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Der erste T1D-Tag der Schweiz
4 Minuten

[Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Markennennung.]
Am 15. Juni 2019 war es so weit: Der erste T1D-Tag der Schweiz fand in Olten im Kanton Solothurn statt. Organisiert wurde das Ganze vom Verein „Swiss Diabetes Kids“. Das Ziel des Vereins war es, einen Austausch zwischen Diabetikern mit Typ-1-Diabetes zu schaffen.
Morgens standen verschiedene Referate von Diabetologen, Rechtsanwälten und Ausbildern für Diabetikerwarnhunde im Vordergrund. Nachmittags konnte man sich von fünf Workshop-Sessions zwei aussuchen.
Da ich zwei Stunden von Olten entfernt wohne, musste ich am Samstag früh aufstehen, denn der T1D-Tag begann bereits um 09.00 Uhr.

Als Erstes wurden wir von der Geschäftsführerin von „Swiss Diabetes Kids“, Caroline Brugger, herzlich begrüßt.
Der Stand der Medizin – monogenetischer Diabetes
Gleich im Anschluss begann ohne Unterbrechung schon das erste Referat von Dr. Valerie Schwitzgebel vom Universitätskrankenhaus Genf zum Thema „Ein Überblick über den Stand der Medizin – und was sagt uns die Genetik“. Es war sehr interessant, denn sie zeigte in 40 Minuten auf, welche Personen genetisch auf Diabetes getestet werden sollten. Es gibt nämlich nicht nur Typ-1- und Typ-2-Diabetes, sondern noch einige andere Diabetestypen und -formen, u.a. den monogenetischen Diabetes.
Beim monogenetischen Diabetes finden sich Mutationen in einzelnen Genen, wobei bereits über 40 verschiedene Krankheitsgene bekannt sind. Dr. Schwitzgebel erwähnte, dass bei Personen mit einem unklaren Diabetestyp, bei denen keine diabetesspezifischen Antikörper vorliegen, auch untersucht werden sollte, ob ein monogenetischer Diabetes besteht. Denn das kann Einflüsse auf die Therapie haben. So konnten Personen mit einem monogenetischen Diabetes, die als Typ-1-Diabetiker behandelt wurden, unter Umständen ihr Insulin absetzen und mit Tabletten behandelt werden.

Mit Diabetes in der Schule
Als zweiter Referent hielt Professor Thomas Gächter, Rechtsanwalt der Universität Zürich, einen Vortrag über „Diabetes in der Schule, was darf, muss und soll die Schule?“.
Wie der Titel vermuten lässt, erklärte Herr Gächter, was in der Schweiz die Pflichten der Lehrperson und die Rechte der Eltern sind. Die Lehrpersonen haben keine schrankenlose Betreuungspflicht und müssen somit keine Injektionen verabreichen, wenn sie dies nicht wollen. Die Schule darf nicht dazu gezwungen werden. Bei Verweigerung von Injektionen muss die Schule allerdings, zusammen mit den Eltern, eine andere Lösung suchen.
Während einer Prüfungssituation hat das Kind, wie der Referent berichtete, Anspruch auf einen Nachteilsausgleich, allerdings nicht auf eine Lernzielreduktion. Voraussetzung hierbei ist es aber, dass der Schüler seine Situation frühzeitig meldet. Wenn er dies macht, hat er das Recht, die Prüfung zu unterbrechen oder zu wiederholen.

Zwischen den Referaten gab es immer mal wieder kleinere Pausen mit Brötchen und Kaffee, welche von den Organisatoren spendiert wurden.
Hypoglykämien, das Umfeld und Diabetes-Warnhunde
Von 11.30 Uhr-12.00 Uhr erklärte der Diabetologe Udo Meinhardt aus Zürich kurz etwas über „Hypoglykämien: Was trägt das digitale Umfeld zu deren Kontrolle bei“.
Anschließend waren noch Nicole Boyer und ihre Diabetiker-Warnhündin Alma im Saal. Nicole Boyer bildet Hunde zu Diabetiker-Warnhunden aus. Sie erläuterte, dass sich Diabetiker und Epileptiker sich bei der Stiftung FARAH-DOGS melden können. Anschließend werden die Personen dann in den Kanton Wallis eingeladen, um sich einen Hund ihrer Wahl auszusuchen. Der Hund wird den Familien unentgeltlich übergeben. Die Stiftung finanziert sich durch fleißige Spender.
Vor dem Mittagessen referierte Oliver Ebert, Fachanwalt für IT-Recht aus Stuttgart. Es drehte sich alles um die Frage: „Wie schütze ich meine Persönlichkeit im digitalen Diabetes-Management?“ Unter anderem gab er auch Tipps, wie gute Informationsbeschaffung im Internet vonstattengehen kann und worauf man hierbei achten sollte. Man soll sich gut überlegen, ob die Seite, welcher man seine Daten anvertrauen möchte, vertrauenswürdig ist. Ist dies nicht der Fall, können die Daten aus seiner Sicht schnell in falsche Hände geraten.

Während des Mittagessens, das aus Sandwichs und Früchten bestand, fand ein reger Austausch unter den Teilnehmenden statt.
Diabetes-Community in der Schweiz
Nachmittags besuchte ich noch einen Workshop. Hierbei ging es mehr um den Austausch zwischen Diabetikern. Viele kannten sich noch nicht so gut mit der Thematik aus oder waren frisch diagnostiziert und wollten einige Informationen zu unterschiedlichen Themen.
Ich fand es spannend, den verschiedenen Menschen zuzuhören.
Ich konnte an diesem Tag einige tolle, neue Leute kennenlernen. Ich hoffe, ich kann den Kontakt mit ihnen beibehalten, denn die Community der Schweiz ist noch nicht riesig.
Den ganzen Tag durch gab es zudem Informationsstände von Ausstellern, wie Medtronic, Omnipod, Ypsomed, Roche und mysugarcase.
Ich habe mich eine Weile noch mit der lieben Maren von mysugarcase unterhalten. Sie habe ich bereits letztes Jahr im September auf dem Barcamp kennengelernt.
Mein Schlussfazit ist: Es war ein toller Tag mit vielen neuen Informationen. Wenn ihr auch mal die Möglichkeit habt, so einen Tag zu besuchen, dann macht das. Ihr werdet es nicht bereuen.
Auch Ina freut sich immer wieder, Zeit mit anderen Menschen mit Diabetes verbringen zu können. Warum, verrät sie in ihrem Beitrag 5 Gründe, warum ich mich unter Menschen mit Diabetes wohl fühle!
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße