Plädoyer für die Früherkennung des Typ-1-Diabetes: „Ich weiß gar nicht, warum wir das noch diskutieren“

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Plädoyer für die Früherkennung des Typ-1-Diabetes: „Ich weiß gar nicht, warum wir das noch diskutieren“ | Foto: Sondem – stock.adobe.com
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Plädoyer für die Früherkennung des Typ-1-Diabetes: „Ich weiß gar nicht, warum wir das noch diskutieren“

Die Früherkennung eines Typ-1-Diabetes in einem Stadium, in dem er noch keine Symptome macht, stellt Familien vor Herausforderungen. Langfristig betrachtet bringt es jedoch große Vorteile. Ein Plädoyer des DDB für die Aufnahme des Früherkennungstests in der Grundversorgung.

„Es war ein Schock“, sagt Maria Vogel über den Moment, in dem sie erfuhr, dass ihr Sohn Arlo Typ-1-Diabetes hat. Das war 2018, Arlo war zwei Jahre alt. Während die Mutter versuchte, das Ergebnis zu ignorieren und Ruhe zu bewahren, plagten ihren Mann Schuldgefühle. Er hat selbst Typ-1-Diabetes und fragte sich: Hatte er seinem Kind die Krankheit aufgebürdet? Bei jedem Anzeichen, dass die Krankheit ausbrechen könnte, reagierte er hochempfindlich.

Die Studienärzte und -ärztinnen hätten sie beruhigt, erinnert sich Maria Vogel: „Ich habe es damals so verstanden, dass das Ergebnis nicht unbedingt ‚etwas zu bedeuten‘ haben müsse, es sei überhaupt nicht sicher, wann die Krankheit ausbrechen würde.“ Im Nachhinein sieht sie das kritisch. „Womöglich hätten wir die Zeit besser nutzen können, um uns auf das einzustellen, was vor uns lag.“

Lesen Sie dazu die Einordnung eines beteiligten Wissenschaftlers in der vollständigen Version des Artikels unter diabetikerbund.de/frueherkennung.

Vorteile überwiegen

Heute können Ärzte und Ärztinnen deutlich besser eingrenzen, in welchem Zeitraum die Krankheit ausbrechen könnte. Mit finanzieller Unterstützung des DDB haben Forschende am Helmholtz-Forschungszentrum zum Beispiel ein Vorhersage-Raster entwickelt, den „Progression Likelyhood Score“.

Und bei allen Herausforderungen, denen Familien mit einem positiven Ergebnis gegenüberstehen, sieht Maria Vogel eindeutig die überwiegenden Vorteile der Früherkennung: „Die Untersuchung auf Diabetes-spezifische Autoantikörper gehört ins U-Heft“, sagt sie. „Ich weiß gar nicht, warum wir das noch diskutieren.“ Die frühe Diagnose ermöglicht den Eltern, sich auf das Management der Erkrankung einzustellen, und hilft dadurch, Folgeerkrankungen vorzubeugen. Und sie schützt vor schweren Krisen bei der Manifestation.

Unsicherheit und Überforderung vorbeugen

„Weil wir die Diagnose kannten, haben wir schnell reagiert, als es wirklich so weit war“, sagt Maria Vogel. Als Arlo immer mehr trank und nachts einnässte, fuhren sie in die Klinik. „Da lag der Blutzucker noch bei 15“, berichtet die Mutter; gemeint sind 15,0 mmol/l bzw. 270 mg/dl. „Und er hatte keine Ketone im Blut.“ Arlo war fünf, sein jüngster Bruder gerade ein Jahr alt.

Auch weil sie die Geschwisterkinder zu versorgen hatten, drängten die Eltern auf eine schnelle Entlassung aus der Klinik. Mit dem Management des Diabetes sowie der regulären Versorgung der Kinder waren sie zu Hause allerdings extrem gefordert. „Aber ich wollte, dass wir so schnell wie möglich ‚zurück ins System‘ kommen“, sagt Maria Vogel. Arlo sollte wieder in die Kita gehen. Unsicherheit und vielfältige Anforderungen belasteten die Familie auch in dieser Phase enorm.

Unterstützung für Familien

„Ich hätte mir gewünscht, dass wir schon mit dem Ergebnis des Frühtests einen Handzettel bekommen hätten, auf dem die wichtigsten Schritte stehen, die jetzt zu gehen sind“, sagt Maria Vogel. Heute weiß die DDB-Vorsitzende: Familien, in denen ein Kind einen positiven Frühtest hat, brauchen verlässliche Begleitung und Unterstützung – beim Management, in rechtlichen und Verwaltungsangelegenheiten, emotional und psychologisch. „Es reicht nicht, betroffene Familien alle paar Monate anzurufen“, sagt sie. Vielmehr sei eine Familienhilfe nötig, die alle Betroffenen engmaschig begleitet.

Diese Hilfe bereitzustellen, sollte Aufgabe der kommunalen Sozialdienste sein. „Hier steht Personal mit sozialpädagogischem Fachwissen zur Verfügung, das auch geschult ist, mit Krisen umzugehen.“ Zweiter Arm der Unterstützung kann und muss die Selbsthilfe sein. „Nur Menschen, die selbst Ähnliches erlebt haben, können nachfühlen, was man als Familie durchmacht, wenn ein Kind an Typ-1-Diabetes erkrankt.“


von Dr. Ulrike Schneeweiß

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (4) Seite 62-63

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  • olivers postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 4 Tagen, 1 Stunde

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver

    • @olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
      Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
      Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne Probleme

      Gruß Sandra