Die Leber wird bereits aktiv, wenn wir Essen nur sehen und riechen

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Die Leber wird bereits aktiv, wenn wir Essen nur sehen und riechen
Foto: Ljupco Smokovski – stock.adobe.com
Die Leber wird bereits aktiv, wenn wir Essen nur sehen und riechen

Schon der Anblick und Geruch von Essen aktiviert Stoffwechselprozesse der Leber und bereitet sie auf die Nahrungsaufnahme vor. Das zeigen neue Studienergebnisse. Forschende des Max-Planck-Instituts haben zudem entdeckt, wie dies auch die Insulin-Empfindlichkeit beeinflusst.

Bereits der Anblick und Geruch von Essen kurbelt umfassende biochemische Prozesse in unserem Körper an. Dies hat ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in einer neuen Studie mit Mäusen herausgefunden. Laut den Ergebnissen, die die Forschenden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht haben, bereitet sich die Leber innerhalb weniger Minuten auf die Nahrungsaufnahme vor, selbst wenn wir das Essen nur sehen und riechen, ohne es zu verzehren.

Die Forscher entdeckten, dass die Mitochondrien – wichtige Zellbestandteile für Stoffwechsel und Energieproduktion – in den Leberzellen der Mäuse bereits auf den bloßen Anblick und Geruch von Nahrung reagieren. Sie identifizierten eine spezifische Phosphorylierung eines Proteins der Mitochondrien, die einen wesentlichen Einfluss auf die Insulinsensitivität der Leber hat.

Nicht nur Speichelfluss und Magen werden durch Anblick und Geruch von Essen aktiviert, auch die Leber

Diese Reaktion wird durch bestimmte Nervenzellen im Gehirn, die sogenannten POMC-Neuronen, vermittelt. Diese Neuronen werden durch den Geruch und das Sehen von Nahrung schnell aktiviert und leiten die Anpassung der Mitochondrien in der Leber ein. Interessanterweise führte auch die alleinige Aktivierung dieser Neuronen zu den gleichen Anpassungen in den Mitochondrien, selbst wenn tatsächlich keine Nahrung vorhanden war. „Wenn unsere Sinne Essen wahrnehmen, bereitet sich unser Körper nicht nur mit einer Produktion an Speichel und Magensäure auf die Essenaufnahme vor, sondern auch die Leber wird aktiviert, wie wir nun zeigen konnten. Besonders interessant ist, wie schnell diese Adaption der Mitochondrien in den Leberzellen stattfindet“, erklärt Sinika Henschke, Erstautorin der Studie.

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Jens Brüning, Leiter der Studie und Direktor am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, betont die Bedeutung dieser Entdeckung. „Unsere Studie zeigt, wie eng die sensorische Wahrnehmung von Essen, adaptive Prozesse in Mitochondrien und die Insulinsensitivität verknüpft sind. Dies ist besonders relevant, da bei Typ-2-Diabetes die Insulinempfindlichkeit oft gestört ist.“ Die Forschung bietet laut den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern potenzielle neue Ansätze für die Behandlung von Diabetes, indem sie aufzeigt, wie tiefgreifend unsere Wahrnehmung von Nahrung unseren Körper beeinflusst.



von Gregor Hess

mit Materialien des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung

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