- Aktuelles
Spenden, Sekt und Jens Spahn – die Diabetes-Charity-Gala 2018
3 Minuten
Bereits zum zweiten Mal war ich bei der Diabetes-Charity-Gala in Berlin. Als ich 2016 zum ersten Mal dort eingeladen war, fragte ich mich wochenlang vorher, ob ich dort überhaupt hingehöre. Dieses Mal fragte ich es mich währenddessen und auch noch danach. Bin ich als Patientin und Bloggerin wichtig für so eine Veranstaltung?
Ohne Zweifel fühle ich mich sehr geehrt, eingeladen zu werden, und nehme auch gerne teil. Aber in mir ist ein Zwiespalt, in dem ich mich frage, inwieweit ein Abend mit Spenden, Sekt und Jens Spahn dem Umgang mit Diabetes entspricht, den ich für angemessen halte. Privat mache ich Menschen darauf aufmerksam, dass ein Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes besteht und dass Witze über Über- oder Unterzuckerungen gar nicht witzig sind. Und dann wird bei einer Gala, die einem bestimmten Krankheitsbild gewidmet ist, von der Moderatorin ein lockerer Spruch über Traubenzucker gemacht, um zu beweisen, dass sie mit dem Thema vertraut ist?!

Wie wichtig ist die Individualität?
Der Abend startete mit einem Sektempfang, dem Begrüßen von bekannten Gesichtern und dem Wissen, dass es sehr besonders ist, hier sein zu dürfen. Ob erkennbar oder nicht: Alle Menschen hier stehen in irgendeiner Verbindung mit Diabetes. Umso weniger verstehe ich, warum meinem Empfinden nach mit dem Begriff „Diabetes“ ähnlich stereotypisch wie in den Medien umgegangen wird.
Eine Stunde später begann das Programm mit Musik des Berliner Chor-Ensembles und der Ansprache von Inka Bause. Gefolgt von dem Keynote-Speaker dieses Jahres, Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn. Er erzählte von der geplanten Umsetzung der Nationalen Diabetes-Strategie inklusive Präventionsmaßnahmen wie gesünderer Ernährung in Kitas und Schulen. Business as usual, ohne die Chance zu nutzen, sich mit individuellen Themen oder gar Personen auseinanderzusetzen.
Persönliche Geschichten, denen Ehre gebührt
Mit dem Auftritt des Diabetes-Kids-Supertalents Marvin Fischer und der Verleihung des Thomas-Fuchsberger-Preises 2018 an Michael Bertsch (diabetes-kids.de) nahm die Gala meiner Wahrnehmung nach die Gestalt an, die sie verdiente. Für diese Menschen ist Diabetes das Leben. Ob als 12-jähriger Junge mit Typ-1-Diabetes, der seit frühester Kindheit damit lebt, oder Vater einer Tochter mit Typ-1-Diabetes. Ich möchte weder Dramatisierung noch Verharmlosung einer chronischen Krankheit und auch keine immer wiederkehrenden Klischees an so einem Abend hören. Ich möchte, dass der Diabetes authentisch – mit all seinen auftretenden Formen – im Mittelpunkt steht. Und mit ihm die Menschen, die sich wirklich damit beschäftigen. Wie Marvin, Michael oder andere, im Rahmen der Veranstaltung geehrte, Ehrenamtliche, die tolle Projekte ins Leben gerufen haben und täglich für ein gutes Leben mit Diabetes arbeiten.

Spenden sind wichtig – Menschen sind es auch
Nicht zuletzt gehören zu einer Charity-Gala auch Spenden. Eine Rekordsumme von 110.000 Euro kam in diesem Jahr durch die Sponsoren zusammen. Gefördert werden mit dem Geld sowohl das „Diabetes-Projekt The Gambia e.V.“ als auch das „E-Learning-Modul zum Gesundheitspass Diabetes“.
Zum Abschluss gab es noch ein großes Buffet und überall angeregte Gespräche. Unter anderem wurde ich auf meine Pumpen-Kanüle angesprochen, die ich sichtbar am Arm gesetzt hatte. Meine Begleitung, Maren Schinz, von mysugarcase, bekam Aufmerksamkeit wegen ihrer tollen Diabetes-Taschen. Und ganz nebenbei beantwortete sich meine Frage: Menschen mit Diabetes, die weder prominent noch einflussreich sind, gehören ebenso auf so eine Veranstaltung wie bekannte Persönlichkeiten aus Politik und dem Showbusiness. Durch uns wird der Diabetes für manche Menschen das erste Mal greifbar, unsere Präsenz ist wichtig.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
3 Minuten
- Behandlung
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 18 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-

Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße