Altersmediziner empfehlen Menschen über 60 Jahren Impfung gegen Grippe und Corona

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Altersmediziner empfehlen Menschen über 60 Jahren Impfung gegen Grippe und Corona
Foto: Konstantin Yuganov – stock.adobe.com
Altersmediziner empfehlen Menschen über 60 Jahren Impfung gegen Grippe und Corona

Inmitten einer herausfordernden gesundheitlichen Lage, in der Corona kombiniert mit saisonalen Infekten wie Grippe und Pneumokokken viele ältere Menschen betrifft, heben Altersmediziner die Bedeutung der Impfung für Menschen über 60 Jahren hervor.

Mit einer wachsenden Zahl von Über-60-Jährigen, die stationär behandelt werden, und der Tatsache, dass die meisten schweren COVID-19-Fälle auf Intensivstationen Menschen im Alter von 75 Jahren und älter betreffen, ist die Dringlichkeit einer adäquaten Immunisierung unübersehbar, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Dr. med. Anja Kwetkat, Leiterin der Arbeitsgruppe Impfen der DGG, betont die Notwendigkeit, diese besonders gefährdete Gruppe durch Impfungen zu schützen. „Der Schutz dieser vulnerablen Gruppe durch Impfungen bedarf deshalb noch größerer Aufmerksamkeit.“

Menschen über 60 Jahren wird die jährliche Impfung gegen Grippe und eine Auffrischungsimpfung gegen Corona empfohlen

Eine jährliche Grippe-Impfung wird für Senioren ab 60 Jahren empfohlen, analog zum saisonalen Reifenwechsel eines Autos. Die STIKO empfiehlt hier speziell den quadrivalenten Hochdosis-Impfstoff, der einen stärkeren Schutz als der Standard-Impfstoff bietet. Dr. Kwetkat ermutigt Senioren, diesen Impfstoff zu verlangen, um eine effektive Immunantwort zu erzielen. Besonders unterstreicht die DGG das Risiko für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie koronarer Herzkrankheit, Herz- oder Niereninsuffizienz, Schlaganfall oder Diabetes. Bei einer Grippeinfektion besteht für Herz-Kreislauf-Erkrankte ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen, auch nach überstandener Grippe-Infektion. Geimpfte sind gegen solche schweren Folgeerkrankungen besser geschützt.

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Aktuell wird die Influenza-Impfung gleichzeitig mit der COVID-19-Impfung empfohlen, insbesondere für Über-60-Jährige. Dr. Kwetkat erklärt, dass für Senioren mit Basisimmunität eine jährliche Auffrischungsimpfung, vorzugsweise im Herbst, empfohlen wird. Mit einem Mindestabstand von zwölf Monaten zur letzten Auffrischungsimpfung und sechs Monaten zur letzten Infektion. Basisimmunität liegt vor, wenn Personen drei Impfungen erhalten haben oder zwei Impfungen und eine durchgemachte COVID-Infektion.

Auch Pneumokokken-Impfstatus prüfen lassen – neuer Impfstoff verfügbar

Des Weiteren sollten alle Über-60-Jährigen sich mit dem 20-valenten Konjugat-Impfstoff gegen Pneumokokken impfen lassen. Dies gilt unabhängig davon, ob Vorerkrankungen vorliegen oder nicht. Für Senioren, die vor mindestens sechs Jahren mit dem älteren Polysaccharid-Impfstoff geimpft wurden, wird eine einmalige Auffrischung mit dem neuen Impfstoff empfohlen. Dr. Kwetkat appelliert an die Bevölkerung, insbesondere an die ältere Generation, die Impfquoten zu steigern, da die Quote bei Pneumokokken noch vergleichsweise gering ist. Sie rät dazu, den Impfstatus beim Hausarzt überprüfen zu lassen und aktiv nachzufragen.

Während der ideale Zeitpunkt für eine Impfung bereits im Oktober gewesen wäre, betont Dr. Kwetkat, dass es auch kurz vor Weihnachten noch nicht zu spät ist. Sie warnt jedoch davor, sich während eines Infekts impfen zu lassen, da Fieber eine klare Gegenanzeige zum Impfen darstellt. Abschließend vermittelt Dr. Kwetkat eine klare Botschaft: Je mehr Senioren sich jetzt noch zur Impfung entschließen, desto weniger Patienten werden in den kommenden Wochen auf den Stationen und in den Intensivstationen behandelt werden müssen. „Es ist wirklich wichtig!“, betont sie.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

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  • uho1 postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

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