Der DiaCup 2026 war erfolgreich. Aber ist das nun ein Selbstläufer? „Meine Antwort: ein klares Nein“, sagt Hartmut Diers, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Diabetes Hilfe (DDH-M), Landesverband NRW e. V., und hier mitverantwortlich für die Vorbereitung und erfolgreiche Durchführung dieses Turniers.
Aber der Reihe nach. Sport ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Diabetes. Durch regelmäßige körperliche Aktivität werden Blutfettwerte optimiert, das Herz gestärkt und insbesondere die Insulin-Empfindlichkeit verbessert. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Diabetes-Hilfe hat genau aus diesem Grund die Förderung von Sport und Bewegung als ein Schwerpunktthema definiert und fördert dieses mit diversen Veranstaltungs-Formaten.
Eins dieser Formate ist der „DiaCup – das Tischtennis-Turnier für Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen“. Dieses wurde am Wochenende vom 20. zum 21. Juni 2026 bereits zum vierten Mal in Kooperation mit Borussia Düsseldorf, dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und dem Regionalen Innovationsnetzwerk (RIN) Diabetes erfolgreich ausgetragen.
Spannendes Schleifchenturnier der Borussen
- lockeres, geselliges „Schleifchendoppelturnier“ für alle Teilnehmenden
- nach jeder kurzen Runde wurden Paarungen und Gegner per Zufall neu zusammengesetzt
- für jedes gewonnene Spiel erhalten die Spieler symbolische Schleifchen
- wer die meisten Schleifchen gewonnen hat, ist der Sieger
Wir können über ein Turnier mit knapp 100 Teilnehmenden berichten. Gespielt wurde im renommierten Tischtennis-Zentrum von Borussia Düsseldorf. Die Teilnehmenden wurden nach Spielstärke in Gruppen der Vereinsklasse sowie der Hobbyklasse eingeteilt und verfolgten immer den Grundsatz „Spaß, Fairplay und Begegnung stehen im Vordergrund“. Abgerundet wurde der erste Turniertag mit einer gemeinsamen Abendveranstaltung mit Kurzimpulsen und viel Raum zum Austausch.
Ganz wichtig: Erfahrene Diabetesberaterinnen begleiteten das gesamte Turnier und leisteten wertvolle Unterstützung bei Fragen rund um den Diabetes während des Sports. Unsere geschätzten Sponsoren und Aussteller boten mit Informationsständen spannende Einblicke in innovative Entwicklungen rund um den Diabetes.
Viel Raum für viele spannende Partien
- Berücksichtigung der unterschiedlichen Leistungsstärken der Vereins-Spielenden
- Haupt- und Trostrunde nach den Gruppenphasen der Hobby-Spielenden
- jeder Teilnehmende spielt mindestens fünf Partien
Eine solche Erfolgsstory bedarf einer gewissenhaften und sorgfältigen Planung und fast einjährigen Vorbereitung und ist bei Weitem kein Selbstläufer. Im Verlauf des Turniers stellte ich Hartmut Diers drei Fragen:
Wer trägt zum Gelingen des DiaCups bei?
Hartmut Diers: Die Mitorganisatoren DDZ, RIN und natürlich Borussia Düsseldorf haben mit ihren Verantwortlichen auch dieses Jahr wieder Großes geleistet. Namentlich erwähnen möchte ich hier insbesondere Lukas Schmidt, Dr. Olaf Spörkel und insbesondere auch Kathi Korn, selbst leidenschaftliche Tischtennis-Spielerin mit Typ-1-Diabetes. Auch ist ohne das leidenschaftliche Zutun der Verantwortlichen des Mitorganisators Borussia Düsseldorf ein solches Turnier nicht denkbar. Besonders gefreut haben wir uns über die Treue und das großzügige Sponsoring des Hauptsponsors Abbott sowie über die Unterstützung durch den Tischtennis-Ausstatter Butterfly. Nur durch das vertrauensvolle Zusammenspiel dieser Beteiligten ist ein solches Format durchführbar. Vielen Dank!
Nicht zu vernachlässigen ist auch der physische Auf- und Abbau in den Sporthallen nebst Durchführung der gemeinsamen Abendveranstaltung. Schwergetan haben wir uns allerdings mit der erstmaligen Berechnung eines Startgelds in Höhe von 10 Euro. Jedoch gab es in den Vorjahren vermehrt unentschuldigtes Fernbleiben. Dieses hatte regelmäßig die Turnierpläne durcheinandergeworfen und zu langen Wartezeiten bei den Spielenden geführt. Durch die „Anrechnung“ als Verzehr-Gutschein haben wir meines Erachtens eine zufriedenstellende Lösung gefunden.
Warum ein Turnier in der Sportart Tischtennis?
Hartmut Diers: Die Vorteile des Tischtennis-Sports sind vielfältig. Zunächst einmal ist Tischtennis ein unglaublich dynamischer Rückschlagsport, der Reflexe, Technik und Strategie vereint. Tischtennis unterstützt dabei die körperliche Fitness, trainiert viele Muskelgruppen, verbessert die Koordination und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Ausschlaggebend ist aber sicherlich, dass Tischtennis für alle Altersgruppen und Fitness-Level geeignet ist, mit einem eher geringen Verletzungsrisiko verbunden ist und insbesondere die Kommunikation zwischen den Spielenden fördert. Insoweit können wir uns für die Zwecke dieser Veranstaltung und dann noch mit dem renommierten Partner Borussia Düsseldorf im Rücken keine günstigere Sportart vorstellen.
Was treibt dich persönlich an, dieses Turnier mit so viel ehrenamtlichem Engagement vorzubereiten?
Hartmut Diers: Ich selbst bin auch sportlich aktiv und lebe mit Diabetes. Ich weiß, wie wichtig Sport und Bewegung, aber auch der informelle Austausch unter „Gleichen“ sind. Es treibt mich an, Möglichkeiten für Sportler mit Diabetes zu schaffen und zu fördern. Und wenn nur ein einziger Teilnehmer oder eine einzige Teilnehmerin nach der Veranstaltung sagt, „das war ein klasse Turnier!“, dann hat es sich schon wieder gelohnt. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Planungen für den DiaCup 2027.
von Michael Wolters, Beisitzer im Landesvorstand/Schwerpunkt „Sport“
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (8/9) Seite 60-61
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