- Aktuelles
Ungewollt im Rampenlicht
2 Minuten
Wer kennt sie nicht, die neugierigen, überraschten, manchmal ziemlich naiven Fragen von Außenstehenden. Oft sind sie gut gemeint und ehrlich interessiert, aber sie können ganz schön anstrengend werden. Gerade dann, wenn wir einfach ganz normal sein und unser Ding machen wollen, zum Beispiel in Fitnesskursen.
Aus den Höhen und Tiefen im Leben mit Typ-1-Diabetes
In den fast sieben Jahren, die ich in Schottland verbrachte habe, habe ich 16 Menschen, die dort mit Typ-1-Diabetes leben, dazu eingeladen, in Gesprächen ihre Erfahrungen zu teilen. Sie haben von den Höhen und Tiefen im Leben mit Typ-1-Diabetes erzählt, von ihrer Diagnose, von der Reaktion von Freunden und Familie, von der Herausforderung einer unsichtbaren Erkrankung. Wenn das Unsichtbare plötzlich sichtbar wird, wenn andere mitbekommen, dass etwas „nicht stimmt“ oder zumindest anders ist als bei Menschen mit funktionierender Bauchspeicheldrüse, kommen dann oft solche neugierigen und irritierten Fragen. Je nach Tagesform können die sich fast schon übergriffig anfühlen.
Von erzählten Geschichten zu Comics und Cartoons
In den Gesprächen über Alltag, Technologie, aber auch die emotionale und psychische Herausforderung, die das Leben mit Typ-1-Diabetes sein kann, haben die Teilnehmer:innen viele spannende Geschichten erzählt. Gemeinsam mit der Sprachwissenschaftlerin und Künstlerin Alex Lorson habe ich daraus Comics und Cartoons entwickelt, die Alex gezeichnet hat.

„Ich will doch nur Sport machen…“
Einer davon greift einen solchen Moment auf, in dem eine junge Frau mit Diabetes plötzlich ungewollt im Rampenlicht steht: Tess, Anfang 20, macht gerne und viel Sport und erzählt, wie sie einmal bei einem Aerobic-Kurs im Fitness-Studio war. „Ich war extra in der hintersten Reihe, weil ich ja noch keine Ahnung hatte, wie das alles geht, und mich total ungelenk gefühlt habe. In der Pause habe ich schnell meinen Glukosesensor ausgelesen und geschaut, ob alles in Ordnung ist. Irgendwie hat die Trainerin das mitbekommen und mich sofort angesprochen. Die hat durch den halben Raum gerufen – ‚Du da hinten, alles okay bei dir? Brauchst du was? Brauchst du eine Pause? Was zu essen? Zu trinken?‘ Ich hätte im Erdboden versinken können, ich wollte doch einfach nur mal eine neue Sportart ausprobieren. Natürlich bin ich danach nie wieder dorthin gegangen.“
Wie geht ihr mit solchen Fragen um?
Von solchen Erfahrungen konnten fast alle der 16 Gesprächspartner:innen erzählen – ihr sicher auch. Was sind eure Strategien, damit umzugehen, wie reagiert ihr in der Situation? Was antwortet ihr, bleibt ihr dabei ruhig, oder ärgert ihr euch? Und falls ihr euch ärgert, wie werdet ihr euren Ärger wieder los? Oder freut ihr euch über das Interesse und nehmt die Trainerin hinterher vielleicht sogar zur Seite, um ihr einen Basiskurs Diabetes zu geben?
Mehr Kunst, mehr Infos, mehr Geschichten
Übrigens: Hintergrundinfos zur Ausstellung, zu der sowohl Comics als auch Porträts gehören, findet ihr auf meiner Website (https://mirjameiswirth.wordpress.com/making-the-invisible-visible/), in meinem Beitrag zum Weltdiabetestag 2020 und in der Doc2Go Folge vom 24.06.2021.
Im Diabetes-Journal stelle ich seit April 2021 die Geschichten hinter den 16 Porträts vor; im Herbst erscheinen alle 16 als Buch im Kirchheim-Verlag.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community
3 Minuten
- Aus der Community
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 2 Wochen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
-
diahexe postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
-
gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
-
crismo antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
-

Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….