Zusammenarbeit: Mit Herz für die Niere

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Zusammenarbeit: Mit Herz für die Niere | Foto: zeenika - stock.adobe.com
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Zusammenarbeit: Mit Herz für die Niere

Oft treten ein Diabetes und eine Nierenerkrankung zusammen auf. Deshalb ist es sinnvoll, dass die Selbsthilfe im Bereich Diabetes und im Bereich Erkrankungen der Niere zusammenarbeiten.

Ein Diabetes, das wissen wir alle, ist nicht nur eine Stoffwechsel-Störung, die mit Hilfe von Insulin oder medikamentös im Griff zu halten ist. Als Folge schwankender Blutzuckerwerte können Schäden an verschiedenen Organen auftreten. So ist Diabetes etwa eine der häufigsten Ursachen für Erkrankungen der Niere. Ist das Organ, das Schadstoffe aus dem Blut filtert und ausscheidet, einmal schwer geschädigt, sind Betroffene oft auf die Dialyse („Blutwäsche“) angewiesen.

Für viele ist dann die Transplantation einer Niere die einzige Chance auf ein Leben ohne Dialyse. Und nicht selten, auch das haben viele von uns schon am eigenen Leib erfahren, nimmt der Weg durch das Gesundheitssystem für Menschen mit mehreren Erkrankungen Züge einer Dschungel-Expedition an: Mit viel eigenem Einsatz schlägt man sich durch das Dickicht unklarer oder überlappender Zuständigkeiten, um die bestmögliche Versorgung zu bekommen.

Gemeinsam stärker: Zusammenarbeit mit Bundesverband Niere

Etwa 40 Prozent aller Menschen mit Diabetes in Mitteleuropa erleiden in Folge der Grunderkrankung früher oder später Veränderungen der Niere, die eine Behandlung erforderlich machen. „Gerade für Menschen mit Diabetes ist es deshalb wichtig, die Nierenfunktion regelmäßig zu prüfen“, sagt Helmut Bruhnke, ehemaliger Vorsitzender des Bundesverband Niere e. V. „Das ist routinemäßig mit einem einfachen Urintest möglich.“ Nach dem heutigen Stand der Medizin sei es gut möglich, die Organfunktion bei Menschen mit erhöhtem Risiko engmaschig zu überwachen. „Gibt es bei den ersten Tests Hinweise auf eine Fehlfunktion, kann man der Schädigung oder einem Versagen der Niere therapeutisch entgegensteuern.“

Der Bundesverband Niere e. V., die Selbsthilfe-Organisation der Dialysepatienten und Nierentransplantierten Deutschlands, setzt sich ein für die Versorgung von Menschen mit Nierenerkrankungen, darunter viele mit einem Diabetes als Grunderkrankung. Der Verband steht insbesondere für die Stärkung der Prävention sowie für die fachgerechte Versorgung von Dialysepatientinnen und -patienten sowie Transplantierten in Deutschland.

Um die gemeinsamen Interessen von Menschen mit Diabetes und Menschen mit Nierenerkrankungen noch besser zu vertreten, werden der DDB e. V. und der Bundesverband Niere e. V. nun enger zusammenarbeiten. Wir planen unter anderem gemeinsame Veranstaltungen zur Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften oder auch Betroffenen. Als bundesweite Verbände können wir uns gegenseitig Fachwissen und Kompetenzen aus unseren Netzwerken bereitstellen. Und den Mitgliedern stehen die Angebote beider Verbände offen.

Online-Treffpunkt zum Thema Niere im April

Treffpunkt zum Thema Niere Im April werden wir einen gemeinsamen Online-Treffpunkt zum Thema Niere veranstalten. Nähere Informationen zu Inhalt und Datum finden Sie demnächst auf unserer Website: diabetikerbund.de. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit im Sinne aller Menschen mit Diabetes und/oder mit Nierenerkrankungen in Deutschland. Schreiben Sie uns gern Ihre Wünsche oder Fragen in Sachen „Nierenerkrankung und Diabetes“ an feedback@diabetikerbund.de. Informationen zum Bundesverband Niere gibt es unter www.bundesverband-niere.de.

Der DDB-Online–Treffpunkt gibt Raum für Ihre und Eure Anliegen! Zu unseren regelmäßigen bundesweiten Online-Treffen laden wir Expertinnen und Experten aus Medizin, Versorgung oder Politik ein und diskutieren die Bedarfe der Betroffenen. Die Treffen sind in erster Linie Ihr und Euer Raum – hier gibt es Austausch mit Gleichgesinnten und die Möglichkeit, eigene Anliegen zu platzieren. So können wir an wichtigen Stellen in Versorgung oder Politik für Ihre und Eure Interessen eintreten!

Von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten: Für Menschen mit einer bestehenden Nierenerkrankung kann es hilfreich sein, sich bei einem einsetzenden Typ-2-Diabetes (früher als „Altersdiabetes“ bekannt) über ihre besonderen Risiken informieren zu können. „Indem wir unser Fachwissen und die Betroffenenkompetenzen gegenseitig ergänzen, können wir besser für die Versorgung aller einstehen – und ihnen dadurch hoffentlich viel Leid ersparen“, sagt Helmut Bruhnke.

„Auch auf politischer Ebene können wir gemeinsam stärker auftreten, um die adäquate Versorgung von Menschen mit Diabetes und/oder Nierenerkrankungen zu fordern und zu fördern“, sagt Sandra Schneller, Vorsitzende des DDB. „Praktiker:innen in der Versorgung stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, etwa wenn es um die Aktualisierung geltender Leitlinien geht. Und wir können wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn unterstützen, indem wir Forschung fördern und unsere Expertise als Betroffene beisteuern.“


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (3) Seite 62-63

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 2 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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