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Der Riss in meiner Seele und das Gefühl, das immer bleibt
4 Minuten
Wie viele Kalorien, wie viel Fett, wie viele Einheiten für welche Kohlenhydrate – wir Diabetiker sind wahre Rechenmaschinen, ständig kalkulieren wir, wägen ab und gehen wahrscheinlich mehrmals am Tag mit unserer Einschätzung ein Wagnis ein. Das Ziel ist am Ende ein guter Wert, eine Zahl, die uns manchmal um den Verstand bringt. Aber dieser tägliche Wahnsinn gehört zu uns nun mal dazu.
Ein dunkler Schatten, der immer da ist
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war mir diese Zahl so egal, dass ich sie gar nicht mehr ermittelt habe. Auch das Spritzen von Insulin ließ ich völlig außer Acht. Dieses Verhalten wendete ich einerseits an, weil ich rebelliert habe, gegen die Welt, gegen das Leben und am Ende vor allem gegen mich.
Zu was das führte, wissen wahrscheinlich nach diesen Zeilen schon einige – ich bekam eine Diabulimie oder, wie es damals bei mir genannt wurde, diabetische Magersucht. Auf diese Zeit möchte ich aber gar nicht direkt eingehen. Es geht mir viel eher um das, was davon übrig bleibt, es geht um diesen einen dunklen Schatten, der mich seit meinem 14. Lebensjahr täglich begleitet und der sich manchmal dunkler als an den anderen Tagen zeigt.
Ein Riss in der Seele, den ich immer wieder spüre
Mit einem BMI von knapp 24 gelte ich als normalgewichtig, nicht dünn, nicht dick, irgendetwas dazwischen. Ich habe eine ganz normale Figur, das weiß ich, zumindest mein Verstand weiß es. Meine Seele hingegen hat einen Riss aus dieser Zeit; wann diese Zeit genau anfing und wann sie endete, kann ich gar nicht sagen, aber ich spüre diesen Riss immer wieder.

Es sind auf der einen Seite körperliche Faktoren, die hinterlassen wurden, ich kenne das Gefühl von Hunger nicht, ich kann tagelang nichts essen, ohne Defizite zu spüren – auf der anderen Seite kenne ich aber auch nicht das Gefühl, gesättigt zu sein. Mich überkommt nur eine Übelkeit, wenn ich zu viel gegessen habe und somit über den natürlichen Punkt der Sättigung gegangen bin. Im Normalfall esse ich einfach sehr langsam und höre auf, wenn mein Gegenüber fertig mit seiner Portion ist. Das ist keine Absicht, kein Vorhaben, das ich plane, es passiert auch nicht immer, aber es sind Mechanismen, die nicht so ganz verschwinden wollen, ein dunkler Schatten eben.
Manchmal hat mein Verstand keine Stimme mehr
Meine Psyche ist da schon etwas gewiefter, sie flunkert mir Dinge vor, die mich immer wieder immense Kraft kosten. Mein Blick in den Spiegel ist verzerrt, das, was ich da sehe, entspricht meiner Wirklichkeit und zeigt mir nichts, was mir gefällt.
Eine „schlechte“ Zahl auf der Waage kann mir den ganzen Tag versauen, es ist so ein Gefühl, das in mir rumort und mich den ganzen Tag bezwingt, egal, wie sehr ich versuche, es zu ignorieren. Und wenn ich mal wieder in einer Umkleidekabine stehe und die Konfektionsgröße nicht meiner Vorstellung entspricht, will ich mich einfach nur verkriechen und niemandem zeigen.
Die Krux an der Sache ist: Mir ist völlig bewusst, dass in diesen Situationen meine Seele regiert und mein Verstand einfach keine Stimme mehr hat. Trotzdem sind es genau diese Tage, an denen alles schiefläuft und dieses Gefühl gepaart mit diesen Gedanken in mir raufkommt und ich nur noch einen Gedanken in mir trage: ESSEN!
Essen, bis der Körper aufgibt
Es ist ein Zwang in mir, den ich sehr selten unterdrücken kann. Ich gehe extra einkaufen. Hauptsache fettig und kalorienreich. Ich bin an diesen Tagen alleine zu Hause, ich würde keinen Beobachter dabei zulassen. Dann esse ich, bis mein Körper aufgibt. Weil die Übelkeit und das schlechte Gewissen überwiegen. Es ist purer Wahnsinn, mich mit Essen vollzustopfen, wenn ich mich zu „dick“ fühle, aber der Riss ist an diesen Tagen besonders stark zu fühlen.
Mittlerweile schaffe ich es, das Verlangen zu bändigen
Bis vor einem halben Jahr feierten mein dunkler Schatten und ich solche Exzesse jede Woche, dann beschloss ich, meinem Therapeuten davon zu erzählen. Es hat geholfen. Das Verlangen ist immer noch da, aber ich schaffe es mittlerweile, es zu bändigen. Ich versuche, in mir zu forschen, woher dieser Drang kommt, was der Auslöser war und wie ich auf anderen Wegen damit umgehen kann.
Wenn der Drang am Ende doch gewinnt, beschränke ich mich, ich gehe nicht extra einkaufen, ich koche mir selber etwas und versuche, es zu genießen. Ich versuche dann, meine Seele zu streicheln, und nicht, mich selbst zu bestrafen.
Ich denke, dass der Riss mit seinem Schatten immer ein Teil meines Lebens bleiben wird, doch ich hoffe und bin guter Dinge, dass ich damit mal besser und mal schlechter leben kann.

Ich hatte eine Essstörung. Und da ist dieses Gefühl, das immer bleibt.
Essstörungen bei Diabetes und der schwierige Umgang mit dem Essen allgemein ist immer wieder ein Thema in der #BSLounge:
- Heike: Diabetes und Essstörungen – ein heikles Thema zum Nachdenken
- Stefanie: Diabetes und Essverhalten
- Martina: Kann denn Essen Sünde sein? – Wieso wir unsere Sprachgewohnheiten dringend ändern sollten
- Lisa: Insulinpurging – “Diabetes? Sieht man dir gar nicht an!”
- Janne: Magersucht und Diabetes
- Lara: Die Psyche bei Diabetes – sprich mit anderen
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 1 Tag, 7 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 1 Tag, 6 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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