Möglichkeiten und Potenziale: Meine Patientenstimme beim „17. Zukunftskongress öffentliche Apotheke“

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Möglichkeiten und Potenziale: Meine Patientenstimme beim 17. Zukunftskongress öffentliche Apotheke | Foto: Jonas Härter/DDH-M
Foto: Jonas Härter/DDH-M
Möglichkeiten und Potenziale: Meine Patientenstimme beim „17. Zukunftskongress öffentliche Apotheke“

Auch in den Apotheken gibt es Potenzial, Patientinnen und Patienten mitzubetreuen und Arztpraxen so zu entlasten. Beim „17. Zukunftskongress öffentliche Apotheke“ wurden Möglichkeiten diskutiert.

Einen Tag vor der Bundestagswahl fand der 17. Zukunftskongress des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR) wieder im ehemaligen Plenarsaal in Bonn statt. Bei der Podiums- und Plenardiskussion unter der Moderation von Ralph Erdenberger konnte ich als Patientenvertreterin (auf Wunsch von Thomas Preis, Vorsitzender des AVNR und Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) die Aspekte von chronisch kranken Menschen, hier insbesondere von Menschen mit Diabetes, einbringen:

„Trotz rückgehender Apothekenzahlen in Deutschland sind diese als persönliche und niederschwellige Anlaufstelle vor Ort wichtig. Das Vertrauen von Patienten in Apotheker/innen ist meist so hoch, dass dies auch zur zentralen Patientensteuerung genutzt werden kann. Das Schlagwort ‚Pharmarcy first‘, wo mit fundierten Fragebögen Menschen mit medizinischen Beschwerden, wie Halsweh oder Schnupfen u. ä., empfohlen werden kann, ob diese ins Notfallkrankenhaus oder zum Arzt müssen oder ob ein freiverkäufliches Apothekenmedikament auch helfen könnte.“

Wunsch: Projekt zur Mitbetreuung junger Menschen mit Diabetes in Apotheken sollte Standardversorgung werden

Wenn dies auch vom anwesenden Hausarzt Dr. Oliver Funken kritisch gesehen wurde, sah er trotzdem das Potenzial, überfüllte Wartezimmer für die wirklich kritischen Fälle zu leeren. Es wurde dann auch das Präventionspotenzial der Apotheke anhand von Impfungen diskutiert. Meine Ansicht war, dass ich geschultem Personal, egal ob Arzt, medizinischer Fachkraft oder Apotheker, meinen Arm zum Impfen hinhalten würde.

Mein Wunsch, auch in Bezug auf die Zukunft für Apotheken, ist, dass Projekte, wo junge Menschen mit Typ-1-Diabetes in der Apotheke mitbetreut wurden (Zukunftspreis 2016) und was zu einer deutlichen Verbesserung der Therapietreue und der HbA1c-Werte geführt hat, zur Standardversorgung werden sollten. Auch sehe ich in der Erhöhung der Gesundheitskompetenz eine Überlebensmöglichkeit für Apotheken. Dies kann durch Stärkung der Selbsthilfe bei der Eigendiagnose und Eigentherapie geschehen.

Die Gesundheitsversorgung muss mit allen Beteiligten (Ärzte, Apotheker, Patienten) neu gedacht werden und auch neue Finanzierungswege finden (z. B. Grundpauschale für Grundversorgung bei Ärzten oder an die heutige Zeit angepasste Honorierungen für Apotheker). Thomas Preis bedankte sich bei mir für die tatkräftige Unterstützung als Diskutantin bei der Kongressveranstaltung mit 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.


von Sabine Härter

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (4) Seite 80-81

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße