Öffentliche Gesundheit neu gedacht: BIÖG, Diabetesnetz und wir – warum es wichtig ist, dass Betroffene mitreden

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Öffentliche Gesundheit neu gedacht: BIÖG, Diabetesnetz und wir – warum es wichtig ist, dass Betroffene mitreden | Foto: master1305 - stock.adobe.com
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Öffentliche Gesundheit neu gedacht: BIÖG, Diabetesnetz und wir – warum es wichtig ist, dass Betroffene mitreden

Mit dem neuen Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) und dem Diabetesnetz Deutschland rücken Prävention und Aufklärung enger zusammen. Datenbasierte Empfehlungen, vernetzte Angebote und die Stimme von Betroffenen sollen Aufklärung alltagstauglicher machen.

Früher hieß es Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), seit Februar 2025 trägt die Einrichtung den Namen BIÖG – Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit. Mit der Umstellung kamen neue Strukturen und vor allem eine Kooperationsvereinbarung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) hinzu – Deutschlands zentraler Einrichtung für Krankheits-Überwachung und Gesundheits-Forschung. Für Menschen mit Diabetes bedeutet das: Prävention und Aufklärung basieren verstärkt auf Daten und die Angebote der Bundeseinrichtungen greifen besser ineinander.

BIÖG – und was dahintersteckt

Das BIÖG verbindet Gesundheits-Kommunikation mit Aufgaben der öffentlichen Gesundheits-Förderung. Es stellt hilfreiche Inhalte bereit, unterstützt Fachkräfte in Kita, Schule oder Kommune und baut Strukturen auf, die Gesundheitsämter besser vernetzen. Die Zusammenarbeit mit dem RKI soll sicherstellen, dass Empfehlungen wissenschaftlich geprüft und im Alltag anwendbar sind. Kurz: Es gibt mehr Qualität, klare Zuständigkeiten – und bessere Orientierung für alle.

Diabetesnetz Deutschland und diabinfo.de

Unter dem Dach des BIÖG bringt das „Diabetesnetz Deutschland – gemeinsam gesünder“ wichtige Akteurinnen und Akteure zusammen. Ziel ist es, Prävention, Früherkennung und Aufklärung zu bündeln und bundesweit sichtbar zu machen. Zum Beispiel mit Aktionswochen, Unterrichtsmaterial für Schulen oder gemeinsamen Online-Informationen.

Ein Schlüsselbaustein ist diabinfo.de, das nationale Diabetes-Informationsportal. Für alle Menschen zählt der direkte Nutzen. Beispielsweise anhand eines Risiko-Tests für Typ-2-Diabetes, gut verständlichen Informationen für den Alltag und Inhalte in mehreren Sprachen – auch in einfacher Sprache. Alle Informationen sind neutral, also ohne Werbung, und wissenschaftlich geprüft. So wird Prävention leicht zugänglich, verlässlich – und kann wirken.

Die Rolle der DDF

Wir als DDF bringen die Perspektive von Betroffenen und Angehörigen in die Arbeitsgruppen des Diabetesnetzes ein. Damit sollen Materialien, Formulare und Empfehlungen wirklich alltagstauglich werden. Ein sichtbares Beispiel: diabinfo.de verweist in der Rubrik „Recht und Soziales“ ausdrücklich auf die ehrenamtlichen DDF-Sozialreferentinnen und -referenten als Anlaufstelle bei sozialrechtlichen Fragen beispielsweise zu Kita und Schule. Diese Verzahnung von öffentlicher Information und Selbsthilfe-Kompetenz stärkt die Sicht von Betroffenen in der nationalen Aufklärung.

Dass das BIÖG beim #KidsKon mit einem eigenen Stand vertreten ist, ist für uns ein starkes Signal: Öffentliche Gesundheit und gelebte Selbsthilfe treffen sich dort, wo Kinder, Familien und Fachleute ins Gespräch kommen. „Es ist wichtig, dass wir unsere Stimme systematisch einbringen – das stärkt die Selbsthilfe und gibt Betroffenen echte Mitgestaltungsmöglichkeiten“, stellt Thomas Roth, Leitung Medizin DDF, fest.

Fazit

Das BIÖG steht für Kontinuität plus Aufbruch: Bewährte Angebote bleiben, die Abstimmung mit dem RKI und die Netzwerkstruktur rund um das Diabetesnetz machen Aufklärung zielgenauer. Wie groß der Effekt wird, hängt von der weiteren politischen Umsetzung ab. Klar ist aber: Wenn Betroffene mitreden und Portale wie diabinfo.de konsequent genutzt werden, rückt Prävention spürbar näher an den Alltag.

Weiterführende Informationen


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (10) Seite 62-63


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  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 2 Wochen

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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