DIABUCHTIPP + GEWINNSPIEL: Diabetes und Dolce Vita?

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DIABUCHTIPP + GEWINNSPIEL: Diabetes und Dolce Vita?

Meine Ex-Diabetologin Giovanna Eilers hat ein Buch geschrieben, ein Buch über den täglichen, den kleinteiligen, den zuweilen mürbe machenden Paso doble mit Diabetes. Ein Buch über die Kraftreserven, die wir ins uns tragen. Über das Dolce im Vita, das wir Diabetiker zwar oft im Fokus, aber nicht immer griffbereit haben. Umso wichtiger, eine gute Strategie an der Hand zu haben, wenn langer Atem gefordert ist, wenn unerklärbare Hypoglykämien und nicht zu zähmende Werte jenseits der 300 mg/dl (16,7 mmol/l) über Gebühr Sendezeit auf unseren Messgeräten beanspruchen.

Cover
© Claude Borer

Don’t judge a book by its cover oder: Lasst euch davon hier nicht abschrecken! Und mit euch sind wir alle gemeint, denn das Buch richtet sich an Diabetiker, ihre Berater und Ärzte, ihre Angehörigen. Es ist ein Sachbuch und doch als Geschichte geschrieben: Die 5 Helden des Buches haben eigene Persönlichkeiten, eigene Diabetes-Geschichten und ganz persönlichen Frust am Start. Sie besuchen zusammen einen Dolce-Vita-Kurs bei den Autorinnen und erklären dem Leser dabei, wie man mithilfe des Zürcher Ressourcen Modells seine Diabetes-Themen anpacken kann: lustvoll, spielerisch, nachhaltig!

Anne Seubert: Wie kommt es, dass du ein Buch zum Thema Diabetes schreibst?

Giovanna Eilers: Na ja, Du weißt ja, dass ich Diabetologin bin. Meine Patienten begleite ich über viele Jahre. Und da erlebe ich mit, wie anstrengend und kraftraubend das sein kann mit den vielen Diabetes-Verpflichtungen, mit der Notwendigkeit, immer dranzubleiben… Und immer wieder stand ich vor den Fragen meiner Patienten: Wie sollen wir das machen, uns dazu zu motivieren? Wir sehen das ja ein, dass das nötig ist, aber woher soll die Kraft kommen, dranzubleiben? Wie können wir unsere Kraftquellen anzapfen, wie kann es uns besser gehen? – Darauf hab ich für sie eine Antwort gesucht.

AS: „Dolce Vita mit Diabetes“ klingt nach Wunschprogramm und erstmal auch nach großem Widerspruch. Warum hast du dich für diesen Titel entschieden?

GE: Ich bin Italienerin. Dolce Vita – heißt übersetzt „das süße Leben“ Mir gefällt daran die Doppeldeutigkeit: Mit „Dolce Vita“ verbinde ich Lebensfreude und Leichtigkeit. Die gilt es (wieder)zuentdecken! Wenn du einen Diabetes hast, ist das Leben aber auch noch auf eine zweite Art versüßt!

AS: Welche Rolle spielt denn Genuss für Diabetiker?

GE: Hoffentlich eine wichtige! Genau das will das Buch: ein Tor öffnen und zeigen, wie man den Genuss im Alltag wiederfinden kann – trotz der vielen Herausforderungen mit Diabetes! Und zwar auf eine neue, eine spielerische, sinnlichere und leichtere Art, mit Diabetes umzugehen.

AS: ZRM? Das musst du mir genauer erklären!

GE: ZRM steht für Zürcher Ressourcen Modell und wurde an der Universität Zürich entwickelt. Es ist eine Selbstmanagement-Methode: Du kannst sie ohne Vorkenntnisse lernen, um ein Problem bzw. ein Thema anzupacken, das dich belastet oder beschäftigt. Du lernst, Dinge auf eine neue, leichtere, abwechslungsreiche Art anzugehen und dich selbst immer wieder neu zu motivieren. Die Grundlage der Methode sind wissenschaftliche Erkenntnisse über die Vorgänge im Gehirn.

AS: Für wen ist das Buch?

GE: Dolce Vita mit Diabetes ist ein Buch für Patienten! Für alle die, die Unterstützung brauchen für den Alltag mit dem Diabetes. Für diejenigen, die lernen möchten, wie sie an einer Sache dranbleiben können. Und für alle die, die merken, dass ihnen im Alltag die Freude, die Leichtigkeit, die Energie, die Kraft fehlt. Natürlich ist das Buch auch für all die interessant, die Menschen mit Diabetes behandeln, also für DiabetesberaterInnen, für DiabetologInnen usw.

AS: Noch eine Frage zum Thema Gewicht, du hast da ja eine ganz eigene Position zu entwickelt:

Wo beginnt für dich Übergewicht und wie wichtig ist es, dass Diabetiker abnehmen?

GE: Wenn Du dich mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema Übergewicht beschäftigst, findest du heraus, dass es keine eindeutigen Belege dafür gibt, dass übergewichtige Menschen kränker sind oder werden als schlankere. Oder andersrum: Es gibt keine Beweise, dass das Abnehmen wirklich eine langfristige Auswirkung auf die allgemeine Gesundheit, den Diabetes oder gar auf die Lebensdauer hat. Was schadet, ist der Stress.

Wenn du das weißt, dann wird dir klar, dass Ärzte kein Recht dazu haben, Patienten das Abnehmen zu verdonnern. Das kann nur eine eigene Entscheidung sein. Der fremdgesteuerte Zwang hingegen macht Druck und führt neben der gefühlten Belastung zu körperlichen Stressreaktionen – unter dem Strich schadet das also noch mehr.

 

AS: Zum Abschluss eine ganz pragmatische Frage: Du lehrst ZRM ja auch und coacht Diabetiker, die sich Unterstützung im Alltag wünschen. Wie erreichen sie dich?

GE: Mehr Infos über die Kurse und zum Coaching gibt es auf meiner Website www.giovanna-eilers.de unter „Dolce vita Kurse“. Diese richten sich an Typ-1- und Typ-2-Diabetiker. Die Methode ist leider noch nicht von den Kassen anerkannt und wird nicht übernommen.

Vielen Dank, liebe Giovanna, für das Gespräch – und das Buch!

Und jetzt seid ihr dran: Das Gewinnspiel zum Buch!

Wir verlosen 2 Buchexemplare unter allen Antworten unter diesem Beitrag auf die Fragen: Welches Thema würdet ihr mit ZRM beackern wollen?

Einsendeschluss ist der 15.02.2016. Die Gewinner werden von uns per Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zur Autorin Giovanna Eilers

Dr. Giovanna Eilers ist Internistin und Diabetologin und arbeitet in einer hausärztlichen Praxis in der Mitte von Berlin. In ihrem zweiten Beruf als Coach und Trainerin vertieft sie ihre Leidenschaft: Menschen zu unterstützen, ihre eigenen Stärken zu entdecken und „verknotete“, schwierige Lebenssituationen zu entwirren.

Autorin Giovanna Eilers

Zusammen mit Dr. Maja Storch hat sie mit „Dolce vita mit Diabetes“ ein Buch für Patienten geschrieben, das ihre beiden Berufe zusammenführt. Die Leser können darin eine ganz neue, wissenschaftlich fundierte Methode entdecken, mit der sie ihren Alltag mit Diabetes anpacken können.

 

Dolce Vita mit Diabetes
G. Eilers , M. Storch
Hogrefe Verlag, ISBN: 978-3-456-85543-1

24,95 €

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?