- Aus der Community
Ist Low Carb ungesund?
3 Minuten

Letzten Sommer diesen Jahres schickte mir eine Freundin einen schlagkräftigen Artikel mit der Überschrift: „Low Carb“ – Trend: Früher Tod durch Kohlenhydratverzicht?“

Der Verzicht auf Kohlenhydrate bedeutet nach der Studie des Polen Maciej Banach ein erhöhtes gesundheitliches Risiko und damit auch einen vorzeitigen Tod.
Diese Aussage gab mir zu denken, ernähre ich mich doch länger schon low-carb. Mir geht es jedoch blendend damit! Nach dem Motto „Vertraue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast“ machte ich mich auf Spurensuche. Ich wollte dabei besonders Low Carb im Zusammenhang mit Diabetes genauer unter die Lupe nehmen.
„Neue Studienergebnisse legen nahe, dass eine vernünftige Mischkost am besten einer herzgesunden Diät entspricht.“
Das sagt Andrea Podczeck-Schweighofer, Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft im erwähnten Artikel.
Als Gründe dafür nennen sie: Menschen, die sich mit Low Carb ernähren, essen weniger Ballaststoffe und Früchte, aber nehmen mehr tierische Proteine und gesättigte Fette zu sich.
Low Carb ist nicht gleich Low Carb!
Es gibt bei Low Carb eine große Bandbreite an Ernährungsformen und der Anteil an Kohlenhydraten variiert ebenfalls. Bei der „Happy Carb“ Diät von Bettina Meiselbach ist man variabel bis zu 100 g Kohlenhydrate und viele Ballaststoffe hauptsächlich in Form von Gemüse und natürlich auch etwas Eiweiß mit Eiern, Quark oder ab und zu Fleisch. Low-Carb-Ernährung ist hier eine gesunde Mischkost. Nicht alle Kohlenhydrate werden gestrichen, sondern eben nur reduziert gegessen. Ich esse bei meiner Low-Carb-Ernährung teilweise auch einen Apfel im Kuchen (ja, der ist auch erlaubt!) oder ein paar Beeren im Müsli. Bei Brot, Reis oder Nudeln wähle ich die kohlenhydratreduzierten Alternativen aus. Ich backe mir mein eigenes Low-Carb-Brot mit Haferkleie oder koche mit Low-Carb-Nudeln (z.B. Konjaknudeln oder Linsen-Pasta).
Meinem Diabetes geht es bei dieser Reduktion von Kohlenhydraten richtig gut! So steigt mein Blutzucker nach dem Essen nicht mehr so rasant in die Höhe. Ich kann meine verabreichten Insulindosen besser einschätzen. Das gibt gesamt weniger Schwankungen im Blutzuckerverlauf. Beim Diabetes hat sich die Anzahl meiner Über- und Unterzuckerungen mit Low Carb deutlich reduziert.
Qualität statt Quantität
Viele Menschen denken, dass man mit Low Carb nur Fleisch, Wurst oder Käse essen darf. Eiweiß ist unbestritten ein wesentlicher Nährstoff für unseren Körper. Aber wie bei vielen anderen Dingen kommt es auch hier auf die Qualität an. Viel „billiges“ Fleisch oder Wurst aus dem Supermarkt ist nicht gefragt. Hochwertiges Bio-Fleisch, Bio-Käse und Bio-Eier mit viel frischem Gemüse nähren den Körper optimal. Qualität ist auf jeden Fall der Quantität vorzuziehen.

Zusammenfassend lässt sich meiner Meinung nach sagen: Eine leicht kohlenhydratreduzierte Ernährung für DiabetikerInnen ist sinnvoll und muss kein gesundheitlicher Nachteil sein. Ein wichtiger Punkt ist sicher, dass man wesentlich mehr Zeit in der Küche verbringt und sich seine Mahlzeiten zum Großteil selbst zubereitet. Aber ist das nicht auch ein Vorteil?! Ich werde kritischer und kreativer beim Einkauf von Lebensmitteln und die eigenen Kochkünste verbessern sich. Denn Fast Food ist bei meiner Low-Carb-Ernährung gestrichen! Ein wesentlicher Punkt aber ist – Low Carb kann den Blutzuckerverlauf stabilisieren und hilft, größere Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Habt ihr es schon ausprobiert? Auf eure Erfahrungen bin ich gespannt!
Mehr Gedanken zum Thema Ernährung findet ihr zum Beispiel von Caro: Soul Food – oder: Was tut mir gut?
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung
- Eltern und Kind

< 1 minute
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?




Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück