Diabetes-Selbsthilfe Teil 3: Meine Ideen für Neuordnung und mehr Sichtbarkeit

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Diabetes-Selbsthilfe Teil 3: Meine Ideen für Neuordnung und mehr Sichtbarkeit

Bei jüngeren Menschen mit Diabetes steht die klassische Selbsthilfe nicht besonders hoch im Kurs. Sie verbinden damit langweilige Treffen, Stuhlkreis und Vereinsmeierei. Die Online-Community mit ihren verschiedenen Facebook-Gruppen, Diabetes-Blogs und Community-Events kommt bei der jüngeren Generation dafür umso besser an. Das geht auch mir so, obwohl ich nun auch schon ein paar mehr Jährchen auf dem Buckel habe als der gefühlte Rest, der mich in meiner Diabetes-Filterblase umgibt.

Dennoch fände ich es fatal, wenn die klassische Selbsthilfe einfach so aussterben würde. Denn egal was wir sonst von ihr halten – immerhin wird sie von politischen Gremien wahrgenommen, die zum Beispiel über die Aufnahme von Hilfsmitteln wie CGM-Systemen oder innovativen Medikamenten für Menschen mit Typ-2-Diabetes in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu entscheiden haben. Und das kann man über die Online-Community nun einmal nicht sagen.

Image aufpolieren und enger an die aktive Online-Community heranrücken

Ich habe mir deshalb also einmal Gedanken gemacht, wie die klassischen Selbsthilfegruppen ihr Image aufpolieren und im besten Fall enger an unsere aktive Online-Community heranrücken könnten:

Hört auf, euch nur mit euch selbst zu beschäftigen! Ja, ein eigenes Vereinslogo ist eine schöne Sache. Auch ein Vorstand mit Stellvertreter, Kassenwart und Schriftführer muss nun einmal sein, wenn man ein eingetragener Verein sein will. Doch leider ist die Antwort auf die Frage „Warum sollte ich bei euch Mitglied werden?“ allzu häufig nicht mehr als „Weil wir mehr Mitglieder brauchen!“. Dabei geht es ja eigentlich nicht um den Verein und die Posten, die er zu vergeben hat, sondern um die Interessenvertretung von Menschen mit Diabetes.

Quelle: pixabay

Schaut über den eigenen Tellerrand! Wenn euer Verein in einer bestimmten Region nicht besonders viele aktive Mitglieder hat, dann vernetzt euch doch mit anderen Vereinen oder Organisationen, die in der betreffenden Ecke mehr Zulauf haben. Wer beispielsweise in Schleswig-Holstein lebt und auf einmal den Drang verspürt, sich in der Diabetes-Selbsthilfe zu engagieren, der findet bei Organisation X vielleicht gähnende Leere auf der Landkarte, bei Organisation Y aber einen halbwegs munteren Haufen Leute. Vielleicht entgehen euch dann die Mitgliedsbeiträge für euren eigenen Verein – aber einen potenziellen Aktivposten gänzlich zu verprellen, wäre im Sinne der gemeinsamen Sache doch noch viel blöder.

Quelle: pixabay

Nutzt die sozialen Medien! Es bringt nichts, milde zu lächeln über Facebook, Instagram & Co. Das sind nun einmal die Plattformen, auf denen sich jüngere Menschen tummeln! Auch eine generell ablehnende Haltung gegenüber Blogs („lauter unseriöse Informationen aus dem Internet!“) ist nicht wirklich konstruktiv. Inhalte sind schließlich nicht allein deshalb seriös, weil sich jemand gefunden hat, der sie auf Papier druckt. Also lest Blogs, schreibt Kommentare, beteiligt euch an Diskussionen. Sonst lernt ihr die Menschen ja gar nicht kennen, die ihr gern an euch binden würdet.

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Redet nicht nur über die Probleme des Diabetes! Viele Einladungen zu Diabetestreffen der Selbsthilfe-Organisationen lesen sich wie Ankündigungen von Schulungen in der Arztpraxis. Da geht es um Themen wie „Diabetische Fußpflege – was ist zu beachten?“ oder „Gesunde Ernährung bei geschädigten Nieren“. Aufklärung über Diabetes-Folgeerkrankungen ist natürlich wichtig, aber viele Menschen mögen nicht immer nur mit den Schattenseiten ihrer Erkrankung konfrontiert werden. Die unzähligen Diabetes-Stammtische überall in der Republik zeigen, dass auch jüngere Menschen mit Diabetes durchaus Lust auf Austausch und gemeinsame Unternehmungen haben. Warum also nicht auch mal positiv klingende Veranstaltungen à la „Zusammen Kuchenbacken und KH berechnen“, „Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll? – wir tanzen zusammen durch die Nacht“ oder gemeinsame Ausflüge – und zwar nicht in die nächstgelegene Rehaklinik, sondern zu ein bisschen freudvolleren Orten?

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Nutzt eine andere Art der Ansprache! Oder anders gesagt: Zeigt mehr Gefühl! Viele Menschen interessieren sich eher für Themen, wenn sie sich emotional von ihnen angesprochen fühlen und als gleichberechtigte Partner einbezogen werden. Nennt eure nächste Veranstaltung also nicht „Depression und Suizidalität bei Diabetes mellitus“ mit Vortrag eines geladenen Referenten, der mindestens einen Doktortitel trägt, sondern ladet ein zur offenen Gesprächsrunde „Was mir an meinem Diabetes am meisten Angst macht“.

Nutzt die Power der Online-Community! Auch wenn sich nicht alle jungen Menschen mit Diabetes für euer Vereinsleben begeistern lassen, sind sie im Rahmen von Einzelprojekten vielleicht doch bereit, sporadisch bei euch mitzumachen. Wenn also mal eine Aktion wie ein Info-Stand im Einkaufszentrum oder eine Unterschriftensammlung für den Gesundheitsausschuss im Bundestag ansteht – schreibt doch einfach mal ein paar der Bloggerinnen und Blogger an und bittet sie um Unterstützung für euer Anliegen. Die meisten teilen bereitwillig Hinweise auf sinnvolle Aktionen. So erzielt ihr mehr Reichweite und gewinnt punktuell aktive Unterstützer hinzu.

Hier findet ihr Teil 1 und Teil 2 von Antjes Reihe über die klassische Selbsthilfe.

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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