Glück für Jan und seine Eltern gibt es Insulinpens, die es ermöglichen, auch halbe Einheiteneinzustellen. So kann der Dreikäsehoch losfuttern wie seine Geschwister – und anschließend unkompliziert sein Insulin bekommen, wenn klar ist, wie viel er gegessen hat.

Auch wenn Jan in Kürze mit einer Insulinpumpentherapie beginnen wird, weiß seine Mutter den Insulinpen mit den halben Einheiten (s. Abb. 1) weiter zu schätzen: Sie kann ihren eigenen Diabetes damit behandeln, weil sie selbst auch sehr wenig Insulin benötigt.

Britta möchte die Insulindosis prüfen

Die 32-jährige Britta steht mitten im Berufsleben. Sie arbeitet in einem Architekturbüro und ist dadurch viel unterwegs. Ihr Typ-1-Diabetes begleitet sie seit ihrem 11. Lebensjahr. Damals bekam sie bei der Einstellung direkt zwei Insulinpens: einen für ihr Basalinsulin, einen für ihr Bolusinsulin. Sie funktionierten rein mechanisch, außer Insulin abzugeben konnten sie aber nichts. Das störte sie nicht, die Diabetestherapie funktionierte gut. Bis vor kurzem arbeitete sie auch ohne Probleme weiter mit diesen Insulinpens.

Heute sind ihre Ansprüche gestiegen, ihr Sicherheitsbedürfnis durch den unregelmäßigen Tagesablauf auch. Beim Essen mit Kunden kann es ihr schon einmal passieren, dass sie zu unkonzentriert ist und nicht mehr weiß, ob und wie viele Einheiten sie gespritzt hat. Oder zu Hause ist es einfach mit den zwei Kindern sehr lebhaft, das Essen steht schon auf dem Tisch: “Habe ich schon gespritzt?”, fragt sie sich.

Deshalb hat sich Britta aus dem großen Angebot an Insulinpens nun welche ausgesucht, bei denen sie anschließend nachsehen kann, was sie gespritzt hat (s. Abb. 2). So kann sie entspannter mit ihrem Diabetes umgehen.

Peter injiziert Insulin automatisch

Peter ist mit seinen 71 Jahren noch recht mobil. Aber was ihm stark zu schaffen macht, ist sein Rheuma: Immer wieder kommt es zu schmerzhaften Schüben – die er vor allem in den Händen spürt. Dinge fest zu greifen, fällt ihm schwer, auch die Kraft in den Händen ist nicht mehr so wie in seiner Jugend.

Seit drei Jahren braucht er zur Behandlung seines Diabetes Insulin. Mit seiner Diabetesberaterin hat er sich viele Insulinpens angesehen, um einen zu finden, mit dem er trotz seiner Beschwerden in den Händengut umgehen kann. Vor allem hat er ausprobiert, ob er den Dosierknopf gut herunterdrücken kann, wenn er das Insulin injiziert.

Schwierig war für ihn, gleichzeitig den Insulinpen stabil festzuhalten und trotzdem die Kraft für das Injizieren aufzubringen. Entschieden hat er sich dann für einen Insulinpen, bei dem er die Injektion automatisch starten kann, ohne großen Kraftaufwand (s. Abb. 3). Damit fällt es ihm leicht, sich regelmäßig mit seinem Medikament zu versorgen, um die Blutzuckerwerte im Lot zu halten – und sein Leben weiter aktiv und mit vielen schönen Erlebnissen Tag für Tag zu genießen.


von Lena Schmidt und Dr. Katrin Kraatz

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (6) Seite 14-17

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Wieso man bei Diabetes das Gürtelrose-Risiko ernst nehmen und vorsorgen sollten – Erfahrungsbericht von Shirin
In dieser Podcast-Sonderfolge sprechen wir mit der Moderatorin, Musikproduzentin und Autorin Shirin Valentine über ein Thema, das in der Diabetes-Community noch immer häufig unterschätzt wird: das erhöhte Risiko für Gürtelrose, die damit einhergehenden Folgen und wie wichtig daher die Vorsorge ist.
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Wieso man bei Diabetes das Gürtelrose-Risiko ernst nehmen und vorsorgen sollten – Erfahrungsbericht von Shirin | Foto: MedTriX/Nils Gräff

2 Minuten

Anzeige
Diabetes und Gürtelrose: Risiken kennen und sich informieren – mit Video und Podcast
Shirin lebt seit vielen Jahren mit Typ‑1‑Diabetes – und war überrascht, als sie mit 49 eine schmerzhafte Gürtelrose entwickelte. Erst danach erfuhr sie, dass Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko haben können. Heute appelliert sie daran, gut informiert zu sein, die Risiken zu kennen und die Vorsorge ernst zu nehmen.
Diabetes und Gürtelrose: Risiken kennen und sich informieren | Foto: MedTriX

3 Minuten

Anzeige
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Verbände