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Mit Diabetes leben auf Mauritius – ein Interview mit Sylvester
3 Minuten
Sylvester lebt auf Mauritius, einer Insel im Indischen Ozean. Die Insel ist den meisten von uns wohl als Urlaubsparadies bekannt. Auch dort gibt es Schattenseiten: Neben Typ-2-Diabetes ist auch der Alkoholismus ein großes Problemfeld. Wie gestaltet es sich also, das Leben mit Diabetes im „Paradies“?! Lest selbst, was Sylvester zu erzählen hat.

Wie alt warst du, als du die Diagnose Typ-1-Diabetes erhalten hast? Wie hast du dich gefühlt?
Ich habe mit 16 Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes bekommen. Zu dieser Zeit waren das gaaaanz schlechte Neuigkeiten, und ich war geschockt, da weder meine Mutter noch mein Vater Diabetes haben. Ich habe mich auch gefragt: Wieso ich und nicht die anderen?!
Wie wurdest du damals eingestellt?
Damals ging es mir sehr schlecht. Ich war erst im Krankenhaus, und die Ärzte haben nichts gefunden. Dann bin ich zu einem privaten Doktor, der feststellte, dass ich Diabetes habe und mein Blutzucker sehr hoch war. Er schickte mich zurück ins Krankenhaus und ich wurde mit zwei Injektionen Actraphane pro Tag behandelt. Meine Diagnose war 2006, alle Typ-1-Diabetiker wurden nur mit Actraphane-Insulin behandelt. Ein Kombi-Insulin, welches Kurz- und Langzeitinsulin beinhaltet.
Gibt es regelmäßige Schulungen oder Veranstaltungen, um eure Diabeteseinstellung zu verbessern?
Ja, jedes Jahr veranstaltet das Ministerium für Gesundheit verschiedene Events, um die Aufmerksamkeit auf Diabetes und die Behandlung zu richten. Beispielsweise: Besser leben mit Diabetes, Injektionen richtig setzen und Ernährung.
Hypoglykämie oder Hyperglykämie – was war dein schlimmstes Erlebnis?
Meine schlimmste Erfahrung war Hyperglykämie. Ich habe mich neun Monate lang nicht gespritzt. Und das hat dann dazu geführt, dass ich ins Koma gefallen bin und eine Woche auf der Intensivstation verbringen musste. Fünf Tage insgesamt war ich im diabetischen Koma. Glücklicherweise oder durch Gottes Hilfe bin ich wieder aus dem Koma erwacht.
Kennst du andere Menschen mit Diabetes?
Ja! Ich bin in einem Diabetes-Verband und im ständigen Kontakt mit anderen Diabetikern. So können wir uns über unsere Storys mit Diabetes austauschen. Einmal im Jahr organisiert der Verband ein Camp übers Wochenende, zu dem jedes Mitglied kommen kann.
Gibt es auf Mauritius Organisationen oder Selbsthilfegruppen, die die Menschen über Diabetes informieren?
Wir haben staatlich unabhängige Organisationen und das Ministerium. Die machen Kampagnen, um die Aufmerksamkeit auf Diabetes in Mauritius zu steigern.
Soweit ich weiß, ist Typ-2-Diabetes bei euch auf Mauritius ziemlich verbreitet. Wie ist denn die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit in Bezug auf Diabetes (Typ 1 und Typ 2)?
Die öffentliche Meinung bleibt immer dieselbe. Was ich meine, ist: Wenn ich gesund bin, ist es logisch, dass ich mir keine Gedanken über Menschen mit Diabetes mache. Erst, wenn ein Mitglied deiner Familie Diabetes bekommt oder sogar daran stirbt – dann interessiert es die Menschen. Ich denke, es mangelt uns an Behandlungsmethoden, an Medizin usw. Selbst wenn sich die Öffentlichkeit für Typ-1-Diabetes interessiert, setzt sie sich immer noch viel zu wenig für Menschen mit Typ-2-Diabetes ein. Zum Beispiel darf ein Typ-2-Diabetiker nur alle 6 Monate zum Arzt. Viele Dinge sollten und können sich verändern! Aber…die öffentliche Gesundheitsversorgung auf Mauritius ist kostengünstig, also hast du keine Chance. Wenn du einen privaten Arzt konsultieren möchtest, musst du genug Geld haben, um diesen bezahlen zu können.
Du hast ja jetzt schon einige kritische Punkte genannt. Was würdest du denn noch gerne verändern? Oder hast du Kontakt zu Menschen mit Diabetes in anderen Ländern und ist dir da etwas aufgefallen?
Leider habe ich keinen Kontakt zu Diabetikern in anderen Ländern. Aber ich habe eine Freundin mit Typ-1-Diabetes, ursprünglich aus Mauritius, die jetzt in Frankreich lebt. Sie erzählt mir immer, dass die Behandlungsmethoden auf Mauritius weit hinter dem Standard sind. So zum Beispiel der Insulinpen, den es doch schon jahrelang gibt, und Mauritius hat so lange noch das Kombi-Insulin Actraphane benutzt.
Wie oft gehst du denn zum Arzt? Wie viele Teststreifen bekommst du denn maximal pro Monat?
Ich gehe alle zwei Monate zum Arzt. Auf Mauritius ist die Gesundheitsversorgung kostenfrei. Das heißt: Medizin kostet nichts. Auch das Blutzuckermessgerät und die Teststreifen kosten nichts zusätzlich für normale Patienten. Normalerweise bekommt man 30 Teststreifen für einen Monat.
tl;dr: Same shit, but different. Probleme: Aufklärung, Behandlung. Positiv: eine ähnliche Vernetzung wie bei uns die #dedoc. J
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
