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Diabetes-Selbsthilfe Teil 3: Meine Ideen für Neuordnung und mehr Sichtbarkeit
4 Minuten

Bei jüngeren Menschen mit Diabetes steht die klassische Selbsthilfe nicht besonders hoch im Kurs. Sie verbinden damit langweilige Treffen, Stuhlkreis und Vereinsmeierei. Die Online-Community mit ihren verschiedenen Facebook-Gruppen, Diabetes-Blogs und Community-Events kommt bei der jüngeren Generation dafür umso besser an. Das geht auch mir so, obwohl ich nun auch schon ein paar mehr Jährchen auf dem Buckel habe als der gefühlte Rest, der mich in meiner Diabetes-Filterblase umgibt.
Dennoch fände ich es fatal, wenn die klassische Selbsthilfe einfach so aussterben würde. Denn egal was wir sonst von ihr halten – immerhin wird sie von politischen Gremien wahrgenommen, die zum Beispiel über die Aufnahme von Hilfsmitteln wie CGM-Systemen oder innovativen Medikamenten für Menschen mit Typ-2-Diabetes in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu entscheiden haben. Und das kann man über die Online-Community nun einmal nicht sagen.
Image aufpolieren und enger an die aktive Online-Community heranrücken
Ich habe mir deshalb also einmal Gedanken gemacht, wie die klassischen Selbsthilfegruppen ihr Image aufpolieren und im besten Fall enger an unsere aktive Online-Community heranrücken könnten:
Hört auf, euch nur mit euch selbst zu beschäftigen! Ja, ein eigenes Vereinslogo ist eine schöne Sache. Auch ein Vorstand mit Stellvertreter, Kassenwart und Schriftführer muss nun einmal sein, wenn man ein eingetragener Verein sein will. Doch leider ist die Antwort auf die Frage „Warum sollte ich bei euch Mitglied werden?“ allzu häufig nicht mehr als „Weil wir mehr Mitglieder brauchen!“. Dabei geht es ja eigentlich nicht um den Verein und die Posten, die er zu vergeben hat, sondern um die Interessenvertretung von Menschen mit Diabetes.

Schaut über den eigenen Tellerrand! Wenn euer Verein in einer bestimmten Region nicht besonders viele aktive Mitglieder hat, dann vernetzt euch doch mit anderen Vereinen oder Organisationen, die in der betreffenden Ecke mehr Zulauf haben. Wer beispielsweise in Schleswig-Holstein lebt und auf einmal den Drang verspürt, sich in der Diabetes-Selbsthilfe zu engagieren, der findet bei Organisation X vielleicht gähnende Leere auf der Landkarte, bei Organisation Y aber einen halbwegs munteren Haufen Leute. Vielleicht entgehen euch dann die Mitgliedsbeiträge für euren eigenen Verein – aber einen potenziellen Aktivposten gänzlich zu verprellen, wäre im Sinne der gemeinsamen Sache doch noch viel blöder.

Nutzt die sozialen Medien! Es bringt nichts, milde zu lächeln über Facebook, Instagram & Co. Das sind nun einmal die Plattformen, auf denen sich jüngere Menschen tummeln! Auch eine generell ablehnende Haltung gegenüber Blogs („lauter unseriöse Informationen aus dem Internet!“) ist nicht wirklich konstruktiv. Inhalte sind schließlich nicht allein deshalb seriös, weil sich jemand gefunden hat, der sie auf Papier druckt. Also lest Blogs, schreibt Kommentare, beteiligt euch an Diskussionen. Sonst lernt ihr die Menschen ja gar nicht kennen, die ihr gern an euch binden würdet.

Redet nicht nur über die Probleme des Diabetes! Viele Einladungen zu Diabetestreffen der Selbsthilfe-Organisationen lesen sich wie Ankündigungen von Schulungen in der Arztpraxis. Da geht es um Themen wie „Diabetische Fußpflege – was ist zu beachten?“ oder „Gesunde Ernährung bei geschädigten Nieren“. Aufklärung über Diabetes-Folgeerkrankungen ist natürlich wichtig, aber viele Menschen mögen nicht immer nur mit den Schattenseiten ihrer Erkrankung konfrontiert werden. Die unzähligen Diabetes-Stammtische überall in der Republik zeigen, dass auch jüngere Menschen mit Diabetes durchaus Lust auf Austausch und gemeinsame Unternehmungen haben. Warum also nicht auch mal positiv klingende Veranstaltungen à la „Zusammen Kuchenbacken und KH berechnen“, „Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll? – wir tanzen zusammen durch die Nacht“ oder gemeinsame Ausflüge – und zwar nicht in die nächstgelegene Rehaklinik, sondern zu ein bisschen freudvolleren Orten?

Nutzt eine andere Art der Ansprache! Oder anders gesagt: Zeigt mehr Gefühl! Viele Menschen interessieren sich eher für Themen, wenn sie sich emotional von ihnen angesprochen fühlen und als gleichberechtigte Partner einbezogen werden. Nennt eure nächste Veranstaltung also nicht „Depression und Suizidalität bei Diabetes mellitus“ mit Vortrag eines geladenen Referenten, der mindestens einen Doktortitel trägt, sondern ladet ein zur offenen Gesprächsrunde „Was mir an meinem Diabetes am meisten Angst macht“.
Nutzt die Power der Online-Community! Auch wenn sich nicht alle jungen Menschen mit Diabetes für euer Vereinsleben begeistern lassen, sind sie im Rahmen von Einzelprojekten vielleicht doch bereit, sporadisch bei euch mitzumachen. Wenn also mal eine Aktion wie ein Info-Stand im Einkaufszentrum oder eine Unterschriftensammlung für den Gesundheitsausschuss im Bundestag ansteht – schreibt doch einfach mal ein paar der Bloggerinnen und Blogger an und bittet sie um Unterstützung für euer Anliegen. Die meisten teilen bereitwillig Hinweise auf sinnvolle Aktionen. So erzielt ihr mehr Reichweite und gewinnt punktuell aktive Unterstützer hinzu.
Hier findet ihr Teil 1 und Teil 2 von Antjes Reihe über die klassische Selbsthilfe.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße