- Aus der Community
Hypoglykämien: auch für Familie und Partnerschaft eine Bewährungsprobe
4 Minuten
Es passiert so schnell: Da schätzt man Kohlenhydrate falsch ein, spritzt zu viel Insulin, verausgabt sich beim Sport, trinkt am Abend ein Gläschen zu viel Alkoholisches – es gibt unglaublich viele Faktoren im Alltag von Menschen mit Diabetes, die zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen können. Wer am normalen Leben teilnimmt, wird „Hypos“ auch nie ganz vermeiden können. Sie sind deshalb auch nichts, für das sich Menschen mit Diabetes schämen müssten.
Für die Betroffenen peinlich – für die Angehörigen beängstigend
Und doch ist es offenbar vielen peinlich, wegen einer Hypoglykämie die Kontrolle zu verlieren und nicht mehr Herr ihrer Sinne zu sein. Das berichtete die Hamburger Fachpsychologin Susan Clever bei der diesjährigen Jahrestagung der DDG in Berlin. Sie hat sich auf die psychologische Betreuung von Menschen mit Diabetes spezialisiert. In ihrer Beratung trifft sie auf Menschen mit Diabetes, die sich anderen gegenüber keine Blöße geben wollen und deshalb sogar bei einer „Hypo“ Hilfe von außen verweigern. Obwohl Partner oder Familienangehörige mit Engelszungen auf sie einreden und zuckerhaltige Getränke reichen.
Manche neigen auch zu unberechenbarem oder gar aggressivem Verhalten, wenn das Gehirn bei einer Unterzuckerung nicht ausreichend mit Glukose versorgt wird.
-> Mehr dazu findet ihr auch in Heikes Beitrag „Unterzucker und Gewalt“
Wenn der Zuckerwert wieder im Lot ist, können sich viele Betroffene auch gar nicht mehr an ihr Verhalten während der akuten Unterzuckerung erinnern. Wenn ich solche Geschichten höre, dann mache ich innerlich immer drei Kreuze, dass meine „Hypos“ bislang immer glimpflich verlaufen sind. Ich habe noch nie das Bewusstsein verloren, benötigte noch nie Fremdhilfe und war auch noch nie uneinsichtig oder aggressiv, weil mein Glukosewert im Keller war. Doch ich habe natürlich auch in der Community schon häufig gruselige Stories über Unterzuckerungen gehört, die auch die Angehörigen extrem belastet haben.
Ungute Beziehungsdynamik: ständige Rücksichtnahme, schwelender Groll
Susan Clever bestätigte, dass insbesondere häufige Hypoglykämien – neben den rein medizinischen Risiken – für eine Partnerschaft zu einer echten Bewährungsprobe werden können. „Wenn ein Partner immer Rücksicht auf den anderen nehmen und sich immer sorgen muss, erzeugt das oft einen latent schwelenden Groll. Das ist eine ungute Beziehungsdynamik“, erklärte die Psychologin. Auch Gespräche über die Gefühle, die eine Unterzuckerung bei den Angehörigen auslöst, sind nicht immer einfach: „Da erlebt der Partner eines Menschen mit Diabetes etwas Schreckliches und möchte gern darüber reden. Doch der andere Partner, der die Unterzuckerung hatte, kann sich kaum daran erinnern und möchte auch lieber gar nicht über diese unangenehme Situation sprechen.“ Folgende Tipps hatte die Expertin parat, damit Unterzuckerungen auch für die Angehörigen besser zu bewältigen sind.
Praktische Tipps für Angehörige zum Umgang mit Hypoglykämien:
- Gehirn im Notbetrieb. Ein Gehirn, dem es an Zucker mangelt, kann nicht die normale Denkleistung erbringen. Je lauter, schneller oder hektischer Angehörige aus Angst im Falle einer Hypoglykämie mit einem Menschen mit Diabetes sprechen, umso mehr gerät er unter Stress und ist überfordert. Also ruhig, langsam und nicht zu viel auf den Betroffenen einreden.





Mehr Infos zum Thema Hypoglykämien findet ihr in Antjes Beitrag „Gehirn im Alarmmodus: Was genau passiert bei einer Hypoglykämie?“
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 7 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße