Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #8 | Gesund genießen & gönnen!

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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt:#7 | Warum sollte ich mich für meinen Diabetes schämen? (2)
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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #8 | Gesund genießen & gönnen!

Diabetes-Management bedeutet nicht, auf alles zu verzichten. Caro setzt auf das 80:20-Prinzip: gesund essen, ohne Lebensqualität einzubüßen. Wie das im Alltag funktioniert, zeigt sie in ihrer Kolumne über Ernährung und Typ-2-Diabetes.

In meinen letzten Beiträgen ging es viel darum, sich Wissen über Diabetes anzueignen, sich einen ersten Überblick zu verschaffen sowie zu lernen, die „neue Situation“ anzunehmen. Die nächsten Beiträge werden sich nun mit dem Thema „Diabetes-Management“ beschäftigen. Natürlich hoffe ich, dass ich Dir mit dem Aufzeigen meiner Umgehensweise Inspiration und Anregung geben kann, die Dir dabei hilft, das ein oder andere in Deinen Alltag zu integrieren und somit dauerhaft gute Blutzucker-Werte zu erzielen. Ganz ohne Einsparung an Lebensqualität!

Unter „Diabetes-Management“ verstehe ich alle Tätigkeiten oder Maßnahmen, die von Menschen mit Diabetes im Rahmen ihrer Behandlung selbst unternommen werden, um langfristig gut eingestellte (Langzeit-)Blutzuckerwerte zu erreichen. Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst bzw. vielleicht schon weißt, gibt es viele Faktoren, die einen direkten Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel haben. Dazu gehören u. a. …

All die aufgezählten Einflussfaktoren perfekt zu handhaben, ist schier unmöglich und würde uns, wenn doch, wahrscheinlich zu überirdischen Wesen machen. Nicht zu guter Letzt deshalb, weil wir vieles einfach nicht beeinflussen können wie bspw. Infektionen. Doch das, was wir tun können, ist, unser Bestes zu geben, unsere individuellen Stellschrauben zu finden und loszulegen.

Auf Basis meines selbst erlangten und hart recherchierten Wissens sind meine 5 Säulen des erfolgreichen Diabetes-Managements entstanden, welche ich versuche, in meinem Alltag umzusetzen.

Die 5 Säulen zusammen ergeben das Fundament, überdacht vom „Head of everything“ – der Psyche. Die Psyche ist meines Erachtens der stärkste Einflussfaktor eines jeden Menschen auf sein Handeln. Doch darauf komme ich ein andermal ausführlicher zu sprechen. Denn in diesem Beitrag soll es ums Thema „Ernährung“ – also die 1.Säule – gehen. Dazu möchte ich gleich vorneweg erwähnen, dass dies kein Ernährungsratgeber ist. Stattdessen zeige ich Dir auf, was mein Weg ist und wie es für mich am besten funktioniert. Ohne Verzicht, aber dennoch mit guten Blutzucker-Werten.

Setzt man sich mit dem Thema „Ernährung“ und „Diabetes“ auseinander, so liest man überall so ziemlich dieselbe Empfehlung. Kohlenhydrate reduzieren, tierische Produkte meiden, auf Zucker verzichten sowie den (pflanzlichen) Protein-und Gemüse-Anteil erhöhen. Und ganz ehrlich, diese Zusammenfassung bringt es auf den Punkt. Kurz und knackig.

Während ich früher kiloweise Brezeln mit Butter und Schnittlauch verschlang und oftmals meine „gesunde und ausgewogene“ Ernährung am seidenen Faden meiner täglichen Laune und Arbeitssituation hing, so hat sich durch meine Diagnose doch einiges positiv verändert.

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Heute setze ich auf eine proteinreiche Ernährung als Flexitarierin mit viel Gemüse, bei Bedarf etwas Obst, Vollkorn anstatt Weißmehl und, wo möglich, auch gerne Milch-Ersatzprodukte. Auf Zucker versuche ich weitgehendst zu verzichten. Doch wenn mal die Lust auf etwas Süßes kommt, dann greife ich gerne auch mal zu Zucker-Ersatzprodukten, wie u. a. Geschmackspulver im Naturjogurt oder einen Eiweiß-Riegel. Natürlich alles in Maßen!

Im Austausch mit anderen höre ich oft, dass es ihnen leichter fällt, sich innerhalb der eigenen vier Wände gesund zu ernähren. Und dass die wahren Gefahren „da draußen“ lauern würden. Egal, ob bei einem Restaurant-Besuch, beim Einkaufen oder am Urlaubsbuffet – überall warten die Zucker-, Kohlenhydrat- und Fettbomben darauf, endlich auf dem Teller zu landen. Du kennst diese Situation? Mein Rat an Dich: Gönn Dir was!

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When in Rome …
PS: Ist keine Sahne, sondern einfach Eiscreme! 🙂
Foto: privat

Das Leben mit Typ-2-Diabetes kann manchmal sehr schwer sein sowie das Wissen, dass eine erfolgreiche Behandlung zu 99% von der Person mit Diabetes abhängig ist. Es ist nahezu unmöglich, sich stets zu 100% gesund zu ernähren und ab dem Tag der Diagnose auf alles zu verzichten, was man früher vielleicht gerne aß. Und wer sagt überhaupt, dass man das muss? Getreu meiner Lebenseinstellung „Balance is the Key“ lebe ich nach einem 80:20 Ernährungs-Konzept. Das bedeutet, dass ich mich zu 80% des Tages bzw. der Woche gesund ernähre, aber mir auch gerne mal was gönne. Was somit die anderen 20% ausmacht. Das kann tatsächlich mal ein Besuch beim Lieblings-Italiener sein, ein leckeres Stück selbst gebackener Kuchen in einer gemütlichen Mädels-Runde oder eine simple Handvoll Gummibärchen.

Und ich muss sagen, dass dieses Konzept für mich wirklich am besten funktioniert! Einfach, weil ich nicht das Gefühl habe, durch meinen Diabetes auf etwas verzichten zu müssen, was für mich irgendwo auch ein Stück Lebensqualität ist. Sich „mal“ was zu genehmigen und seinem Gelüst nachzugeben, ist einfach menschlich. Solange es keine Regelmäßigkeit ist und es etwas Besonderes bleibt. Und ich glaube, auf Dauer bleibt man so auch in Sachen Ernährung länger am Ball bzw. motiviert. Und falls nach einem Cheat-Meal doch mal das schlechte Gewissen durchkommt, bleibt einem ja noch die Bewegung, um den Blutzucker wieder zu regulieren! 🙂

Caros Kolumne

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Caros Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!

➤ alle Kolumnen-Beiträge von Caro


von Caro

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
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  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 1 Tag

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?