Studie: Neuerkrankungsrate des Typ-2-Diabetes geht zurück

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Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass die Neuerkrankungsrate des Typ-2-Diabetes in Deutschland rückläufig sind.
© Gerhard Seybert - Fotolia
Studie: Neuerkrankungsrate des Typ-2-Diabetes geht zurück

In Deutschland ist die Zahl der Neuerkrankungen mit Typ-2-Diabetes zwischen den Jahren 2014 und 2019 insgesamt zurückgegangen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums. Allerdings förderte die Analyse auch weniger erfreuliche Fakten zutage: Bei jüngeren Menschen zwischen 20 und 40 Jahren stieg die Neuerkrankungsrate.

Eine Analyse von Forschenden des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) gibt Anlass zur Hoffnung: Die Neuerkrankungsrate (Inzidenz) des Typ-2-Diabetes ist in Deutschland in fast allen 401 Kreisen sowie auf Bundesebene insgesamt zurückgegangen. Die Untersuchung basiert auf anonymisierten Daten von allen rund 63 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland (ca. 85 Prozent der Gesamtbevölkerung), die im Zeitraum von 2014 bis 2019 erhoben wurden.

Steigende Neuerkrankungsrate des Typ-2-Diabetes bei Jüngeren „besorgniserregend“

Dabei zeigte sich, dass jedes Jahr ca. 450.000 Neuerkrankungen mit Typ-2-Diabetes erfasst wurden. Die jährliche Neuerkrankungsrate sank damit bei Frauen um 2,4 Prozent und bei Männern um 1,7 Prozent über alle Altersgruppen hinweg; vor allem bei den höheren Altersgruppen. Bei der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen ist jedoch ein Anstieg der Neuerkrankungen zu verzeichnen: bei Männern um 2,9 Prozent und bei Frauen um 2,4 Prozent jährlich.

zur Originalpublikation der Studie des DDZ

Die steigende Inzidenz bei jungen Menschen ist ein besorgniserregender Trend, so die Autorinnen und Autoren der Studie. Typ-2-Diabetes war früher hauptsächlich eine Krankheit des Alters, doch mittlerweile erkranken immer mehr junge Menschen daran. Dies liegt vor allem an einem ungesunden Lebensstil, der durch Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung begünstigt wird. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können das Risiko für die Erkrankung senken.

Zahl der Neuerkrankungen: das Saarland und die neuen Bundesländer scheren aus

Neben der steigenden Zahl an Neuerkrankungen bei den 20- bis 39-Jährigen weisen auch das Saarland und Teile der neuen Bundesländer tendenziell höhere Inzidenzraten für den Typ-2-Diabetes auf als der Rest Deutschlands. Im Nordwesten und Süden Deutschlands lag sie hingegen nahezu durchweg unter den Werten von 2014 (siehe folgende Abbildung). Insgesamt war in 14 Kreisen eine steigende Tendenz zu erkennen, an der Spitze lagen hier der Main-Kinzig-Kreis, der Kreis Dessau-Roßlau und der Kreis Gotha mit einem Faktor um mehr als 1 Prozent pro Jahr.

Abb.: Der SIR (standardized incidence ratio) ist hier der Faktor, um den sich die Neuerkrankungsrate eines Kreises im Jahr 2019 von der bundesweiten Rate im Jahr 2014 unterscheidet. Weisen Kreise einen SIR höher als 1 auf, stieg die Inzidenz, bei einem SIR von 1 war sie gleichbleibend und liegt der SIR-Wert unter 1, ging sie zurück.

Die Prävalenz, also die Häufigkeit der bereits diagnostizierten Fällen von Typ-2-Diabetes in der Gesamtbevölkerung, steigt dennoch weiter an. Das liegt laut den Forschenden des DDZ daran, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes immer besser medizinisch versorgt sind und dadurch eine höhere Lebenserwartung haben. Im Grunde also eine gute Nachricht.

Neuerkrankungsrate des Typ-2-Diabetes: aussagekräftige Studien sind bislang selten

Bislang sind Studien selten, die zeitliche Veränderungen von Typ-2-Diabetes-Neuerkrankungen in Deutschland untersuchen. Sie können entweder nur auf kürzere Zeiträume zurückblicken oder den zeitlichen Verlauf ausschließlich in vergleichsweise großen Regionen abbilden. „Daher war uns wichtig, einen möglichst langen Zeitraum zu untersuchen, damit verwertbare Trends entstehen und nicht nur eine Momentaufnahme erfolgt“, sagt der Erstautor der Studie, Dr. Thaddäus Tönnies vom Institut für Biometrie und Epidemiologie am DDZ. Die Analyse von insgesamt sechs Jahren erlaubte den Forschern, alters- und geschlechtsspezifische sowie regionale Trends zu ermitteln.

Auch interessant zu diesem Thema:
➤ Weltweite Verdoppelung der Fälle von Typ-1-Diabetes bis 2040 erwartet

„Auch, wenn die vorliegende Arbeit erstmals auf leicht sinkende Neuerkrankungsraten hinweist, muss weiterhin intensiv beobachtet werden, ob sich dieser Trend auch fortsetzt“, fordert Professor Dr. Michael Roden, Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf sowie Direktor des DDZ. Die Dynamik könne sich rasch wieder umkehren, wie Daten aus Dänemark zeigten. Auch eine gewisse Dunkelziffer der Menschen, die zwar bereits einen Typ-2-Diabetes haben, dieser aber noch nicht entdeckt wurde, schränken die Ergebnisse der Studie leicht ein.

Präventive Maßnahmen, gezielte Bewegungsangebote, gesunde Ernährungsgewohnheiten und die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung gilt es weiterhin verstärkt zu fördern, um aus einem ersten Trend eine langfristige Kehrtwende für Deutschland einzuleiten, fordern die DDZ-Forschenden abschließend.



von Redaktion Diabetes-Anker (gh)

mit Materialien des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ)

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 3 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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