- Aus der Community
Ab in den Koffer – wie viel „Diabeteskram“ muss mit auf die Reise?
4 Minuten
Bevor es losgeht – wie sieht es mit meinen Vorräten aus?
Bis auf Insulin bewahre ich seit einigen Jahren mein Diabeteszubehör zentral in einer großen Kommode auf. Schublade aufziehen – und schon habe ich den Überblick auf alle Verbrauchsmaterialien und Diabetesutensilien.
Das sind im Einzelnen:
- Insulinpumpenkanülen, Reservoire
- Ersatzmaterial für meine Dana-Insulinpumpe (Batteriedeckel, Gewindestange, Reservoirkappe)
- CGM-Sensoren
- Blutzucker- und Ketonteststreifen
- Lanzetten, Penkanülen
- Alkoholtupfer, Desinfektionsspray
- Glukagon als Spritze oder Nasenspray
- Tape zum Fixieren
- Batterien für die Insulinpumpe und fürs Blutzucker- und Ketonmessgerät
Im Kühlschrank lagern, neben den Durchstechflaschen zum Befüllen der Insulinpumpenreservoire, auch Fertigpens mit Basal- und Bolusinsulin. Da kümmere ich mich immer sehr rechtzeitig um Nachschub.
Eine 2- bis 3-wöchige Reise könnte ich mit meiner Vorratshaltung jederzeit spontan antreten. Bevorraten, ohne zu hamstern, heißt meine Devise.
Wochenendtrip – was wandert in die Reisetasche?
Mal eben fürs Wochenende verreisen, da muss natürlich auch mein „Diabetes-Backup“ mit. Aber wie viel Diabeteszubehör brauche ich da konkret?
Welche Sachen mitgenommen werden sollten, hängt in erster Linie von der Therapieform ab. Mit meiner Insulinpumpentherapie stehen Ersatzkatheter, Reservoire und Batterien auf jeden Fall auf meiner Pack-Liste. Außerdem ein Ersatz-CGM-Sensor, Penkanülen, Keton- und Blutzuckerteststreifen mit entsprechendem Messgerät, Lanzetten, Stechhilfe und Alkoholtupfer.
Ich habe mir für Kurztrips eine „Alles-ist-drin-Box“ angelegt. Die ist ständig gepackt und immer einsatzbereit – das ist besonders praktisch für eine spontane Abreise.
Zusätzlich brauche ich dann nur noch das Insulin einzupacken. Dabei achte ich darauf, neben der Durchstechflasche auch Fertigpens mit Bolus- und Basalinsulin einzupacken. Falls die Insulinpumpentechnik mal komplett ausfällt, komme ich mit den Fertigpens und Umstieg auf ICT gut übers Wochenende.
Längere Reise – „Schrankkoffer oder kleiner Trolley“?
Welche Mengen ich konkret an Diabeteszubehör und Insulin für eine längere Reise einpacke, das ist bei mir sehr unterschiedlich. Innerhalb von Deutschland bin ich da eher minimalistisch. Sollte mir wider Erwarten das Insulin ausgehen, reicht ein Besuch beim Arzt und in der Apotheke. Die „Pumpenzubehörbeschaffung“ ist zur Not ebenfalls kein allzu großes Problem.
Bedarfsorientiert vs. Sicherheitsbedürfnis
Anders sieht es bei Auslandsaufenthalten aus. Bei Strandurlauben rechne ich pro Tag einen Katheter und runde bei einem 14-tägigen Urlaub schon mal auf 20 Stück auf. Bei Reservoiren und Insulin packe ich die doppelte Menge ein, die ich üblicherweise zu Hause verbrauchen würde. Über viele Jahre bin ich mit einer Urlaubsleihpumpe verreist, das mache ich inzwischen nicht mehr. Dafür landen Fertigpens mit Basal- und Bolusinsulin und ausreichend Penkanülen im Gepäck. Bei meinen rtCGM-Sensoren packe ich meist 2 Ersatz-Sensoren ein und – soweit vorhanden – einen Ersatz-Transmitter. Oft muss ich mich zusammenreißen, dass ich aus übersteigertem Sicherheitsbedürfnis nicht zu viel einpacke.
Reiseattest – ja oder nein?
Bei der Sicherheitskontrolle an Flughäfen hat man öfters den Eindruck, dass medizinische Attest für Menschen mit Diabetes gar nicht weiter beachtet werden. Ich würde allerdings Auslandsreisen nie ohne ein entsprechendes Attest antreten. Wenn es wirklich hart auf hart kommt, kann man nicht nur nachweisen, dass die mitgeführten Utensilien und Medikamente lebensnotwendig sind, sondern mit einem Zusatz im Attest auch, dass das Mitführen im Handgepäck zwingend notwendig ist.
Ich lasse mir meine Atteste außerdem grundsätzlich in Englisch ausstellen.
Up in the Air – mit dem Flugzeug unterwegs
Damit mit „Diabetes-Equipment“ zu fliegen für mich nicht zum Abenteuer wird, habe ich mir für Flugreisen eine feste Routine angewöhnt.
Mein gesamtes Diabeteszubehör – einschließlich Insulin – kommt ins Handgepäck. Die meisten Sachen lasse ich dafür in den Originalverpackungen. Je nach Menge packe ich auch schon mal etwas zusammen.
Meine „Alles-ist-drin-Box“ darf natürlich ebenfalls nicht im Handgepäck fehlen. Die Box platziere ich im Handgepäck so, dass ich sie sofort griffbereit habe, falls ich unterwegs Katheter, Sensor oder Ampulle wechseln muss. Das kann trotz besten Timings im Vorfeld immer mal vorkommen. Ich erinnere mich gut, dass sich 2018 in der Check-In-Halle des Flughafens Heraklion meine damalige Patchpumpe spontan von mir verabschiedet hat. Ein Griff zur Box und schnell klebte ein neuer Pod – ohne viel Kramen und Suchen in der Tasche.
Unterwegs zusätzlichen Stress mit dem oder wegen des Diabetes zu haben – darauf können wir alle verzichten. Egal ob es für Euch nur mal eben auf einen Kurz-Trip oder auf eine Fernreise geht – habt Spaß und eine gute (Reise-)Zeit.
Grundsätzliche Tipps zum Reisen mit Diabetes bekommt ihr hier von Susanne Löw.
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community
Schüleraustausch mit Diabetes, Teil 2
3 Minuten
- Aus der Community
Flugzeug fliegen mit Diabetes – persönliche Erfahrungen
5 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 5 Tagen, 15 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
-
jasminj postete ein Update vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 5 Tagen, 16 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
-
jasminj antwortete vor 5 Tagen, 15 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 5 Tagen, 14 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
-
jasminj antwortete vor 5 Tagen, 13 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
-
gregor-hess antwortete vor 4 Tagen, 19 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 4 Tagen, 5 Stunden
-
jasminj antwortete vor 4 Tagen, 4 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
-
-
galu postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
-






Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂