Ein Sonntag, der Herzen höher schlagen ließ: ein unvergesslicher Tag für die Diakids am Flugplatz Burgebrach

2 Minuten

Ein Sonntag, der Herzen höher schlagen ließ: ein unvergesslicher Tag für die Diakids am Flugplatz Burgebrach | Foto: Annika Biermann
Foto: Annika Biermann
Ein Sonntag, der Herzen höher schlagen ließ: ein unvergesslicher Tag für die Diakids am Flugplatz Burgebrach

Die Diakids Nürnberg/Mittelfranken erlebten am Flugplatz Burgebrach einen unvergesslichen Tag: Kinder mit Typ-1-Diabetes durften erstmals fliegen. Ehrenamtliche Piloten ermöglichten den jungen Patienten und ihren Eltern Momente der Unbeschwertheit.

Was war denn da los über Burgebrach? Flugzeuge stauten sich auf den Rollwegen, am Himmel kreisten Maschinen in Warteschleifen. Ein ungewöhnliches Bild für den kleinen Flugplatz – doch der Grund war umso außergewöhnlicher. Die Diakids Nürnberg/Mittelfranken waren zu Besuch, Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren, die mit einer großen täglichen Herausforderung leben – Typ-1-Diabetes.

Ein Tag, der nicht nach Zucker, sondern nach Freiheit schmeckte

Für die meisten Kinder bedeutete dieser Tag nicht nur den ersten Flug im Leben, sondern auch ein kleines Stück Unbeschwertheit, das im Alltag oft fehlt. Denn ihr Alltag ist getaktet nach Glukosewerten, Insulindosen und Kohlenhydraten. Und dennoch: An diesem Sonntag standen nicht Werte im Fokus – sondern die Freude.

Nach einer kurzen Einweisung in die Welt der Fliegerei öffneten sich die Hangar-Tore. Augen leuchteten, als der erste Tragschrauber startklar gemacht wurde – ein abenteuerlicher Anblick, der selbst Erwachsene staunen ließ. Und dann war es so weit: Das erste Diakind hob ab. Was folgte, war ein nicht enden wollendes Kommen und Gehen in den Lüften. Fünf Flächenflugzeuge und ein nahezu pausenlos fliegender Tragschrauber sorgten dafür, dass jedes Kind, das den Mut fand, auch in die Luft durfte.

Ein Sonntag, der Herzen höher schlagen ließ: ein unvergesslicher Tag für die Diakids am Flugplatz Burgebrach | Foto: Annika Biermann
Foto: Annika Biermann
Ein Sonntag, der Herzen höher schlagen ließ: ein unvergesslicher Tag für die Diakids am Flugplatz Burgebrach | Foto: Annika Biermann
Foto: Annika Biermann

Fliegen gegen die Last des Alltags

Nicht nur die Kinder flogen. Auch die Eltern – jene stillen Helden, die oft Tag und Nacht wachen, rechnen, spritzen, trösten – stiegen in die Maschinen. Für viele von ihnen war es nicht nur ein Flug, sondern ein symbolisches Loslassen, ein Aufatmen, ein Stolzsein. Ein Elternteil schrieb später in der Diakids-Gruppe: „Nach den auslaugenden Dia-Erfahrungen der letzten Monate war das heute einfach ein Tag zum Auftanken. Merci vielmals.“

Ein Erlebnis fürs Herz

Der Flugplatz war an diesem Tag mehr als nur Start- und Landebahn – er war ein Ort der Begegnung, des Muts und der Leichtigkeit. Überall strahlende Kinder, stolze Eltern, emotionale Umarmungen und viele Ehrenamtliche mit Herz und Hingabe. Ohne sie, ohne die Piloten, die ihre Zeit und Fluggeräte zur Verfügung stellten, wäre dieser Tag nicht möglich gewesen.

Danke – an alle, die Kinderträume wahr gemacht haben

Ein riesiges Dankeschön gilt Sven Sitte für die Mitorganisation und natürlich dem Team vom Flugplatz Burgebrach. Wer einmal sehen möchte, was dort – über den Wolken und im Herzen – passiert, ist jederzeit willkommen. Und wer die Arbeit der Diakids unterstützen möchte, kann das über den Diabetikerbund Bayern tun. Denn manchmal braucht es nicht viel – nur einen Tag, einen Flug, ein bisschen Mut – und ganz viel Herz.


von Annika Biermann, Diakids Nürnberg/Mittelfranken

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (11) Seite 77


➤ zur Beitragsübersicht von Diabetikerbund Bayern e.V.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Kochen Backen Diakids: Ein Kochbuch vom Typ F, das Unterstützung verdient
Kochen für Kinder mit Typ-1-Diabetes muss alltagstauglich sein. Genau diesem Anspruch wurde Sandra Harsch mit ihrem Buch „Kochen Backen Diakids“ gerecht. Damit das Buch künftig noch mehr Familien erreichen kann, läuft derzeit ein Crowdfunding für eine zweite Auflage.
Kochen Backen Diakids

3 Minuten

Neuer Vorsitzender: Wechsel an der Spitze der DiabetesHilfe Nord e.V.
Nach mehreren Jahren an der Spitze übergibt Michael Wirtz sein Amt: Neuer Vorsitzender der DiabetesHilfe Nord e.V. wird Reiner Sommer. Wirtz blickt auf gemeinsame Projekte zurück und erklärt, warum er dem Verein trotz Rückzugs weiterhin verbunden bleiben möchte.
Neuer Vorsitzender: Wechsel an der Spitze der DiabetesHilfe Nord e.V. | Fotos: privat

< 1 minute

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • lena-schmidt postete ein Update vor 2 Wochen

    Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße